Vor dem EU-Beitritt: Kroatien will Euro möglichst bald übernehmen

Vor dem EU-Beitritt: Kroatien will Euro möglichst bald übernehmen

Unmittelbar vor seinem EU-Beitritt hat Kroatien sein Interesse an der Übernahme der Gemeinschaftswährung Euro beteuert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Land zu weiteren Reformen ermuntert.

"Wir wollen der Euro-Zone so schnell wie möglich beitreten", sagte der kroatische Notenbankchef Boris Vujcic der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag. Sein Land werde allerdings frühestens in vier bis fünf Jahren beitrittsreif sein, derzeit verfehle es die Kriterien für Inflation und Haushaltsdefizit. "Bis dahin müssen die Probleme im Euro-Raum gelöst sein, sonst bekommen wir große Probleme", erklärte Vujcic. Die Vorteile des Euro lägen für Kroatien darin, dass die Zinsen sinken und die Planungssicherheit für Investoren steigen würden. Kroatien tritt der Europäischen Union (EU) am Montag als 28. Mitglied bei. Es ist nach Slowenien, das 2004 beitrat, der zweite Balkanstaat, der in die EU aufgenommen wird. In Deutschland leben 220.000 Kroaten.

Wissenswertes über Kroatien

  • Wo liegt Kroatien überhaupt?

    Kroatien liegt am Mittelmeer gegenüber von Italien. Das Land grenzt an Slowenien, Ungarn, Serbien und Bosnien-Herzegowina, hat eine Gesamtfläche von 56.542 Quadratkilometer, einschließlich 1.246 Inseln. Rund 4,5 Millionen Kroaten wurden zuletzt gezählt, die meisten von ihnen sind Katholiken.

  • Ist Kroatien ein Urlaubsland?

    Die fast 1800 Kilometer lange Küstenlinie mit zahlreichen vorgelagerten Inseln, sowie Weltkulturerbe-Stätten und Nationalparks machen Kroatien zu einem attraktiven Reiseziel. Fast zwölf Millionen Touristen zog Kroatien 2011 an, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Tourismussektor bildet damit ein Fünftel des Bruttoinlandsproduktes.

  • Wird man in Kroatien nass?

    Kroatien zählt zu den 30 wasserreichsten Staaten der Welt, in Europa steht das wässrige Land gar auf Platz drei mit 32.818 Kubikmetern an erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr. Abgesehen von den vielen Flüssen und Seen, wird es sonst eher in der Küstenregion nass, wo die Niederschlagsmenge doppelt so hoch ist wie im Landesinneren.

  • Wie steht es um Kroatiens Wirtschaft?

    Das BIP-Wachstum betrug 2011 0,2 Prozent, die Inflationsrate liegt bei 2,8 Prozent, die Arbeitslosigkeit bei 11,3 Prozent. Die wichtigsten Handelsgüter Kroatiens sind Erdöl, Nahrungsmittel, Maschinen und Elektrotechnik.

  • Was können Kroaten besser als Deutsche?

    Lebkuchenherzen backen. Diese süße Spezialität stammt nämlich ursprünglich aus Kroatien: seit dem 16. Jahrhundert werden die Herzen in Klöstern gebacken, verziert und zu besonderen Anlässen verschenkt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Land zu weiteren Reformen ermuntert, vor allem Wirtschaft und Arbeitsmarkt müssten weiter reformiert werden. Dies gelte aber nicht nur für das neue Mitgliedsland, sondern "für uns alle", sagte Merkel. Ursprünglich hatte Merkel am Sonntag zur Feier des EU-Beitritts nach Kroatien reisen wollen. Sie sagte die Visite nach Angaben der kroatischen Regierung jedoch wegen anderweitiger Verpflichtungen ab. In Medienberichten wurde dagegen als Grund der Unmut Deutschlands darüber genannt, dass Kroatien den langgesuchten, ehemaligen Geheimdienstchef Josip Perkovic nicht an Deutschland ausliefern wolle. Er wird im Zusammenhang mit der Ermordung des Exilkroaten Stjepan Durekovic 1983 in Bayern vom Bundeskriminalamt per internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Sprecher Merkels erklärte, dies sei nicht der Grund für die Absage.

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Europäische Union Das nächste Sorgenkind heißt Kroatien

In fünf Wochen tritt Kroatien der Europäischen Union bei. Das Land ist ein weiterer ökonomischer Problemfall mit hoher Verschuldung und Rekordarbeitslosigkeit.

Quelle: dpa/Montage

Zuletzt waren 2007 Rumänien und Bulgarien zur EU gestoßen. Wie bei diesen beiden Staaten gab es in Deutschland auch gegen die Aufnahme Kroatiens Vorbehalte. So wurden Mängel im Justizwesen und bei der Korruptionsbekämpfung kritisiert. Im März hatte die EU-Kommission Kroatien aber bescheinigt, reif für die Aufnahme zu sein. Allerdings müsse das Land im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Korruption noch mehr tun. Die übrigen EU-Aspiranten auf dem Balkan sind Serbien, Mazedonien, Bosnien, Montenegro, Albanien und Kosovo.

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