Umfrage: Mehrheit der Deutschen für einheitliche Zuwanderungspolitik

exklusivUmfrage: Mehrheit der Deutschen für einheitliche Zuwanderungspolitik

Bild vergrößern

Die deutschen Bundesbürger sehen ihre Interessen in Europa gut vertreten.

von Bert Losse

Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt Eingriffe der EU ins Steuer- und Sozialsystem ab, wünscht sich aber in der Außen- und Haushaltspolitik sowie bei der Zuwanderung einheitliche Regeln.

Konkret sprechen sich 63 Prozent der Bürger für eine nationale Regelung von Steuern und Abgaben aus, 68 Prozent wollen auch bei der Festlegung von Ansprüchen auf Sozialleistungen keine Mitsprache der EU. "Die Bürger wissen, dass die nationale Politik bei der Festlegung von Steuern und Abgaben oder bei Reformen der sozialen Sicherungssysteme immer auch die Akzeptanz ihrer Wähler im Blick haben muss – und sehen darin einen Garanten für eine Politik, die ihre Interessen berücksichtigt", schreibt Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche.

Andererseits finden es drei Viertel der Bürger sinnvoll, wenn die Mitgliedsländer in der Außen- und Sicherheitspolitik keine Alleingänge machen, sondern sich auf eine gemeinsame Linie verständigen. 71 Prozent unterstützen europäische Vorgaben, wie stark sich die einzelnen Staaten verschulden dürfen, schreibt Köcher. Dabei haben sich laut Allensbach-Chefin schon vor der Euro-Krise sieben von zehn Bürgern für einheitliche europäische Schuldengrenzen ausgesprochen. Köcher: "Die Unterstützung schwankte in den vergangenen zehn Jahren lediglich in der engen Bandbreite zwischen 71 und 79 Prozent."

Anzeige
Umfrage: Was sollte man europäisch regeln und was sollte in nationaler Verantwortung bleiben? (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik) Quelle: Allensbacher Archiv

Umfrage: Was sollte man europäisch regeln und was sollte in nationaler Verantwortung bleiben? (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Bild: Allensbacher Archiv

Deutlich verändert hat sich hingegen die Einstellung der Deutschen, was Bildungsabschlüsse an Schulen und Universitäten sowie Arbeitsschutz und Zuwanderung betrifft. Sprach sich zwischen 2003 und 2013 immer eine relative Mehrheit für nationale Zuwanderungsregelungen aus, ist es jetzt erstmals nur eine Minderheit: 53 Prozent votieren für eine europaweit harmonisierte Zuwanderungspolitik, nur noch 40 Prozent für nationale Lösungen. "Die Zuspitzung des Flüchtlingsproblems hat hier viele Bürger umgestimmt", so Köcher.

Insgesamt haben die meisten Bundesbürger nicht den Eindruck, dass die deutschen Interessen in Europa zu kurz kommen. Nur jeder Dritte wünscht sich von der Bundesregierung eine konsequentere Vertretung deutscher Interessen. Köcher: "Der Einfluss Deutschlands wird als groß wahrgenommen – in Europa und darüber hinaus. Heute sind 70 Prozent der Bürger überzeugt, dass Deutschland auch jenseits von Europas Grenzen einen großen Einfluss hat."

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%