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Zypern: Merkel setzt auf Macht- und Sinneswandel in Zypern

von Silke Wettach

Wie in Griechenland will die Kanzlerin auch im Inselstaat einen konservativen Wahlsieger zum Erneuerer aufbauen. Doch bei der Rettung Zyperns drohen erhebliche Komplikationen.

Angela Merkel hofft auf einen Wahlsieg von Nikos Anastasiadis. Quelle: dpa
Angela Merkel hofft auf einen Wahlsieg von Nikos Anastasiadis. Quelle: dpa

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Die staatsmännische Haltung beherrscht Nikos Anastasiadis, 66, schon recht ordentlich. In der Wahlwerbung der konservativen Partei Zyperns (Disy) posiert er mit ernster Miene an einem schweren Schreibtisch, drei Telefone zu seiner Rechten. „Die Krise braucht einen Führer“, heißt es unter dem Bild.

Und seine Chancen stehen gut. Der Jurist führt vor der Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag nicht nur die Meinungsumfragen mit großem Vorsprung an. Er ist auch die erste Wahl für viele europäische Spitzenpolitiker. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der finnische Premier Jyrki Katainen und weitere Spitzenkräfte der Europäischen Volkspartei flogen Mitte Januar eigens ein, um dem Kandidaten im Wahlkampf ihre Unterstützung zuzusichern. „Zypern ist nicht allein“, steht seitdem auf Anastasiadis’ Web-Site.

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Bild: dapd

Hilfe wahrscheinlich

Der bisherige Präsident, der Kommunist Dimitris Christofias, hat das Land innerhalb weniger Jahre heruntergewirtschaftet. Die Schuldenquote stieg während seiner Amtszeit von 58,8 auf fast 90 Prozent, das Wirtschaftswachstum brach von 2,9 Prozent auf minus 3,3 Prozent ein.

Wer mich wählt, so suggeriert nun Anastasiadis, kann mit der Solidarität Europas rechnen. Und das ist nicht einmal übertrieben. Trotz der in Berlin offen geäußerten Zweifel an einem milliardenschweren Rettungsprogramm für den überschuldeten Zwergstaat dürfte die Euro-Zone dem östlichen Mitgliedsland der Währungsunion am Ende die Hilfe nicht versagen.

Merkel denkt an die Wahl

Zuvor sind allerdings gewaltige Probleme aus dem Weg zu räumen. Merkel möchte im Wahljahr den Eindruck vermeiden, leichtfertig Mittel für ein Geldwäscheparadies lockerzumachen. Die Strategie der Kanzlerin lehnt sich an ihr Vorgehen in Griechenland an. Anastasiadis soll der deutschen Öffentlichkeit als Mann des Wandels verkauft werden, wie das 2012 beim griechischen Ministerpräsidenten Samaras passierte. Der hatte sich in der Opposition zwar beständig geweigert, das Reformprogramm in Griechenland mitzutragen. Aber einmal in der Regierung, müht er sich nun, es der Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) recht zu machen.

Bei Anastasiadis verlangt das Berliner Branding nicht einmal eine politische Kehrtwende: Sein Wahlprogramm liest sich wie von deutschen Christdemokraten geschrieben. „Haushaltskonsolidierung und die Schaffung von Wachstum sind keine Ziele, die sich ausschließen“, heißt es da etwa. Auch gegenüber der WirtschaftsWoche verspricht Anastasiadis einen strikten Sparkurs: „Wir streben bis 2016 einen Primärüberschuss von vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts an.“

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.02.2013, 18:07 UhrHaafJohannes

    Immer größere Schuldenberge durch Vergemeinschaftung der Schulden werden die Probleme nicht lösen. Die verstrichene Zeit wird nur die folgende Explosion um so größer machen. Denn irgend wann müssen die Schulden reduziert werden, das trifft dann alle Europäer, nur die Reichen werden ihr Geld außerhalb von Europa in Sicherheit gebracht haben. Wir brauchen dringend eine Wahlalternative (www.wa2013.de), damit wirklich die haften, die ein Risiko eingegangen sind, und nicht unschuldige Eurobürger in Geiselhaft genommen werden. Die bisherige Politik hat weder Erwerbslosigkeit in Europa vermindert noch die Wettbewerbsfähigkeit hergestellt. Nur der gemeinsam Schuldenberg ist gewachsen und die sogenannten Eu-Eliten bedienen sich weiterhin selbstbewusst in Macht und Pfründen. Haftung übernimmt keiner, aber folgende Genrerationen werden die Lasten tragen müssen.

  • 17.02.2013, 12:50 UhrSuper-Angie

    Margit@

    Der Spuk ist erst vorbei, wenn der Deutsche Staat pleite ist.Und nicht vorbereiteten die Bürger der Mittelschicht enteignet wurden mittels Kapitalverkehrskontrollen; siehe jetzt in Frankreich.
    Nach vollbrachter Arbeit seilt sich die pummelige FDJ-lerin in das Land Ihrer Auftraggeber ab und lässt sich dort in einer Wohnanlage gut bewachen; natürlich mit einer Riesen-Pensia von Ihrem Wahlvolk und einer Riesenpensia von Ihren Auuftraggebern Ihres Wahllandes + der vielen privaten Zuwendungen aus der internationalen Industrie.

    Verrätertum ist heute international geworden.

  • 16.02.2013, 18:15 UhrMargrit

    Ich stelle also fest nach Lesen des Artikels, dass Merkel nun auch in Zypern bestimmen will, wer dort in Zukunft regiert.
    Ja klar, als zuküntige große Staatsratsvorsitzende vom Zentralsstaat Europa hat sie natürlich das Sagen
    Mein Gott, welche Journalisten finden endlich die Akte dieser Frau? Damit der DDR-Spuk endlich ein Ende hat

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