Weltwirtschaft: Britischer Pyrrhussieg

Weltwirtschaft: Britischer Pyrrhussieg

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Die Briten gehen auf die Straße: Eins der vielen Probleme Großbritanniens sind die Gehälter im öffentlichen Dienst. Sie wurden durch Sparprogramme eingefroren.

von Yvonne Esterházy

Großbritannien droht ein Rückfall in die Rezession. Premierminister David Cameron setzt nun auch noch das positive Rating seines Landes aufs Spiel.

Das Veto des britischen Premiers David Cameron in Brüssel wird Großbritannien nicht nur politisch in Europa isolieren, es drohen unter Umständen auch negative wirtschaftliche Folgen.

Derzeit genießt Großbritannien als Land, das sich außerhalb der Turbulenzen in der Euro-Zone befindet, bei den Anlegern den Status eines sicheren Hafens; seine zehnjährigen Anleihen erfreuen sich trotz hoher Inflation und schwacher Wirtschaftsentwicklung großer Beliebtheit. Großbritannien profitiert auch davon, dass die Ratingagenturen den drakonischen Sparkurs der britischen Koalitionsregierung mit der Bestnote Triple-A bewerten.

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Doch sollten sich die Hinweise verdichten, dass die Spannungen zwischen den Konservativen und Liberaldemokraten das Regierungsbündnis sprengen könnten, dürfte auch die Nervosität der Finanzmärkte zunehmen – diese werden sich dann daran erinnern, dass das Vereinigte Königreich ein Haushaltsdefizit hat, das dem anderer europäischer Sorgenkinder gleicht.

Deshalb spielt Cameron mit dem Feuer, wenn er die Liberaldemokraten, die als europafreundlichste Partei Großbritanniens gelten und sich seinem europaskeptischen Kurs bisher zähneknirschend unterordneten, weiter mit seinem antieuropäischen Konfrontationskurs provoziert.

Probleme eines Königreichs

Ohnehin hat Großbritannien riesige Probleme. Die Arbeitslosenquote liegt mit 8,3 Prozent auf dem höchsten Stand seit 17 Jahren, die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 22 Prozent. Die Wirtschaft wächst seit einem Jahr kaum mehr, der Sparkurs droht die Konjunktur endgültig abzuwürgen.

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Noch im Juni hatte Finanzminister George Osborne erwartet, die britische Wirtschaft werde dieses Jahr um 2,3 Prozent zulegen, im November musste er einräumen, dass es wohl nur 0,9 Prozent und 2012 gar nur 0,7 Prozent werden dürften.

Nach Schätzung einiger Volkswirte befindet sich Großbritannien schon wieder in der Rezession. Der Finanzminister selbst musste einräumen, dass der Plan, das bei Amtsantritt vorgefundene Haushaltsdefizit von 11,2 Prozent bis 2015 auf 3,0 Prozent zu drücken, sich nicht einhalten lassen wird – es wird also weiter gespart.

Darunter leiden viele Briten: Im öffentlichen Dienst wurden die Gehälter eingefroren, auch im privaten Sektor steigen sie kaum noch – gleichzeitig nimmt die Inflation zu: Im September stieg sie mit 5,2 Prozent auf den höchsten Stand seit 1997, inzwischen hat sie sich wieder etwas verlangsamt, liegt aber dennoch mehr als doppelt so hoch wie die von der Bank of England anvisierten zwei Prozent.

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