Treffen mit Davutoglu: Merkel vereinbart mit der Türkei Schritte aus der Flüchtlingskrise

Treffen mit Davutoglu: Merkel vereinbart mit der Türkei Schritte aus der Flüchtlingskrise

Bild vergrößern

Angela Merkel und der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu.

Die Türkei spielt bei Merkels Bemühungen um eine Reduzierung des Flüchtlingsstroms eine zentrale Rolle. Das Land hat 2,5 Millionen Menschen aus Syrien aufgenommen, wo die Regierungstruppen weiter auf dem Vormarsch sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit der türkischen Regierung weitere Schritte vereinbart, um den Zustrom an Flüchtlingen nach Europa zu bremsen. Merkel und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu kündigten in Ankara unter anderem eine diplomatische Initiative an, um die verstärkten Kämpfe im Norden Syriens zu stoppen. Auch solle die Nato mit Überwachung der Grenze und der Ägäis dazu beitragen, die Flüchtlingskrise zu bewältigen, sagte Davutoglu.

Merkel sagte, sie sei entsetzt über das Leid, das die russischen Luftangriffe der vergangenen Tage im Norden Syriens verursacht hätten. Man werde darauf dringen, dass alle sich an die UN-Resolutionen vom Dezember hielten, fügte sie hinzu. Davutoglu sagte, die Stadt Aleppo werde de facto belagert. „Wir stehen an der Schwelle einer menschlichen Tragödie“, sagte er.

Anzeige

So viel Geld bekommen Flüchtlinge in den europäischen Ländern

  • Platz 1: Dänemark

    800 Euro zahlt das Land im Monat pro Flüchtling. Die Summe muss allerdings versteuert werden.

    Quelle: EU-Kommission / Frontex, Stand: 18. September 2015

  • Platz 2: Zypern

    Die Spanne, die der Inselstaat für einen Asylbewerber zahlt, liegt zwischen 85 und 452 Euro pro Monat.

  • Platz 3: Norwegen

    400 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 4: Deutschland

    352 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 5: Frankreich

    330,30 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 6: Finnland

    zwischen 85 und 290 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 7: Belgien

    zwischen 176 und 276 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 8: Großbritannien

    232 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 9: Luxemburg

    225 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 10: Polen

    187 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 11: Schweden

    177 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 12: Lettland

    66 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 13: Bulgarien

    33,23 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 14: Niederlande

    20 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 15: Slowenien

    18 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 16: Slowakei

    12 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 17: Italien & Griechenland

    0 Euro pro Flüchtling / Monat.

Bei Aleppo sind syrische Regierungstruppen mit Hilfe des russischen Bombardements auf dem Vormarsch, was eine neue Flüchtlingswelle ausgelöst hat. Am Montag eroberten Regierungssoldaten ein Dorf nördlich von Aleppo. Inzwischen warten nach Behördenangaben bis zu 35.000 weitere syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Menschen aus Syrien aufgenommen. Hunderttausende sind in den vergangenen Monaten weiter nach Europa gereist. Das Land spielt eine zentrale Rolle bei Merkels Bemühungen, den Flüchtlingsstrom zu reduzieren.

Die Türkei hatte im November eingewilligt, Schmugglernetzwerke zu bekämpfen und nicht rechtmäßige Migration einzudämmen. Im Gegenzug sagte die Europäische Union Ankara drei Milliarden Euro zu, um die Bedingungen für Flüchtlinge in der Türkei zu verbessern. Zudem erklärte sich die EU zu politischen Zugeständnissen gegenüber Ankara bereit. Dazu gehört die Lockerung von Visabeschränkungen und eine Beschleunigung des Prozesses für eine türkische EU-Mitgliedschaft.

Derzeit lässt die Türkei die Schutzsuchenden an der syrischen Grenze nicht einreisen. Die Syrer übernachten zum Teil auf offenen Feldern nahe dem Grenzübergang Bab al-Salame. Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Numan Kurtulmus hatte am Sonntag gesagt, dass sein Land das Ende seiner Aufnahmekapazitäten erreicht habe.

Der stellvertretende Ministerpräsident Yalcin Akdogan warf der EU am Montag vor, der Türkei Lektionen in Moral zu erteilen und die Flüchtlingslast dem Land aufzudrängen, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen. „Auf der einen Seite sagen sie „öffnet eure Grenzen, nehmt alle auf“, auf der anderen Seite sagen sie „schließt eure Grenze, lasst keinen durch““, sagte Akdogan.

Weitere Artikel

Der Zustrom der Menschen, die mit kleinen Booten nach Europa übersetzen, hält weiter an - und erneut kam es am Montag zu fatalen Unglücken. 22 Flüchtlinge starben nach Angaben der türkischen Küstenwache, als ihr Boot in der Bucht von Edremit kenterte. Vier Menschen seien gerettet worden. Die private Agentur Dogan meldete mindestens elf Opfer bei einer weiteren Havarie in der Nähe des Ortes Dikili.

Von Dikili und Edremit aus versuchen viele Flüchtlinge, die griechische Insel Lesbos zu erreichen. In diesem Jahr kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bereits 374 Menschen bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland ums Leben.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%