Wahlen in Frankreich: Blockade gegen den Front National

Wahlen in Frankreich: Blockade gegen den Front National

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Eine „Blockade“ soll die Partei von Marine le Pen nun stoppen.

Die Siegesserie von Marine Le Pens Front National hält in Frankreich an. Vor der zweiten Runde am Sonntag liegen die Rechtsextremen in sechs Regionen vorn. Eine „Blockade“ soll die Partei nun stoppen.

„Der Schock“ - in seltener Einmütigkeit dokumentieren die Titelseiten von konservativem „Le Figaro“ und linker „L'Humanité“ parteiübergreifende Reaktionen auf den Wahltriumph der Front National. Die beiden Wörter in riesigen Buchstaben stehen für die Fassungslosigkeit, mit der viele Franzosen den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg von Marine Le Pen verfolgen.

Von Wahl zu Wahl scheint Le Pen, seit 2011 Vorsitzende der Partei, das Stimmenpotenzial für die Front National auszuweiten. Bei der Präsidentschaftswahl 2012 sicherte sie ihrer Partei bereits 17,9 Prozent - damals ein Rekordergebnis. Die Kommunalwahl 2014, bei der die FN nur in ausgesuchten Städten antrat, brachte ebenfalls Erfolge. Bei der Europawahl im selben Jahr lagen die Rechtsextremen mit 24,9 Prozent erstmals vorn im Parteispektrum.

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Parteichefin der Front national (FN), Marine Le Pen. Quelle: dpa

Le Pen spricht seitdem von der FN als der „ersten Partei Frankreichs“. Knapp eineinhalb Jahre vor der Präsidentschaftswahl 2017 ist Le Pen am Sonntag ein weiterer Coup gelungen. Die landesweit 27,7 Prozent sind ein historischer Rekord der 1972 gegründeten Partei.

Der Historiker Nicolas Lebourg verwies am Montag bei der den Sozialisten nahestehenden Stiftung Jean Jaurès auf den Effekt „Wir gegen die“, auf den Le Pen setze. Dieses „Wir“ stehe bei der 47-Jährigen für einen gemeinsamen Lebensstil, nationale Einheit, soziale Sicherheit oder die Bewahrung von Werten. Der Soziologe Sylvain Crepon verwies auf die kommunikativen Fähigkeiten der Parteichefin: „Wenn Marine Le Pen spricht, verstehen die Leute, was sie sagt.“

„Wir gegen die“ heißt bei Le Pen auch: Front National gegen alle anderen Parteien. Ihr meist verächtlich benutztes „UMPS“ soll für vermeintlich austauschbare Konservative und Sozialisten stehen. Das Kürzel funktioniert nicht mehr richtig, weil die frühere UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sich jetzt Republikaner nennt.

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Die rechte Front National und ihre Vorsitzende le Pen profitieren von der Verunsicherung nach den Anschlägen von Paris. Quelle: AP

Doch die regierenden Sozialisten von Staatschef François Hollande wollen für die zweite Runde nun wirklich mit den Konservativen zusammenarbeiten. Parteichef Jean-Christophe Cambadélis sprach von der Notwendigkeit einer „Blockade“ gegen die Front National.

Am Sonntag will Cambadélis überall dort keine sozialistischen Kandidaten mehr sehen, wo die FN eine reale Siegchance hat. Im nördlichen Nord-Pas-de-Calais-Picardie sowie in Provence-Alpes-Côte d'Azur im Südosten sind die sozialistischen Wahlkämpfer der Pariser Parteizentrale gefolgt. Sie werden nicht mehr antreten. Dort lagen Marine Le Pen und ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen am Sonntag mit jeweils knapp 41 Prozent klar vorn.

An der Grenze zu Deutschland gibt es allerdings Widerstand: in Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine will der sozialistische Kandidat Jean-Pierre Masseret bisher nicht verzichten. Auch Sarkozys Republikaner sind uneinig über die richtige Strategie gegen die FN. Der Parteivorstand folgte zwar dem Vorsitzenden, der Verzicht oder gemeinsame Listen mit Sozialisten ablehnte. Doch unter anderem Parteivize Nathalie Kosciusko-Morizet plädierte dafür, in Languedoc-Roussillon/Midi-Pyrénées nicht mehr anzutreten. Dort war die Partei hinter FN und Sozialisten nur auf dem dritten Platz gelandet.

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