Weltwirtschaftsforum: Davos-Teilnehmer haben Angst um Frankreich

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Weltwirtschaftsforum: Davos-Teilnehmer haben Angst um Frankreich

von Tim Rahmann

François Hollande ist nicht in Davos, trotzdem sprechen fast alle über den französischen Präsidenten und dessen wirtschaftsfeindliche Politik. Ökonomen und Wirtschaftsbosse fürchten einhellig, dass Frankreich auf den Abgrund zusteuert.

Die Nachricht aus Frankreich machte in Davos schneller die Runde, als ein Skifahrer das Jakobshorn herunterrasen kann: Die französische Fondsgesellschaft „Carmignac Gestion“ verlegt einen Teil ihrer Fondsverwaltung aus Steuergründen nach Luxemburg. „Wir müssen Talente gewinnen und sie gut bezahlen, das Umfeld ist dafür in Frankreich nicht sehr günstig“, so der Generaldirektor Eric Helderlé. Unter den Gästen des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Nobel-Ski-Ort Davos ist die Erklärung nur all zu gut nachvollziehbar.

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Großinvestor George Soros bei einer Pressekonferenz in Davos. Quelle: dapd

„Frankreich macht eine verheerende Wirtschaftspolitik. Es war nur eine Frage von Wochen, ehe der Exodus von Unternehmen, Anlegern und Kapital aus Frankreich endgültig Fahrt aufnimmt“, kommentiert ein deutscher Spitzenmanager im Hintergrundgespräch mit WirtschaftsWoche Online. „Das Land wird zum größten Sorgenkind in Europa.“

Die Wirtschaftsbosse in Davos kritisieren gleich eine ganz Reihe an Verfehlungen des Präsidenten François Hollande. Die Einführung der Reichensteuer gehört natürlich dazu, aber auch die Ankündigung, Konzerne zu verstaatlichen, sollten sie Arbeitsplätze abbauen – wie konkret im Fall eines Stahlwerks von „ArcelorMittal“ in Lothringen. „In diesem Umfeld investiert kein Unternehmer“, so ein ehemaliger Dax-Konzernchef.

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Eine Massenflucht der Unternehmen ist das letzte, was Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, gebrauchen kann. Über drei Millionen Franzosen sind bereits arbeitslos, das sind mehr als zehn Prozent aller Bürger im erwerbsfähigen Alter. Bei den Jung-Erwachsenen ist gar jeder vierte ohne Job. Die französische Volkswirtschaft wächst nur noch minimal, doch selbst damit könnte im neuen Jahr Schluss sein. Glaubt man den Prognosen, steuert das Land geradewegs auf einen Abschwung zu.

„Nach Italien und Spanien wird auch Frankreich in die Rezession rutschen“, glaubt Fondsmanager Frédéric Leroux. Ein Szenario, das nicht nur für Frankreich, sondern auch für Deutschland böse Folgen haben könnte.

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