Zentralbank: Zins-Politik der EZB verpufft

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Zentralbank: Zins-Politik der EZB verpufft

von Anne Kunz

Die EZB wollte den Interbankenmarkt beleben, indem sie den Zins für Übernachteinlagen auf Null senkte. Doch der Plan schlug fehl.

Es schien als wäre sein Plan aufgegangen: EZB-Chef Mario Draghi hatte versucht die Banken zu überlisten, indem er den Zins für Übernachteinlagen auf Null senkte. Die Banken sollten ihre Überschussliquidität untereinander verleihen, statt sie bei der EZB zu horten.

Draghi hatte bei der Leitzinsentscheidung vor etwas mehr als einer Woche bekannt gegeben, dass der den Zins für Zentralbankgeldreserven, die über Nacht bei der EZB gebunkert werden, von 0,25 auf Null Prozent senken werde. Er wollte so den Interbankenmarkt wiederbeleben und die Kreditvergabe an die Realwirtschaft stimulieren. Und tatsächlich: Die Banken gehorchten dem Wunsch Draghis und räumten ihre Sichtguthaben bei der EZB. Die Übernachteinlagen der Geschäftsbanken bei der EZB schrumpften von 808,5 auf 386 Milliarden Euro  - und damit auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten.

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Lang ersehntes Comeback?

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Erlebt der Interbankenmarkt nun sein lang ersehntes Comeback und brauchen die Institute bald keine unbegrenzte Kreditvergabe der EZB mehr? Von wegen. Was wirklich zählt ist Vertrauen. Solange Misstrauen herrscht werden sich die Banken untereinander kein Geld leihen. So nahmen die Banken in Wirklichkeit das EZB Geld, um es auf einem anderen EZB-Konto zu parken.  Sie verschoben ihre überschüssige Liquidität auf das Konto für ihre Mindestreserveanforderungen: Zeitgleich zum Rückgang der Übernachteinlagen stiegen die Guthaben der Banken bei der EZB für ihre Mindestreserveanforderungen von 111,53 auf 479,79 Milliarden Euro.

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