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Kommentar Zypern: Belastungsprobe für den Rettungsschirm

von Bert Losse

Zypern übernimmt am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft – und schlüpft zuvor noch unter den Rettungsschirm.

Einwohner Zyperns feiern den EU-Beitritt (2004) Quelle: dpa
Einwohner Zyperns feiern den EU-Beitritt (2004). Seit Zypern 2008 der Euro-Zone beitrat, haben sich dort zentrale volkswirtschaftliche Rahmendaten verschlechtert Quelle: dpa

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So etwas nennt man wohl schlechtes Timing. Selten hat eine EU-Ratspräsidentschaft unter so ungünstigen Vorzeichen gestanden wie diesmal. Wenn am 1. Juli Zypern die Geschäfte übernimmt, ist das mit rund einer Million Einwohnern zweitkleinste Land der Euro-Zone vor allem mit sich selbst beschäftigt. Mitte Juni stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität Zyperns um zwei Stufen auf Ba3 herunter. Am Montag stellte das Land einen offiziellen Antrag aus Nikosia auf Milliardenkredite aus dem Rettungsfonds EFSF.

Zypern
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Die Lage ist ernst am Mittelmeer: Seit Zypern 2008 der Euro-Zone beitrat, haben sich dort zentrale volkswirtschaftliche Rahmendaten verschlechtert (siehe Grafik). Die Wirtschaft, die 2007 noch um stolze 5,1 Prozent wuchs, dürfte in diesem Jahr schrumpfen. Allein vier Milliarden Euro braucht das Land, um seine angeschlagenen Banken zu rekapitalisieren, die eng mit Griechenland verwoben waren und sind. Allein beim zweitgrößten Kreditinstitut des Landes, der Cyprus Popular, ist kurzfristig eine Finanzlücke von 1,8 Milliarden Euro zu stopfen.

Die Frage ist nur noch, ob die Regierung das Modell Spanien wählt und sich – um Reformauflagen zu entgehen – nur Geld zur Bankenrettung besorgt. Oder ob sich das Land komplett unter den Rettungsschirm begibt, wie es viele EU-Staaten fordern. Dann würden wohl bis zu zehn Milliarden Euro auf die Mittelmeerinsel fließen, was ungefähr der Hälfte des zypriotischen Bruttoinlandsprodukts entspricht.

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Sicher: Im Vergleich zu den Summen, mit denen die europäischen Geberstaaten in Griechenland im Feuer stehen, ist das ein Klacks. Doch der Fall Zypern macht eines schmerzlich klar. Es war eine Illusion, zu glauben, die bloße Existenz von Rettungsschirmen werde dafür sorgen, dass Vertrauen an die Finanzmärkte zurückkehrt, die Banken in ruhigeres Fahrwasser geraten und die Anleihezinsen allerorten bezahlbar bleiben. Die Hoffnung, dass die zinsverbilligten Hilfskredite am Ende gar nicht fließen, hat getrogen. Nach Portugal, Irland, Griechenland und Spanien ist Zypern das fünfte Euro-Land, das sich mit dem Geld der anderen retten lassen muss – aus den PIGS-Staaten wird der ZIGPS-Block.

Mit Italien ist derweil bereits der nächste Kandidat in Sichtweite. Und wenn der neue französische Präsident François Hollande tatsächlich in der Finanzpolitik so unverantwortlich agiert, wie es sich abzeichnet, könnten die Finanzmärkte am Ende sogar Frankreich fallen lassen. Dann wären alle Rettungsschirme Makulatur – und der Euro Vergangenheit.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.06.2012, 21:40 Uhrshadowdancer

    Laßt diese Banken pleite gehen ! Es ist der billigere Weg !

  • 25.06.2012, 19:06 Uhrallesverloren

    Zypern soll man pleite gehen lassen, da nicht systemrelevant. Es ist lediglich eine betrügerische Steueroase, wo alle lupenreinen Demokraten ihr Geld hinbringen.

    Nun rettet die EU auch noch die Mafia.

    Nach Abwicklung des Euros wird die EU die neue Währung einführen.

    Ein Peanut betrug damals50 Mio. €.
    Ein Klacks beträgt 200 Peanuts, also 10 Mrd. €.

    Wir brauchen also nur circa 1000 Klacks und schon hat Deutschland Europa gerettet.

    Ist doch machbar ?

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