Wolfgang Schäuble: "IWF soll sich aus Europa zurückziehen"

Wolfgang Schäuble: "IWF soll sich aus Europa zurückziehen"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will, dass sich der IWF langfristig wieder auf seine Kernaufgaben konzentriert. Europa dauerhaft zu unterstützen, gehöre nicht dazu.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich langfristig für einen Rückzug des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus seinem Engagement in der Euro-Krise ausgesprochen. Der IWF sei nicht gegründet worden, „um dauerhaft Europa unter die Arme zu greifen“, sagte Schäuble der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er gehe davon aus, dass der IWF sich nach Abschluss der Rettungsprogramme in der Eurozone wieder auf seine Kernaufgaben konzentrieren werde. Die Beteiligung des Währungsfonds an der Griechenland-„Troika“ sei allerdings richtig. „Keine andere Institution hat eine solche Expertise bei Staatsschuldenproblemen und Reformprogrammen.“

Schuldenkrise ESM-Chef will IWF aus Troika schmeißen

Der ESM-Chef Klaus Regling hat den IWF wegen dessen Einschätzung der bisherigen Griechenland-Hilfe scharf angegriffen. Langfristig will er den IWF aus der Troika verbannen.

EZB-Präsident Mario Draghi unterhält sich mit ESM-Chef Klaus Regling. Letzterer hat den IWF scharf angegriffen. Quelle: AP

Ähnlich hatte sich bereits der Chef des Euro-Krisenfonds ESM, der Deutsche Klaus Regling, geäußert und gleichzeitig den IWF für seine jüngste Einschätzung der bisherigen Griechenland-Hilfen kritisiert. Der Währungsfonds hatte in einer Zwischenbilanz zugestanden, dass die Erwartungen zur Wirkung des ersten Hilfsprogramms im Frühjahr 2010 viel zu optimistisch gewesen seien.

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Auch EU-Kommissionschef José Manuel Barroso hatte vor Journalisten in Brüssel erklärt, dass es in der EU und der Euro-Zone ausreichende technische und finanzielle Ressourcen gebe, um Rettungsprogramme in Zukunft auch selbst zu stemmen. Die Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) solle bei den laufenden Hilfsprogrammen aber bestehen bleiben.

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Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International Deutschland forderte indes von der Bundesregierung, dass alle Beschlüsse der Troika mit einer schriftlichen Begründung versehen und veröffentlicht werden. Das beschloss Transparency am Wochenende auf einer Mitgliederversammlung in Berlin.

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