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Zentralbank: Italienische Verhältnisse bei der EZB

von Malte Fischer

Die EZB schickt sich an, in großem Stil Staatsanleihen zu kaufen. Damit ist der Weg in die Inflationsunion vorgezeichnet.

Griechen, Römer, katholische Kirche und die Renaissance: Italien ist das Land mit den meisten Denkmälern, die unter dem Schutz der Unesco stehen. 47 nationale Monumente listet die Unesco derzeit auf. Mit dabei: der griechische Juno-Tempel von Agrigent, Sizilien.

Bild: AP

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Blauer Himmel, weiße Strände, leckeres Essen und im Hintergrund „Azzuro“ von Adriano Celentano. So oder ähnlich sieht das Italienbild der Deutschen aus. Romantisch verklärt, eingebrannt ins kollektive Gedächtnis durch unzählige Urlaube in dem sonnenverwöhnten Mittelmeerland. Doch das Italien, das die Deutschen seit den Fünfzigerjahren als Urlaubsland so lieben, hat auch eine hässliche Seite. Die zeigte sich vor allem in den Siebziger- und Achtzigerjahren, bevor das Land den Euro einführte. Hohe Inflation, klaffende Löcher im Staatshaushalt, eine weiche Währung und niedriges Wirtschaftswachstum hatten das Land damals fest im Griff.

In den nächsten Jahren droht die italienische Krankheit von damals ganz Europa zu befallen. Der Grund: Um den Euro zu retten, schickt sich die Europäische Zentralbank (EZB) unter Leitung von Mario Draghi an, in die Fußstapfen der italienischen Zentralbank Banca d’Italia zu treten – und auch aus der Euro-Zone eine Inflationsunion zu machen. Spätestens nachdem Draghi ankündigte, er werde alles tun, um den Euro zu retten, ist klar: Die Währungshüter werden in großem Stil Staatsanleihen der Krisenländer kaufen, um deren Zinskosten zu senken und ihre Staatshaushalte mit frisch gedrucktem Geld zu finanzieren.

Ganz so, wie es die Banca d’Italia vor dem Euro-Beitritt Italiens jahrzehntelang getan hat. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, fürchtet daher, dass „die Euro-Zone zu einer italienischen Währungsunion wird – mit mehr Inflation, einer weichen Währung und weniger Wachstum“.

Grafik Zinsen
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Ankauf verboten

Der Ankauf von Staatsanleihen ist den Euro-Hütern eigentlich verboten. Aus gutem Grund. Die Geschichte zeigt, dass die Finanzierung von Staaten mit der Notenpresse immer in Inflation mündete. Doch um den Euro zu retten, setzen sich die Frankfurter Notenbanker über alle Rechtsvorschriften und Erfahrungen hinweg. Bereits im Mai 2010 haben sie damit begonnen, Anleihen von Krisenländern zu kaufen. Insgesamt haben sie Staatspapiere im Wert von mehr als 200 Milliarden Euro in ihrer Bilanz angehäuft.

Mit einem Trick erlaubte die EZB der griechischen Regierung zudem, einen Teil ihrer Schulden mit frisch gedrucktem Geld zu tilgen. Dazu gab die Regierung in Athen Anleihen mit einer Laufzeit von drei Monaten über vier Milliarden Euro aus. Griechische Banken kauften die Titel und reichten sie bei der Notenbank in Athen gegen frisch gedrucktes Zentralbankgeld ein.

25 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.09.2012, 19:17 Uhrmathias

    Lieber Fälscher
    Ihre Darstellung ist auch nicht besser, als die Sie beanstanden.

    Gestern ist die Grundlage für Heute und Morgen - so fängt alles
    1945 an, als der Ami sich mit der deutschen Wehrmacht gegen die
    Ostländer verbündet hat.
    Bereits 1969 wurde schon gegen die Schaffung der heutigen EU - €
    gewarnt.
    Trotz besseren Wissens hat Kohl diesen Weg eingeschlagen auf dregen
    der Industrie, die ja bekanntlich seine Schwarzgeldkonten gefüllt
    haben.
    Die EU kann nicht funktionieren, weil die Länder in Europa Ihre
    selbst. aufgeben müssen- aber eine dem. leg. Institution in EU als
    Zentralregierung mit souv. Staaten nicht zustandekommen kann.

    Folglich wollte Saumagen auch kein vereintes Europa, sondern nur den
    euro um den Industriellen neue Absatzmärrkte schaffen, ohne W- Kurs und Einfuhrzöllen.
    Demzufolge wurde auch ein Zentralstaat Jugosl. zerschlagen und daraus
    ein Kriegsgebiet geschaffen.
    Ein vereintes Europa und mitten drin ein Kriegsgebiet, wer an die
    EU glaubt, muss mehr als blöd sein.

  • 01.09.2012, 10:35 UhrBashi49

    Federico, Sie haben Recht. Das ganze System ist krank. Es wurde nicht für die Bevölkerung der Eurostaaten erfunden, sondern für die internationale Großfinanz und Großindustrie. ALLE Bürger in Euroland sind Verlierer, egal ob Griechen, Italiener oder Deutsche.

  • 30.08.2012, 09:18 UhrGeschichtsfaelschung

    @Novaris,
    ein höchst interessanter Beitrag, ähnliches gab's letzten Herbst schon von Baron Philippe de Rothschild, dem französischem Großbankier und Protegé von Nicolas Sarkozy und Christine Lagarde, zu hören. Oder vom Sprachrohr Schanklode Juncker der großherzoglichen Familie des Finanzplatzes Luxembourg. Oder zuletzt von dessen Banken-Coupain Dr. fiscalis Wolfgang Schäuble.
    Die BRD ist ein s o u v e r ä n e r liberaler Verfassungsstaat.
    Als Mann aus dem Volke muss ich Ihnen leider sagen, das Ihr Kommentar jeglicher Logik und Historientreue entbehrt.

    Bekanntlich ist nicht der Euro, also die Einheitswährung das Problem, sondern wie die Währung für andere Zwecke missbraucht wird. Bei Insidern heißt es

    The Euro is a financial tool for siphoning German funds and prosperity.

    Und der Missbrauch lässt sich historisch genau datieren: Es ist der 9./10. Mai 2010, wo mit Gründung der EFSF massiv gegen den Euro-Stabilitätspakt von 1992 Maastricht in Art.125 AEUV betr. 'Keine Vergemeinschaftung von Schulden / No-Bail-out' verstoßen wurde, um Frankreich und seine Großbanken vor dem Bankrott zu 'retten', weil sie sich in Griechenland verzockt hatten. Nach Abstufung dessen Bonität waren die griechischen Papiere in den Pariser Portefeuilles nur noch Finanzschrott.

    Es besteht eine unheilige Allianz von Politik und Großbankern, deshalb gilt das Verbot No-Bail-out zulasten 'des Volkes' für die Allianz als Einheit. Beiden Parteien schieben wie in einer Schmierenkomödie 'für das Volk' den Ball hin und her, wie zuletzt in Spanien.

    Was Sie betreiben, ist nichts anderes als primitive Geschichtsfälschung, um die eingangs genannten verantwortlichen Akteure für die Zerstörung der Euro-Leistungsunion zugunsten einer Schuldenunion zu exkulpieren.

    P.S.: Wieso nennen Sie Art.104b, und nicht die Stabilitätsgaranten Art.125 und hier besonders Art.123 AEUV betr. EZB ?
    Aktuelle Meldung: Frankreich steht übrigens wieder vor dem Bankrott.

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