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Wall-Street-Veteran: "Die Zeit läuft gegen Europa"

von Angela Hennersdorf

Der amerikanische Wall-Street-Veteran William Rhodes kritisiert das zögerliche Handeln der Europäer und beschwört die Führungsrolle Angela Merkels bei der Euro-Rettung.

William R. Rhodes (2006) Quelle: REUTERS
William R. Rhodes warnt: Bei der Bekämpfung der Schuldenkrise dürfe keine Zeit mehr vergeudet werden. Quelle: REUTERS

WirtschaftsWoche: Mr. Rhodes: Sie hatten in Ihrer Bankerkarriere einige Staatsschuldenkrisen zu managen. Hat Bundeskanzlerin Angela Merkel schon bei Ihnen angerufen und Sie um Rat gefragt, wie sie die Euro-Krise jetzt am besten beenden könnte?

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Rhodes: Nein, bis jetzt noch nicht. Aber Frau Merkels Berater haben immerhin mein Buch gelesen – das hat man mir aus dem Kanzleramt zugetragen. Ich hoffe, sie nehmen sich die Lehren, die ich darin aus den historischen Schuldenkrisen zum Beispiel in Lateinamerika und Asien ziehe, zu Herzen und tragen diese auch an die deutsche Kanzlerin weiter.

Ihr Buch „Banker to the World“ enthält in der Tat viele Erfahrungen, die das Handeln in globalen Finanzkrisen erleichtern könnten. Hat denn das europäische Krisenmanagement genug daraus gelernt?

Als Giorgos Papandreou im Dezember 2009 erstmals von den falschen Budgetzahlen berichtete, die Athen nach Brüssel geliefert hatte, und gleichzeitig die dramatisch schlechte finanzielle Lage Griechenlands beschwor, hoffte er auf ein schnelles Hilfsprogramm. Im Januar darauf fuhr er zum World Economic Forum in Davos – alle wichtigen europäischen Politiker waren vor Ort und redeten über Griechenland. Es kam zu keiner Einigung.

Warum nicht?

Ich selbst sprach damals in Davos und in den Monaten danach mit europäischen Politikern und Finanzexperten. Ich warnte sie davor, die Sache mit Griechenland schleifen zu lassen, weil eine Ansteckung anderer Länder drohe. Sie sagten zu mir, ach was, Bill, du hast dich zu viel mit Krisen in Schwellenländern beschäftigt. Hier in Europa ist das anders; wir sind entwickelte Länder – es gibt keine Ansteckung anderer Länder; diese Wirtschaften sind solide, Griechenland ist ein isolierter Fall. Der einzige Deutsche, der wirklich besorgt war, war Axel Weber, der damalige Chef der Deutschen Bundesbank. Bis sich aber die Europäische Zentralbank, die EU und der IWF auf das erste Rettungsprogramm für Griechenland geeinigt hatten, war es Mai.

"Der IWF ist kein Rettungsanker mehr"

Da war dann auch schon der keltische Tiger, Irland, in Not.

In der Tat. Nicht nur, dass sich die Lage in Griechenland in dem halben Jahr dramatisch verschlechtert hatte. Unmittelbar danach kam Irland in die Klemme, dann Portugal, Spanien und Italien. Die Finanzmärkte reagieren heute in Nanosekunden, Banken und Geldmarktfonds zogen schnell die Reißleine. In Brüssel haben sie bis heute nicht die Mechanismen der internationalen Finanzmärkte begriffen. Paul Volcker, Ex-Chef der US-Notenbank, gab mir folgenden Rat: „Timing ist alles in einer Krise.“ Wie viele ergebnislose EU-Gipfel hat es gegeben, die zu nichts geführt haben? Die Europäer haben die Dramatik der Lage völlig unterschätzt und die Krise schlecht gemanagt.

Ist denn der Euro noch zu retten?

Die Euro-Zone wird ohne Zweifel überleben – ob allerdings alle 17 Länder künftig noch Mitglied sein werden, dafür will ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Der Schlüssel zur Rettung ist die Rekapitalisierung der Banken. Dafür muss die EZB mehr Liquidität in den Markt pumpen. Liquidität ist das A und O, um das europäische Bankensystem zu stabilisieren. Der Bankensektor ist enorm wichtig für die Euro-Zone – wichtiger als etwa für die USA, wo wir neben dem Bankensektor auch einen viel stärkeren Kapitalmarkt haben. Wenn die Banken ein Problem haben, haben die Staaten ein Problem. Wenn die Regierungen ein Problem haben, haben die Banken ein Problem.

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11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.01.2012, 13:46 UhrAnonymer Benutzer: Bildungselite

    Super-Angie, vielleicht sollten Sie erst einmal eine Schule besuchen und vernünftigen Satzbau lernen. Dann klappt es auch mit etwas besserem als einem Job mit Dumpinglohn.
    Im Übrigen haben Sie nicht viel konstruktives Beizutragen, ich sehe in Ihrem Beitrag nichts als Hetze und Beleidigungen.

  • 18.01.2012, 13:33 UhrAnonymer Benutzer: Walter

    Vereinfacht gesagt, fordert Rhodes, möglicherweise selbst ein gebürtiger Grieche, dass Merkel zu Gunsten der Euro-Länder, die nicht gewillt sind, nur im Rahmen ihrer Einnahmen Geld auszugeben, dauerhafte Transferleistungen erbringen soll, die sie dem deutschen Steuerzahler abpressen soll.

    Das ist eigentlich primitiver Schuldensozialismus, aber wenn sich Interessenten aus den USA davon einen eigenen Vorteil versprechen, dann ist ihnen im Einzelfall auch ein Sozialismus lieber, als eine vernünftige Marktwirtschaft.

    Ich denke, man sollte sich nicht von den Griechen and Anderen erpressen lassen und sie gegebenfalls auch aus dem Euro, eventuell auch aus der EU "entlassen".

    Erstaunt bin ich darüber, dass Rhodes behauptet, man habe vor 2 Jahren den Giechen gesagt, alles sei gut und aussichtsreich. Jemand der selbst einmal in Griechenland war, hat dies vor 4 oder 5 Jahren schon nicht mehr behauptet, es sei denn, der Urlaub hatte sich nur auf einen der schöneren Yachthäfen beschränkt.

    Allerdings war Griechenland aus Sicht des IWF damals angeblich noch eines der Top-Länder und wurde als Vorbild angepriesen, weil es so viele Akademiker gibt. Die meisten Akademiker in GR haben die Sparache Englich studiert, was ganz sicher keine ausreichende berufliche Qaulifikation bietet. Auch schien der IWF nie richtig zu verstehen, dass es nicht auf die Akademikerquote eine Landes ankommt, sondern auf die Quote, mit der Akademiker in einer Wirtschaft einen adäquaten Akademikerarbeitsplatz erhalten und die erlernten Fähigkeiten auch sinnvoll benutzen können. Ein Souvenirladen in Griecheland ist eben kein adäquater Arbeitspltz für einen Akademiker!

  • 17.01.2012, 13:59 UhrAnonymer Benutzer: Super-Angie

    wozu wurde denn die BRD von den Alliierten gegründet + Marschall-Plan ?

    um eine Zone zu schaffen um Reperationen aus dem 1. + 2. WK abarbeiten zu lassen über Generationen, eine nicht souveräne Zone , die mittels gekaufter Polit-Beamten kontrolliert wird. Heißt ein riesiges Freiluft Arbeitslager ist die BRD, fehlt nur noch das bekannte Schild " Was macht frei "
    Da das Modell BRD so gut funktionierte , soll es nun in allen EU-Ländern eingeführt werden um einigen wenigen + den Polit-Eliten Ihre Kapital-Rendite zu ermöglichen + ein leistungsfreies Leben für diese Familien mittels EU-Steuereinzug

    Die EU ist ein riesiges " Betrugs-Modell" an den unteren Schichten, die man förmlich ausplündert, da die Steuerschraube immer weiter angezogen wird auch mittels Dumpinglöhnen.

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