Unabhängigkeitsvotum: Katalanen stimmen über Regionalparlament ab

Unabhängigkeitsvotum: Katalanen stimmen über Regionalparlament ab

, aktualisiert 27. September 2015, 13:31 Uhr
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Ein großes Transparent für die Regionalwahlen am 27.09.2015 wird im August auf dem San Jaume Platz in Barcelona ausgebreitet.

Kataloniens Regierung sieht in der Wahl eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der Region. Die Madrider Zentralregierung will eine Abspaltung Kataloniens nicht zulassen.

In einer als historisch eingestuften Abstimmung haben die Katalanen am Sonntag ein neues Parlament für ihre Region im Nordosten Spaniens gewählt. Die katalanische Regierung von Ministerpräsident Artur Mas betrachtete die Wahl als ein Plebiszit über eine Abspaltung der Region von Spanien. „Katalonien entscheidet über seine Zukunft als ein Teil Spaniens“, titelte die Zeitung „El Mundo“.

Die Regierungspartei CDC (Demokratische Konvergenz) hatte sich für die Wahl mit ihrem langjährigen Rivalen ERC (Linksrepublikaner) und Bürgerinitiativen zu einem Separatistenbündnis zusammengeschlossen.

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Die Allianz will bei einem Wahlsieg die wirtschaftsstärkste Region Spaniens in 18 Monaten zur Unabhängigkeit führen. Auf ihrer Kandidatenliste stand auch der Trainer des deutschen Fußballmeisters FC Bayern München, Pep Guardiola.

Europa im Umbruch "Kataloniens Parteien mussten sich radikalisieren"

Am Donnerstag gehen Hunderttausende für ein unabhängiges Katalonien auf die Straße. Wie es soweit kommen konnte und was die Unabhängigkeit für Spanien bedeuten könnte, erklärt Spanien-Experte Klaus-Jürgen Nagel.

Tausende Katalanen demonstrieren im November 2012 in Barcelona für ein unabhängiges Katalonien. Die Separatismus-Welle bereitet dem spanischen Zentralstaat erhebliche Sorgen. Quelle: dpa

Die Madrider Zentralregierung will jedoch eine Abspaltung Kataloniens unter keinen Umständen zulassen. Sie hatte bereits im November 2014 ein Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien mit einer Klage vor dem Verfassungsgericht verhindert.

In einer - im Schnellverfahren verabschiedeten - Reform erteilte Madrid den Verfassungsrichtern kürzlich die Befugnis, den katalanischen Regierungschef notfalls seines Amtes zu entheben, falls dieser sich über die Urteile des Gerichts hinwegsetzt.

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Nach Umfragen dürfte das separatistische Wahlbündnis Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) aus der Wahl als die eindeutig stärkste Kraft hervorgehen, die absolute Mehrheit allerdings verfehlen. Damit könnte die linksstehende Partei CUP (Kandidatur der Volkseinheit) eine Schlüsselrolle einnehmen. Sie ist ebenfalls für eine Abspaltung Kataloniens von Spanien, aber gegen eine Bestätigung des Liberalen Mas im Amt des Regierungschefs.

Am Sonntagmittag zeichnete sich nach Rundfunkberichten eine hohe Wahlbeteiligung ab. Gut 5,5 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

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