Verdacht der Veruntreuung: Hausdurchsuchung bei IWF-Chefin Lagarde

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Verdacht der Veruntreuung: Hausdurchsuchung bei IWF-Chefin Lagarde

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Die französischen Behörden haben am Mittwoch die Pariser Wohnung von IWF-Chefin Christine Lagarde durchsucht. Grund ist nach Angaben ihres Anwalts eine seit Jahren laufende Untersuchung zu Lagardes Umgang mit einer Entschädigungszahlung an einen Geschäftsmann zu ihrer Zeit als französische Wirtschaftsministerin.

Eine gigantische Entschädigung aus der französischen Staatskasse belastet IWF-Chefin Christine Lagarde. Ermittler durchsuchten ihre Pariser Privatwohnung. Es geht um Beihilfe zur Veruntreuung.

Ermittler haben die Pariser Privatwohnung der IWF-Chefin Christine Lagarde durchsucht. Anlass war nach Angaben ihres Anwalts ein im August 2011 eingeleitetes Ermittlungsverfahren der französischen Justiz im Fall Adidas/Tapie. Der 57-Jährigen wird Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen.

Lagarde hatte in ihrer Zeit als französische Wirtschaftsministerin (2007-2011) eine gigantische Entschädigungszahlung von Hunderten Millionen Euro aus der Staatskasse an den schillernden Geschäftsmann Bernard Tapie ermöglicht, der zeitweise Adidas-Haupteigner gewesen war. Sie bestreitet allerdings jegliches Fehlverhalten und trat im Sommer 2011 die Nachfolge ihres Landsmannes Dominique Strauss-Kahn als Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) an.

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„Frau Lagarde hat nichts zu verstecken“, sagte ihr Anwalt Yves Repiquet am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP zu der Durchsuchungsaktion. Sie sei in dem Ermittlungsverfahren bislang noch nicht einmal vernommen worden.

Lagarde entschied gegen Empfehlungen von Experten

Ausgangspunkt der Entschädigungszahlung von 285 Millionen Euro plus Zinsen war der Verkauf des deutschen Sportartikelherstellers Adidas durch Tapie Anfang der 1990er Jahre. Dieser sah sich bei dem Geschäft von der damaligen Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt und zog vor Gericht. Das jahrelange Verfahren endete 2008 mit einem Schiedsgerichtsurteil, das dem ehemaligen Minister und Eigner sowie Präsidenten des Fußballvereins Olympique Marseille die riesige Entschädigungssumme zugestand. Insgesamt soll er rund 400 Millionen Euro erhalten haben.

Lagarde hätte dieses Verfahren nicht zulassen dürfen, begründeten Verfahrens-Initiatoren wie der mittlerweile pensionierte Staatsanwalt Jean-Louis Nadal ihre Ermittlungen. Zudem habe die damalige Ministerin entgegen der Empfehlungen von Experten keinen Einspruch gegen das Urteil eingelegt.

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Der IWF lehnte einen Kommentar zu dem Fall am Mittwoch ab. Der Exekutivrat habe das Thema vor Lagardes Ernennung zur geschäftsführenden Direktorin diskutiert und seine Zuversicht geäußert, dass sie ihre Aufgaben effektiv ausführen könne, sagte IWF-Sprecher Gerry Rice am Mittwoch laut einer in Washington verbreiteten Mitteilung. Die Französin hatte im Juli 2011 die Nachfolge von Strauss-Kahn angetreten, der wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer New Yorker Hotelangestellten sein Amt aufgeben musste.

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