Wirtschaftliche Erholung unbeständig: Europa kriecht aus der Krise

kolumneWirtschaftliche Erholung unbeständig: Europa kriecht aus der Krise

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Lautstark protestieren Demonstranten in Athen, Griechenland, gegen den Reformkurs der Regierung

Kolumne

Die Rezession in der Euro-Zone scheint beendet, doch die wirtschaftliche Erholung steht noch auf wackligem Fundament. Jetzt ist die Politik am Zug: Nötig sind eine Stabilisierung des Bankensektors, ein nachhaltiger Schuldenabbau und weitere Strukturreformen auf den Arbeits- und Gütermärkten.

Ist die Krise endlich beendet? Die konjunkturelle Lage in Europa hat sich zuletzt aufgehellt; die Euro-Zone konnte – zumindest im Aggregat – im zweiten Quartal 2013 die Rezession hinter sich lassen. Geschäfts- und Stimmungsindikatoren zeigen wieder nach oben.

Eckhard Wurzel

Eckhard Wurzel, 56, ist Referatsleiter für das Euro-Gebiet und die Europäische Union bei der OECD in Paris.

Doch Vorsicht: Die besseren Daten dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirtschaftsergebnisse in Europa höchst ungleichmäßig sind. In den Krisenländern Griechenland und Spanien liegt die Arbeitslosenquote noch immer über 25 Prozent. Und in vielen Staaten besteht nach wie vor erheblicher Restrukturierungsbedarf, damit Wachstum und Beschäftigung wieder nachhaltig steigen können. Handeln muss die Politik vor allem in vier zentralen Bereichen:

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Bankbilanzen stärken

Nachhaltiges Wachstum setzt die volle Funktionsfähigkeit des Bankensystems voraus. Ein erheblicher – und nach wie vor wachsender – Teil der Kredite europäischer Banken ist notleidend. Das wahre Ausmaß des Problems dürfte größer sein, als die verfügbaren Zahlen anzeigen. Zwar verbessert sich die Kapitalausstattung der Banken, sie ist aber vielfach noch unterentwickelt. Insbesondere zeigen dies sogenannte Leverage-Quotienten, welche die Fähigkeit von Banken gut widerspiegeln, Risiken zu absorbieren. Eine schwache Kapitalisierung vermindert die Kapazität der Banken, unvorhergesehene Schocks abzufedern, reduziert das Kreditangebot und erhöht die Kreditkosten.

Wachstumsrate in ausgewählten EU-Staaten

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Es ist essenziell, die für 2014 vorgesehenen Prüfungen der Bankbilanzen und Stresstests so streng durchzuführen, dass sie Klarheit über die Verfassung der Banken schaffen. Auf Basis der Testergebnisse dürfen nur ausreichend kapitalisierte Banken im Geschäft bleiben. Kreditinstitute, deren Kapitalisierung nicht ausreicht, müssen rekapitalisiert oder restrukturiert werden.

Die USA haben – anders als Europa – die Bereinigung der Bankbilanzen nach der Krise frühzeitig und mit Nachdruck durchgeführt. Dies dürfte mit dazu beigetragen haben, dass die Wirtschaftsentwicklung jenseits des Atlantiks nun dynamischer verläuft als im Euro-Gebiet. Europa muss nachziehen, zumal das Bankensystem hier eine größere Bedeutung für die Unternehmensfinanzierung hat.

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