Investiert in Forschung und Wachstum
Bild: dapdPlatz 10: Finnland
16 von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bekommen mehr Geld aus Brüssel, als sie in die Gemeinschaftstöpfe einzahlen. Erster nennenswerter Nettozahler (Luxemburg zahlt nur minimal mehr, als es an Gelder zurückerhält) ist Finnland. Der Euro-Musterschüler zahlte 2010 immerhin 300,2 Millionen Euro mehr gen Brüssel als es an Leistungen erhielt. Pro Kopf liegt der Fehlbetrag bei 55,54 Euro.
Quelle: „Die Finanzierung der Europäischen Union“, Bertold Busch.
Bild: dapdPlatz 9: Dänemark
Die Nord-Europäer sind Mitglied der Europäischen Union, nicht aber der Euro-Zone. Vielleicht auch, weil sie bereits als EU-Mitglied kräftig für die Mitgliedsstaaten zahlen dürfen. 2010 zahlte die Regierung in Kopenhagen 615,3 Millionen Euro mehr an die Organe der EU als Land und Regionen aus den Fördertöpfen erhielten. Die Summe liegt damit über den Durchschnittswert der Jahre 2004 bis 2010. In diesem Zeitraum lag der Mittelwert der dänischen Nettoposition bei -532,2 Millionen Euro.
Bild: dpaPlatz 8: Österreich
Österreich zählt seit Jahren zu den Nettozahlern der EU. Gemeinsam mit vier anderen Staaten handelte sich die Alpenrepublik einen Rabatt bei der Finanzierung des Briten-Rabattes aus. Dennoch musste das Land 2010 677 Millionen Euro an Brüssel mehr überweisen, als an Unterstützung zurückfloss. Wien hat nun genug von der Ausnahmeregelung für London. „Es darf nicht so sein, dass einige Staaten sehr wohl einen Rabatt eingeräumt bekommen, aber Österreich soll hier schlechter gestellt werden“, so der österreichische Außen-Staatssekretär Reinhold Lopatka.
Bild: REUTERSPlatz 7: Schweden
Schweden ist der siebtgrößte Nettozahler der Europäischen Union. 1,2 Milliarden Euro flossen 2010 mehr von Stockholm nach Brüssel als umgekehrt. Ob das Land seine Rechnung in Euro oder in der Nationalwährung – der Schwedischen Krone – überweist, ist nicht bekannt.
Bild: REUTERSPlatz 6: Belgien
Belgien ist Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorgänger der Europäischen Union. Im Durchschnitt zahlte Belgien zwischen 2004 und 2010 938 Millionen Euro mehr an die Staatengemeinschaft, als es durch Ausgleichs- und Subventionszahlungen erhielt. 2010 lag der Betrag mit 1,46 Milliarden Euro sogar deutlich über dem belgischen Durchschnittswert.
Bild: APPlatz 5: Niederlande
Die Niederlande haben bei den Parlamentswahlen Anfang September eine pro-europäische Regierung gewählt. Das kleine Land ist extrem exportabhängig und profitiert von den offenen Märkten. In Den Haag sitzen Europol, die europäische Polizeibehörde, und die Justizbehörde der Europäischen Union Eurojust. Dennoch fließen kaum Mittel in das Königreich. Netto zahlten die Niederlande 2009 noch 1,488 Milliarden Euro mehr an Brüssel, als das Land aus den Fördertöpfen erhielt. Das waren 90,20 Euro pro Kopf. 2010 stieg der Beitrag auf 1,83 Milliarden Euro.
Bild: REUTERSPlatz 4: Italien
Das Euro-Krisenland kämpft gegen hohe Schulden und Misstrauen an den Anleihenmärkten. Dass die Regierung in Rom trotzdem zu den Nettozahlern der EU gehört, hat sich dennoch nicht geändert. Eine Lücke von 4,5 Milliarden Euro klafft zwischen Zahlungen und Rückerstattungen aus Brüssel.
Bild: REUTERSPlatz 3: Frankreich
Die „grande nation“ will unter Präsident Francois Hollande für mehr Wachstum in Europa kämpfen. In Brüssel muss Frankreich deutlich in die Tasche greifen. 5,5 Milliarden Euro zahlte Paris 2010 mehr, als es zurückerstattet bekam. Unter anderem auch, weil die Agrarsubventionen im Zuge der EU-Osterweiterung rückläufig sind.
Bild: dpaPlatz 2: Großbritannien
Trotz des Briten-Rabatts (London bekommt im Prinzip jedes Jahr 66 Prozent der Differenz zwischen seinen Zahlungen an den EU-Haushalt und seinen Rückflüssen daraus erstattet) zu den größten Nettozahlern der EU. 5,6 Milliarden Euro betrug die Differenz im Jahr 2010. Eine Aufweichung des Rabatts steht für London nicht zur Disposition.
Bild: dpaPlatz 1: Deutschland
9,22 Milliarden Euro zahlte Deutschland 2010 mehr an die Organe der EU, als das Land aus den Fördertöpfen erhielt. Auch im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2010 – hier liegt der Wert bei 7,38 Milliarden Euro – liegt Deutschland im Ranking der größten Nettozahler weit vorne. Daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern.
Zur Datenerhebung: Auf der Ausgabenseite werden nur die in den Mitgliedsstaaten zurechenbaren Ausgaben berücksichtig und außerdem die Verwaltungsausgaben abgezogen. Von diesen sogenannten operativen Ausgaben je Mitgliedsland wird der angepasste nationale Beitrag abgezogen. Zur Berechnung des angepassten nationalen Beitrags wird der Anteil jedes Landes an den nationalen Beiträgen insgesamt ermittelt. Mit diesem Anteil werden die gesamten operativen Ausgaben der EU-27 multipliziert. Diese Berechnung erlaubt einen Vergleich zwischen den Mitgliedsstaaten.
Platz 10: Finnland
16 von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bekommen mehr Geld aus Brüssel, als sie in die Gemeinschaftstöpfe einzahlen. Erster nennenswerter Nettozahler (Luxemburg zahlt nur minimal mehr, als es an Gelder zurückerhält) ist Finnland. Der Euro-Musterschüler zahlte 2010 immerhin 300,2 Millionen Euro mehr gen Brüssel als es an Leistungen erhielt. Pro Kopf liegt der Fehlbetrag bei 55,54 Euro.
Quelle: „Die Finanzierung der Europäischen Union“, Bertold Busch.
Als die Krise Ende 2008 ihre ganze Wucht entfaltete, hat die Regierung ein Konjunkturprogramm mit einem Volumen von rund zwölf Milliarden Euro aufgelegt. Eine für 2010 geplante Steuerreform wurde auf 2009 vorgezogen. Für Unternehmen verbesserte die Regierung die Abschreibungsmöglichkeiten und stellte zinsgünstige Kredite bereit. Schon 2008 hatte die Regierung den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung gesenkt. Eine Gewerbesteuer gibt es nicht, die Körperschaftsteuer liegt bei nur 25 Prozent.
Nicht nur kurzfristige Wachstumsimpulse haben dafür gesorgt, dass Österreich neben Deutschland besser durch die Krise kommt als andere Länder der Euro-Zone. Dank zurückhaltender Tarifpolitik sind die Lohnstückkosten in den vergangenen Jahren kaum stärker gestiegen als in Deutschland. Gleichzeitig haben die Unternehmen des Landes in Forschung und Entwicklung investiert und so ihre Produktivität gesteigert. Außerdem haben viele Firmen ihr Geschäft konsequent global ausgerichtet und in den Wachstumsmärkten Asiens, Osteuropas und Südamerikas investiert.
Luxus und Red Bull
So sind etwa die Boutiquen des Luxus-Miederwarenherstellers Wolford aus Bregenz am Bodensee in den Metropolen in Fernost nicht mehr wegzudenken. Der Gummispezialist Semperit ist gerade dabei, für rund 150 Millionen Euro das Unternehmen Latexx Partners aus Malaysia zu übernehmen. Die Österreicher werden damit zum weltweit zweitgrößten Hersteller medizinischer Handschuhe. Der Energy-Drink-Produzent Red Bull, der gerade mit dem Sponsoring des Rekordsprungs von Felix Baumgartner Schlagzeilen machte, ist eine rund um den Globus bekannte Marke. Die rund 1,4 Milliarden Euro, die der Konzern jährlich für Marketing ausgibt, lohnen sich offenbar.

In manchen Branchen gibt Österreich sogar weltweit die Standards vor. "Österreich ist so etwas wie das Testlaboratorium für den Mobilfunk", sagt Georg Serentschy, Geschäftsführer für Telekommunikation beim österreichischen Regulierer RTR. Die Preise für das Telefonieren mit dem Handy sind so niedrig wie kaum sonst in Europa. Aktuell bietet Orange etwa eine Flatrate von 7,50 Euro an mit unbeschränktem Internet-Zugang, 1000 Telefonminuten und 1000 SMS. Viele Österreicher verzichten da gleich ganz auf den Anschluss zu Hause.
Mobilfunk zu Grenzkosten
Der harte Wettbewerb im Mobilfunkmarkt hat mehrere Ursachen. Die vier Anbieter sind sukzessive mit einem Abstand von rund zwei Jahren in den Markt gekommen. "Jeder Neuantritt war mit aggressiven Angeboten verbunden", erinnert sich Serentschy. Weil bei acht Millionen Einwohnern die vier Netze nicht ausgelastet sind, können die Unternehmen ihren Kunden Leistungen zu Grenzkosten anbieten – was die anhaltend niedrigen Preise erklärt. Auch bei der mobilen Breitbandnutzung sind die Preise so gepurzelt, dass die EU-Kommission Österreich als einziges EU-Land sieht, in dem das Mobilnetz einen echtes Substitut für das Festnetz bei der Datenübertragung darstellt.
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