Zypern: Verwandte von Anastasiades sollen Millionen außer Landes geschaffen haben

Zypern: Verwandte von Anastasiades sollen Millionen außer Landes geschaffen haben

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Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades bestreitet die Vorwürfe, vor dem Gipfel der Euro-Gruppe am 15. März von der Zwangsabgabe gewusst zu haben.

Zyprischen Medienberichten zufolge hat die Familie des Präsidenten ihr Millionenvermögen auf Konten in England gerettet - noch bevor die Euro-Gruppe sich zum ersten Mal auf eine Zwangsabgabe einigte.

Die Verwandten des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis sollen vor Verhängung der Zwangsabgabe 21 Millionen Euro auf Bankkonten in England transferiert haben. Die Familie soll drei Tage vor der Sitzung der Euro-Gruppe am 15. März fünf Checks der zypriotischen Laiki Bank auf ein Konto der Barclays Bank in London und ein Teil auf ein Konto der Londoner Filiale der Bank of Cyprus überwiesen haben, wie die Wienerzeitung berichtet. Das österreichische Blatt beruft sich dabei auf die zyprische Zeitung "Charavgi", die in ihrer Sonntagsausgabe ausführlich über den Geldtransfer berichtet hat. "Charavgi" veröffentlichte demnach auch die entsprechenden Bankbelege.

Demnach soll die "Anti Loutsios and Sons Ltd." das Geld außer Landes geschafft haben, noch bevor die Zwangsabgabe auf dem Krisengipfel beschlossen wurde. Die Firma hat die Berichte bestritten. Der zyprische Präsident ist indirekt mit dem Eigentümer des Unternehmens verwandt. Eine der beiden Töchter Anastasiades ist mit dem Sohn des Eigentümers von "Anti Loutsios and Sons Ltd." verheiratet.

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Anastasiades soll von der Bankabgabe laut dem zyprischen Finanzminister Michalis Sarris vorab gewusst haben. Doch der Präsident Zyperns bestreitet dies. Genauso wie er die Medienberichte zur Millionen-Rettung seiner Verwandten zurückgewiesen hat. Stattdessen hat Anastasiades eine vollständige Untersuchung aller vermeintlichen Korruptionsfälle angekündigt.

Staatsanwaltschaft nimmt Untersuchung auf

Diese soll am Dienstag beginnen. Die Staatsanwaltschaft auf Zypern wird sich dann mit möglichen Verfehlungen der Politiker und Banken am Dienstag befassen. Sie will Vorwürfe prüfen, wonach Politiker und Unternehmer Kredite von zyprischen Banken erhalten und diese nur zum Teil oder gar nicht zurückgezahlt haben sollen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur dpa am Montag: „Uns steht viel Arbeit bevor.“

Außerdem soll eine aus Richtern zusammengesetzte Kommission Gerüchten nachgehen, denen zufolge Insider kurz vor der mehrtägigen Bankenschließung große Summen von ihren Konten abgehoben haben sollen. Das Parlament hatte die Bildung dieser Kommission beschlossen. Staatspräsident Anastasiades hat nun gesagt, dass er die Kommission bieten würde, den Fall seiner Verwandten mit der gleichen Achtsamkeit für die anderen Fälle zu prüfen.

Vergangene Woche hatten eine griechische Boulevardzeitung und ein griechisches Internet-Nachrichtenportal eine Liste mit Namen von Politikern veröffentlicht, die zwischen 2007 und 2012 Darlehen von den zwei in Schieflage geratenen Banken Bank of Cyprus und Laiki Bank erhalten haben sollen. Die griechische Presse berichtete nun zudem, zyprische und andere europäische Unternehmen hätten vor der Bankenschließung rund 700 Millionen Euro aus Zypern ins Ausland überwiesen.

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