Weinbau: EU-Expansionspläne bedrohen deutsche Winzer

exklusivWeinbau: EU-Expansionspläne bedrohen deutsche Winzer

von Cordula Tutt

Unter Deutschlands Winzern gärt es. Denn EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will den Weinbau in der EU ausweiten.

Kurz vor dem Jahreswechsel präsentierte eine Expertengruppe das Gutachten, das der Rumäne in Auftrag gegeben hatte. Sie plädiert zum Beispiel für eine Vergrößerung der Anbaufläche – um möglicherweise bis zu vier oder fünf Prozent jährlich. Baden-Württembergs grüner Verbraucherminister Alexander Bonde kündigt Widerstand an: „Wir sehen die Vorschläge äußerst kritisch.“ Würden sie umgesetzt, hätten Winzer im Südwesten, die Trollinger, Spätburgunder oder Riesling in Steillagen per Hand ernteten, keine Chance mehr.

Bisher ist der Weinbau in der EU auf bestimmte Regionen und Lagen beschränkt. Zwar hat sich der Ministerrat im Grundsatz für eine Ausweitung entschieden, damit europäische Winzer etwa mehr in Wachstumsregionen wie Indien oder China exportieren können. Aber angesichts des aufkeimenden Protests ist zweifelhaft, ob Ciolos daran festhält. Jetzt sollen die EU-Parlamentarier die Vorschläge aufnehmen. Traditionelle Winzer fürchten die Konkurrenz auf neuen Flächen.

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„Wenn man bei uns in spürbarem Maß Flächen freigibt, dann sind die Steillagen stark gefährdet“, sagt Bonde. „Dann kann man auch auf einem Acker in Mecklenburg-Vorpommern Winzer sein.“ Dort sei die Qualität schlechter, aber der Aufwand viel geringer. Auch Südeuropäer könnten die Preise drücken. „Für die Winzer bei uns geht es um die Existenz“, warnt Bonde. Auch im Bundesagrarministerium sieht man die Liberalisierung kritisch.

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