Zum Tod der ehemaligen Premierministerin: Margaret Thatcher - eisern und kompromisslos

Zum Tod der ehemaligen Premierministerin: Margaret Thatcher - eisern und kompromisslos

von Yvonne Esterházy

Wirtschaftsliberalismus, Privatisierung, Deregulierung, die Eindämmung der Macht des Staates, Europaskepsis und kompromisslose Härte sind untrennbar mit Margaret Thatcher verbunden. Dafür wurde die ehemalige britische Premierministerin gleichermaßen bewundert und gehasst.

Als Margaret Thatcher im Mai 1979 zur ersten Premierministerin Großbritanniens gewählt wurde, wählte sie einen versöhnlichen Spruch des Franz von Assisi ("Wo Zwietracht herrscht, lass mich Eintracht bringen") zum Motto ihrer Antrittsrede. Doch kaum ein anderer Politiker hat die Nation so gespalten wie die legendäre "Eiserne Lady". Ihrem Land zwang sie bis zu ihrem Rücktritt im Dezember 1990 eine Reihe unpopulärer Reformen auf und bewahrte es damit vor dem wirtschaftlichen Niedergang, denn als sie antrat galt das angeschlagene Großbritannien allgemein als "kranker Mann Europas". 1979 waren die Briten nach dem Ende des "Empire" und infolge des langen industriellen Abstiegs mutlos und geschwächt. Wenige Jahre später wurde das Königreich dank ihrer durchgreifenden Politik jedoch zum Vorbild für andere Nationen. In Brüssel erkämpfte sie den "Britenrabatt", der den Briten bis heute niedrigere Beiträge zum EU-Haushalt beschert. Zu den geflügelten Worten, die ihr nachgesagt werden, gehörten "No, no, no" , "I want my money back" und "the Lady is not for turning". Damit soll sie ihre kompromisslose Haltung in der Europa- , Wirtschafts- und Sozialpolitik demonstriert haben.

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Drei Amtsperioden lang regierte Margaret Thatcher in der 10, Downing Street, bevor sie im Dezember 1990 von Mitgliedern ihrer eigenen Partei gestürzt wurde. Die Arroganz der Macht, eine unpopuläre Kommunalsteuer, die sie gegen den Widerstand großer Teile der Bevölkerung durchsetzte und die tiefe Spaltung ihrer Tory-Partei im Hinblick auf das britische Verhältnis zu Europa wurden ihr schließlich zum Verhängnis. Jahrelang konnte sie sich mit dem Verlust ihres Amtes nicht abfinden und versuchte ihrem konservativen Nachfolger John Major das Leben schwer zu machen.

In den letzten Jahren litt Thatcher jedoch unter Demenz und hatte sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. 22 Jahre nachdem sie politische Bühne verließ, ist ihr Einfluss auf die Politik in ihrem Heimatland auch nicht mehr so groß wie früher. Dennoch hat vor allem ihre Europapolitik, ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik bleibende Spuren hinterlassen. Und kaum ein anderer Politiker in Großbritannien hat so viel erreicht wie die legendäre Tory-Politikerin, deren Politik auch ihre Nachfolger aus der oppositionellen Labour-Partei prägte und konservativen Politikern in anderen europäischen Staaten zum Vorbild diente.

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