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Weg zu deutschen Geldreserven: Die Brüsseler Hintergedanken zur Bankenunion

von Mark Fehr

Den EU-Kontrolleuren geht es nicht nur um Sicherheit des Finanzsektors, sie wollen auf dem Umweg der Bankenunion auch an die deutschen Geldreserven.

EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso - Die geplante Bankenunion soll vordergründig für Sicherheit beim Sparer sorgen, für Deutschland würde das Projekt aber tiefgreifende Nachteile mit sich bringen Quelle: dapd
EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso - Die geplante Bankenunion soll vordergründig für Sicherheit beim Sparer sorgen, für Deutschland würde das Projekt aber tiefgreifende Nachteile mit sich bringen Quelle: dapd

Sparkassen und Volksbanken können einen Etappensieg verbuchen. Die EU-Kommission hat Pläne eines gemeinschaftlichen Sicherungsschirms für die Bankkonten vorerst nicht weiter konkretisiert. Erledigt ist die Brüsseler Initiative damit jedoch nicht, sie steht als Langfristziel weiter auf dem Zettel der Kommissare. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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Kurz- und mittelfristig konzentriert sich das europäische Mammutprojekt der Bankenunion auf eine zentrale Finanzaufsicht, die bei der Notenbank EZB gebündelt werden soll. Auf den ersten Blick verfolgt Brüssel dabei hehre Ziele: Banken sollen nach einheitlichen Kriterien kontrolliert werden, statt nationale Sonderregeln auszunutzen. Zudem soll ein gemeinsamer europäischer Notfonds die Ersparnisse der Bankkunden vor Pleiten schützen. Alle Sparer in der EU sollen sich gleich sicher fühlen.

Wer haftet bei Bank-Pleiten?

Die EU-Kommission verlangt, dass nicht mehr die Steuerzahler, sondern die Banken selbst für ihre Risiken haften - und zwar grenzüberschreitend. Deshalb will die EU-Behörde die nationalen Fonds für Bankenabwicklung und Einlagensicherung dazu zwingen, sich im Notfall auf europäischer Ebene gegenseitig Geld zu leihen. Und das ist nur der erste Schritt.

Bild: dapd

Durch die Hintertür zum Geld
Auf den zweiten Blick zeigt sich allerdings, dass die Bankenunion Hebel enthält, mit denen die deutschen Safes aufgebrochen werden können. Sind die Kommissionspläne also nur ein Trick, um die Geldreserven Deutschlands für die Rettung Europas und der gemeinsamen Währung zu mobilisieren? Hierzulande hat das Bundesverfassungsgericht Haftungsgrenzen für den Euro-Schutzschirm ESM gezogen, die nur mit Zustimmung des Bundestags überschritten werden dürfen. Die Bankenunion könnte jedoch Umwege eröffnen, auf denen Geld unkontrolliert aus Deutschland abfließen könnte.

Platz 10: Erste Bank Gruppe

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat ein Ranking der europäischen Banken mit dem besten Risiko-Rendite-Profil erstellt. Dazu wurde die absolute Rendite durch die Volatilität beziehungsweise durch die Kursschwankungen geteilt (risikoadjustierte Rendite) – und das über den Zeitraum der vergangenen zehn Jahre.

Die beste und einzige Bank in der Rangliste aus dem deutschen Sprachraum ist die österreichische Erste Bank. Die Bank ist das Leitinstitut der österreichischen Sparkassen und das älteste bestehende Kreditinstitut des Landes. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hatte die Bank eine risikoadjustierte Rendite von 0,43 Prozent.

Bild: AP

So wird die zentrale Bankenaufsicht als Bedingung dafür gesehen, dass der ESM seine Mittel auch direkt als Hilfen an kriselnde Institute auszahlen darf. Bislang müssen Euro-Staaten Kredite beantragen, wenn sie ihren maroden Banken nicht aus eigener Kraft helfen können. Die Direktbetankung des Finanzsektors durch den ESM dürfte das Haftungsrisiko für Deutschland erhöhen.

Vorgetäuschte Sicherheit

Bei der zentralen Einlagensicherung betont EU-Kommissionschef Barroso, dass er es nicht auf das Geld der deutschen Sparer abgesehen habe. Das ist richtig, allerdings schielt er stattdessen auf die Mittel, die deutsche Banken aufgebaut haben, um die Konten ihrer Kunden notfalls vor Pleiten zu schützen. Das Sicherungsniveau soll über die europäischen Grenzen hinweg dadurch nivelliert werden, dass die nationalen Notgroschen in einen zentralen Topf kommen. Alle Sparer sollen sich gleich sicher fühlen, lautet das Motto.

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Aus deutscher Sicht würde die Sicherheit jedoch nicht steigen, sondern sinken. Wenn über einen zentralen Einlagensicherungsfonds irgendwann die Sparer zusammenbrechender spanischer oder griechischer Banken entschädigt werden müssten, wäre das Löschwasser verbraucht und könnte bei Bränden im hiesigen Bankensystem nicht mehr eingesetzt werden.
Dann müsste die Bundeskanzlerin ihr Versprechen aus der Finanzkrise einhalten, für die Sicherheit der deutschen Spareinlagen einzustehen. Für die hiesigen Sparer wäre das ein Nullsummenspiel, denn die Garantie ihrer Konten müssten sie mit höheren Steuern erkaufen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.09.2012, 11:22 Uhrsteuerhilfe.net

    Natürlich will Goldman Sachs Mitarbeiter Draghi im Nebenjob Chef der BadBank EZB, zusammen mit der Hochfinanz an das Vermögen des deutschen Sparers bzw. des deutschen Staates, und unsere unfähige Politikerkaste wird es auch zulassen.
    Alles andere wäre eine Überraschung.

  • 23.09.2012, 00:48 Uhrsuchtgrueblerxy

    die EU hat anscheinend immer noch keine klar definierte Meinung, was systemische Banken sind. Spanische Sparkassen und Banken sind systemische Banken, wenn sie 80 Milliarden Sanierungskapital benötigen. Spanische Sparkassen haben auch nicht nur regional gearbeitet, wenn sie sich – wie es zu sein scheint – die Refinanzierung ihrer Geschäfte im AUSLAND besorgt haben. Systemisch sind sie auch aus dem Grund geworden, weil sie mit dem Volumen ihres Geschäftes weit über finanziell tragbare Grenzen hinausgeschossen sind. Den Missstand in Spanien hätte die spanische Regulierung erkennen können und verhindern müssen.

  • 20.09.2012, 20:01 Uhrallesverloren

    Wir brauchen ein Trennbanken-System, bei der Pleite-Banken auch pleite gehen. Dann brauchen wir auch keine Banken-Union.

    Die Banken-Union dient dazu, Pleite-Banken mit deutschen Einlagen zu "retten". Das ist geplanter Betrug. Die Politiker, Aufseher, EZB, etc. wissen das. Der deutsche Wähler sollte es auch wissen. Wenn nicht, dann hat er Pech gehabt.

    Man braucht auch kein BVG, um zu sehen, dass Deutschland ausgeplündert wird. Der Wähler soll seine Augen aufmachen und seine Abgeordneten Dampf machen.

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