Vertrauensfrage: Was, wenn Papandreou scheitert?

Vertrauensfrage: Was, wenn Papandreou scheitert?

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Papandreou stellt sich Freitag der Vertrauensfrage.

von Malte Fischer, Gerhard Bläske, Anne Kunz

Ob Papandreous Minister tatsächlich hinter ihm stehen, zeigt sich Freitag. Was, wenn die Regierung kippt? Kommt der Bankrott? Die Rückkehr zur Drachme? Und wäre damit das Ende des Euro besiegelt?

Wenn es Freitagabend ganz dicke kommt, verweigern die griechischen Minster Regierungschef Giorgos Papandreou die Gefolgschaft. Dann bleiben den Griechen noch vorgezogene Neuwahlen oder die Bildung einer Koalitionsregierung. Seine Pläne für ein Referendum im Dezember wären dann schnell vom Tisch. Was wäre, wenn Papandreo stolpert und es Montag heißt: Griechenland habe die Währungsunion verlassen, die Drachme werde wieder eingeführt. Die griechischen Banken schließen für eine Woche, um die Konten auf die neue alte Währung umzustellen?

Die Börsenkurse stürzen natürlich ab, abends treten Bundeskanzlerin Abngela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der neue EZB-Chef  Mario Draghi gemeinsam vor die Fernsehkameras, um Bürger und Finanzmärkte zu beruhigen, bevor am frühen Dienstagmorgen die Börsen in Asien eröffnen. Der Austritt der Griechen bedeute nicht das Ende der Währungsunion, beschwichtigen sie. EZB, EU und Regierungen seien entschlossen, mit allen Mitteln Spekulationen auf den Austritt weiterer Euro-Staaten zu bekämpfen. Der Euro bleibe die gemeinsame Währung Europas.

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Krieg und Frieden?

Den meisten Bankern und Börsianern graut vor diesem Szenario. Die Rückkehr zur Drachme wäre "ein Desaster für GRiechenland, eine Krise für die gesamte Welt", sagt Willem Buiter, Chefökonom der Citigroup. Die Ökonomen der Schweizer Bank UBS malen ein noch dramatischeres Schreckgespenst an die Wand. Sie erinnern daran, dass der Zusammenbruch von Währungsunionen in der Vergangenheit meist in Bürgerkrieg und Militärdiktatur endete. Der Abschied Griechenlands vom Euro – eine Frage also von Krieg und Frieden auf dem alten Kontinent?

Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner ifo Instituts, hält von solchen apokalyptische Zerrbildern wenig. „Wenn Griechenland fallengelassen wird, verlieren viele reiche Leute einen Teil ihres Vermögens. Das ist genau der Punkt. Es geht nur darum“, sagt Sinn. Und: „Griechenlands Rückkehr zur Drachme ist alternativlos.“ Dafür müsste Griechenland sich auf den Artikel 50 des Lissabonner Vertrags berufen und aus der EU austreten. Da ein Nicht-EU-Mitglied schwerlich Mitglied der Euro-Zone sein kann, wäre mit dem Austritt aus der EU auch der Abschied vom Euro vollzogen. Anschließend könnte sich Griechenland erneut um eine EU-Mitgliedschaft bewerben – allerdings ohne Euro.

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