Zahlungsunfähigkeit im Oktober: Slowenien vor der Staatspleite

Zahlungsunfähigkeit im Oktober: Slowenien vor der Staatspleite

Sloweniens Schulden steigen sprunghaft in die Höhe. Damit wird das Land Kandidat für den Rettungsschirm. Slowenien droht bereits im Oktober die endgültige Zahlungsunfähigkeit.

Die slowenische Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Investitionen und Verbraucherausgaben seien stark zurückgegangen, teilte das Statistikamt am Freitag. Das Bruttoinlandsprodukt fiel auf Jahressicht um 3,2 Prozent und zum Vorquartal um 1,0 Prozent. Nach Einschätzung von Experten steigt mit dem Wirtschaftseinbruch auch die Gefahr, das Slowenien auf Finanzhilfen zurückgreifen muss.

Wissenswertes über Slowenien

  • Große Berge, kleine Küste

    Das kleine Slowenien hat vier Nachbarn: Österreich, Italien, Ungarn und Kroatien. Trotz seiner relativ kleinen Staatsfläche von gut 20.000 Quadratkilometern ist es sehr vielseitig. Im Norden ist die Landschaft alpin, hier befindet sich auch der höchste Berg: der 2864 Meter hohe Triglav. Im äußersten Südwesten des Landes liegt die nur 46,6 Kilometer lange Adria-Küste.

  • Regierungschefs haben’s schwer

    Seit seiner Unabhängigkeit 1991 hat das Land schon sieben Premierminister verschleißt. Das ergibt eine durchschnittliche Amtszeit von 2,6 Jahren.

  • Achtung, Bären

    In Slowenien lebt eine der größten Populationen des Braunbären in Europa. Es soll zwischen 500 und 700 Exemplare geben.

  • Krieg auf europäischem Boden

    Der Kampf für die Unabhängigkeit Sloweniens 1991, auch bekannt als 10-Tage-Krieg, war der erste Krieg in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Trotz der kurzen Dauer gab es 76 Opfer zu beklagen.

  • Die älteste Flöte der Welt

    Die zumindest 45.000 Jahre alte und in Slowenien gefundene Neandertaler-Flöte ist eines der ältesten Musikinstrumente der Welt.

  • Speisesaal in der Tiefe

    Der Speisessaal des Kohlebergwerks in Velenje, 160 Meter unter der Erdoberfläche, ist der am tiefsten gelegene Speisesaal in Europa. Der Raum ist ungefähr 15 Meter lang, dort gibt es zwölf Tische, an denen 48 Menschen essen können.

  • Höchster Schlot Europas

    In Slowenien befindet sich der höchste Industrieschornstein Europas. Der Schornstein des Wärmekraftwerks in Trbovlje ist 362 Meter hoch. Mit der ungewöhnlichen Höhe wollte man die Luftverschmutzung in niedrigeren Luftschichten verhindern.

  • Todesmutiger Extremsportler

    Der Slowene Davo Karničar ist als Erster vom höchsten Gipfel der Erde, dem Mount Everest, mit Skier hinab gefahren. Karničar war auch der erste Mensch der Welt, der alle höchsten Gipfel auf sieben Kontinenten mit Skiern bezwang.

  • Der älteste Weinstock der Welt

    In Maribor, der zweitgrößten Stadt Sloweniens, wächst der älteste Weinstock der Welt. Obwohl die „Alte Rebe“ über 400 Jahre alt ist, werden aus ihren Trauben alljährlich noch immer 25 Liter Wein der autochthonen Weinsorte Žametovka („Blauer Kölner“) hergestellt.

Dies könne noch im laufenden Jahr passieren, sagte der Analyst Matej Tomazin von der Investmentgesellschaft KD-Skladi. "Trotzdem gibt es immer noch eine Chance, dies zu vermeiden, wenn Slowenien die Reformen und Privatisierungen vorantreibt."

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Sorgen bereitete vor allem der Exportrückgang in Höhe von 0,5 Prozent auf Jahressicht. Slowenien gehört seit 2007 der Euro-Zone an und exportiert mehr als 70 Prozent seiner Produktion - einen Großteil davon in andere EU-Länder. Die schlechten Konjunkturdaten ließen die Ausfallversicherungen auf fünfjährige slowenische Staatsanleihen am Freitag in die Höhe schnellen.

Währungsunion Sloweniens Euro-Alptraum

Das kleine Adria-Land boomte – bis zur Einführung des Euro. Die Gemeinschaftswährung weckte Begehrlichkeiten und verleitete zu Größenwahn. Nun steht das einstige Musterland vor einem Scherbenhaufen.

Quelle: dpa/Montage


Der Generalsekretär der Industrieländerorganisation OECD, Ángel Gurría, forderte Slowenien auf, zunächst das Defizit zu reduzieren. Erst wenn die Märkte nicht reagierten, sollten Hilfen beantragt werden. Jansas Hilferuf ist auch innenpolitisch motiviert, da sich seine Fünf-Parteien-Koalition nicht auf Reformen einigen kann. Seit 2008 verdoppelten sich die Schulden.

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