Umfrage: Griechen glauben an Verbleib in der Euro-Zone

Umfrage: Griechen glauben an Verbleib in der Euro-Zone

In Griechenland wächst nach neuen Milliardenhilfen der Euro-Partner einer Umfrage zufolge die Zuversicht in der Bevölkerung. Eine Mehrheit von 60 Prozent glaubt, dass der Staatsbankrott abgewendet wird.

Erstmals seit Beginn der Schuldenkrise glaubt mit 60 Prozent eine Mehrheit, dass der Staatsbankrott abgewendet wird, wie eine Erhebung des Instituts MRB im Auftrag der Sonntagszeitung "Real News" ergab.

Demnach gehen sogar 75 Prozent der Befragten davon aus, dass ihr Land den gemeinsamen Währungsraum nicht verlassen wird. Allerdings erwarten 83 Prozent zugleich weitere Sparmaßnahmen der Regierung.

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Zukunftsszenarien für Griechenland

  • Szenario 1: Die Rettungspläne funktionieren

    Die Eurogruppe billigt einen Schuldenschnitt, die Banken erlassen dem Land daraufhin 100 Milliarden Euro. Somit gibt es auch grünes Licht für weitere Hilfen der Eurozone in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) füllt eine Finanzlücke, damit Griechenlands Schuldenstand bis 2020 wie angepeilt sinken kann. Im Gegenzug unterwirft sich Griechenland einer strikten Überwachung der EU und gibt Kompetenzen in der Haushaltspolitik ab. Das Land leidet noch jahrelang unter Einsparungen, innenpolitischer Unruhe und Rückschlägen. Der Weg zu einer Erholung ist lang und mühsam.

  • Szenario 2: Rettung auf Raten

    Die Eurozone will zunächst keine weitere Hilfe zusagen. Problem ist der für 2020 trotz Hilfspaket und Gläubigerverzicht erwartete Schuldenstand von 129 Prozent der Wirtschaftskraft, anstatt der angestrebten 120 Prozent. Der Rettungsplan muss also überdacht werden. Zudem wählen die Griechen im April. Die Euro-Länder wollen das Votum abwarten und mit den dann regierenden Parteien Vereinbarungen über Einsparungen und Reformen treffen, bevor sie weiteres Geld überweisen. Mit restlichen Mitteln aus dem ersten Hilfsprogramm wird ein im März drohender Bankrott vorerst verhindert.

  • Szenario 3: Die Rettung scheitert, Griechenland bleibt aber im Euro

    Nach zwei Jahren Schuldenkrise nimmt die Eurozone einen Kurswechsel vor: Griechenland soll kontrolliert in die Pleite geführt werden, jedoch in der Eurozone bleiben. Nun kommen Milliardenkosten nicht nur auf die privaten Gläubiger, sondern auch auf die EZB zu: Athen ändert per Gesetzesänderung die Haftungsklauseln für seine Staatsanleihen - und erzwingt einen Verzicht. Die EU arbeitet an einem finanziellen und wirtschaftlichen Neustart des Landes, der ebenfalls viel Geld kostet.

  • Szenario 4: Athen geht bankrott und steigt aus dem Euro aus

    Der Rettungsplan scheitert, die Griechen haben zudem Vorschriften und Kontrolle der Euro-Länder satt. Das Land erklärt seinen Bankrott und die Rückkehr zur Drachme. Wirtschaft und Finanzbranche werden über das Land hinaus erschüttert, Firmen und Banken gehen pleite. Die Kaufkraft der Griechen nimmt massiv ab, soziale Unruhen sind die Folge. Mit der Drachme sind griechische Produkte auf dem Weltmarkt zwar billiger, ein positiver Effekt auf die marode Wirtschaft zeigt sich jedoch nur sehr langsam. Die Europäische Union bemüht sich mit Konjunkturprogrammen, den weiteren Absturz des Landes zu mildern.

"Es gibt eine zunehmende Zahl von Leuten, die der Auffassung sind, dass wir in der Euro-Zone bleiben und unsere Zusagen einhalten müssen, weil es keinen anderen Ausweg gibt", sagte MRB-Experte Dimitris Mavros. Die vorliegende sowie zwei weitere Umfragen zeigen ferner, dass die regierende konservative Partei Neue Demokratie von Ministerpräsident Antonis Samaras in der Wählergunst vorne liegt.

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Nicht weit dahinter rangiert allerdings das Linksbündnis Syriza, das vehement gegen den Sparkurs Front macht.

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