UKIP: Douglas Carswell zieht ins britische Unterhaus ein

UKIP: Douglas Carswell zieht ins britische Unterhaus ein

, aktualisiert 10. Oktober 2014, 12:45 Uhr
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Douglas Carswell von der United Kingdom Independence Party freut sich über seinen Sieg

Der Damm ist gebrochen - die rechtspopulistische Partei UKIP hat erstmals einen gewählten Vertreter im britischen Unterhaus. Ein früherer Konservativer macht nun für sie Politik in Westminster.

Die europafeindliche United Kingdom Independent Partei (UKIP) bricht nach ihrem Erfolg bei den Europawahlen auch auf nationaler Ebene in die Phalanx der etablierten Parteien ein. Erstmals in ihrer 21 Jahre langen Geschichte schickt die Partei einen gewählten Vertreter ins britische Parlament.

Der UKIP-Kandidat Douglas Carswell gewann am Donnerstag eine Nachwahl im Wahlkreis Clacton deutlich mit fast 60 Prozent der Stimmen. Er hatte damit 35 Prozentpunkte Vorsprung vor dem Kandidaten der regierenden Konservativen, Giles Watling, wie die Wahlkommission am Freitag bekanntgab.

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UKIP-Parteichef Nigel Farage bejubelte das Ergebnis frenetisch. „Hier passiert gerade etwas Großes“, sagte er in der BBC. Das Ergebnis zeige, dass die Menschen einen echten Wandel im Land wollten, den die etablierten Parteien nicht leisten könnten. „Die ganze britische Politik wurde durcheinandergewirbelt.“

Carswell betonte: „Es gibt nichts, was wir nicht erreichen können.“ Politikwissenschaftler äußerten sich jedoch angesichts der geringen Größe des Wahlkreises Clacton nur vorsichtig über die landesweite Aussagekraft der Abstimmung.

Das Ergebnis ist dennoch ein schwerer Schlag für Premierminister David Cameron. Er muss nun noch deutlicher um seine Wiederwahl im Mai 2015 fürchten. Carswell war 2010 noch für die Konservativen in Clacton angetreten, bevor er vor einigen Wochen zur UKIP überlief, sein Abgeordnetenmandat niederlegte und damit die Nachwahl nötig machte. Bei der vorigen Wahl als Konservativer hatte er den Stimmkreis mit einem deutlich geringeren Vorsprung geholt.

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Im Wahlkreis Heywood und Middleton bei Manchester konnte sich die Bewerberin der sozialdemokratischen Labour-Partei, Liz McInnes, hauchdünn mit dem Vorsprung von 617 Stimmen vor dem UKIP-Bewerber John Bickley ins Ziel retten. Der Wahlkreis galt bisher als Labour-Hochburg. Der UKIP-Kandidat kam der Labour-Favoritin so nahe, dass die Stimmzettel sogar ein zweites Mal gezählt werden mussten.

Anfang November wird es im Wahlkreis Rochester eine weitere Nachwahl geben. Mit Mark Reckless war ein weiterer Tory-Abgeordneter zu UKIP übergetreten und hatte sein Mandat niedergelegt. Meinungsforscher geben auch ihm Chancen, den Wahlkreis für die Rechtspopulisten zu holen. UKIP-Parteichef Farage erklärte am Freitag, nach den ermunternden Ergebnissen gehe er davon aus, dass weitere Abgeordnete aus der Partei von David Cameron dem Beispiel folgen werden.

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