Wirtschaftswissenschaftler: Nach einem Grexit wird Griechenland zum Argentinien Europas

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Griechenland braucht Geld, die Geldgeber wollen Reformen sehen. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die Verhandlungen zwischen Athen und den Europartnern.

Ein möglicher Austritt Athens aus dem Euro und eine abgewertete neue Währung würden nach Ansicht der Wirtschaftswissenschaftler Aristos Doxiadis und Karl-Heinz Paqué nicht zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, sondern lediglich zur Verarmung der griechischen Bevölkerung führen.

„Für Jahre oder gar Jahrzehnte würde Griechenland zum Argentinien Europas. Die Leistungsträger würden in Massen abwandern“, schreibt der griechische Ökonom Doxiadis gemeinsam mit seinem Kollegen Paqué, der auch Vize-Chef der Friedrich-Naumann-Stiftung ist, in einem Beitrag für die WirtschaftsWoche. Die Lohnkosten seien im Zuge des fünfjährigen Stabilisierungsprogramms seit 2010 schon um fast 30 Prozent gesunken. „Das ist ziemlich genau jene Größenordnung, die Ende des letzten Jahrzehnts als Kostenblase für Griechenland diagnostiziert wurde“. Bei den Löhnen und Einkommen sei der harte Teil der Arbeit längst erledigt, urteilen die Autoren. „Heute geht es vor allem um institutionelle Reformen sowie politische Stabilität, um die Wachstumskräfte zu stärken.“

Griechenland Gabriel rügt Athen für "dumme" Debatte um Reparationen

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat die Forderung nach deutschen Reparationszahlungen an Griechenland in Höhe von 278,7 Milliarden Euro zurückgewiesen. Das bringe die Stabilisierung Griechenlands „keinen Millimeter voran.“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei einer Diskussionsveranstaltung in Berlin. Quelle: dpa

Eine vernünftige Lösung für Griechenland liege in und nicht außerhalb der Euro-Zone. Neben dem hohen Bildungsstand sei auch das unternehmerische Talent der die griechische Wirtschaft prägenden kleinen und mittleren Firmen gegeben. „Die zentrale Wachstumsbremse liegt in dem Abschotten von Märkten durch eine überbordende Bürokratie, die sich in alles einmischt und jede Initiative tötet. Sie muss gezähmt werden.“ Zudem seien Verbesserungen im Gerichtswesen und in der Steuerverwaltung dringend geboten. „Ein groß angelegtes Programm der Entbürokratisierung und Marktöffnung könnte helfen, möglichst flankiert von einer gezielten Kreditvergabe der Europäischen Investitionsbank für innovative Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen zur Eroberung von Exportmärkten“, schreiben Doxiadis und Paqué weiter. Der Traum mancher Syriza-Linken von einer sozialistischen Staatswirtschaft müsse ebenso wie der gebetsmühlenartige Ruf nach einer massiven Entschuldung ad acta gelegt werden.

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