Geschäftsklima: Stimmung steigt stärker als erwartet

Geschäftsklima: Stimmung steigt stärker als erwartet

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Ein Arbeiter prüft am Donnerstag (19.11.2009) an einer der weltweit modernsten Maschinen zur Herstellung von Banknotenpapier im sächsischen Königstein (Sächsische Schweiz) eine Rolle Banknotenpapier. Das Stimmung in der Wirtschaft ist optimistisch.

von Mark Fehr

Die Stimmung deutscher Unternehmer besserte sich im November deutlich. Der Geschäftsklimaindex des Münchener ifo Instituts stieg von revidiert 92,0 auf 93,9 Punkte. Damit hellte sich das Konjunkturklima in Deutschland stärker auf als von Experten erwartet.

Der ifo Konjunkturtest bestätigt damit den vorsichtigen Optimismus, mit dem deutsche Unternehmer in das nächste Jahr blicken. Nach einer gestern veröffentlichten Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), geht gut ein Drittel der etwa 1800 befragten deutschen Unternehmen davon aus, 2010 wieder mehr zu produzieren.

Die Ökonomen des ifo Instituts ermitteln monatlich bei 7000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Bau deren Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage sowie die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr. Mit dem Stimmungsplus im November stieg das Konjunkturbarometer der Münchener Wirtschaftsforscher zum achten Mal in Folge. „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich weiter aus der Krise“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

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Wirtschaftsweise optimistisch

Bestärkt durch das kräftig gestiegene Geschäftsklima, erwarten Konjunkturexperten im vierten Quartal 2009 nun eine ähnlich starke Wachstumserholung wie im Vorquartal. Für das dritte Viertel dieses Jahres bestätigte das Statistische Bundesamt heute seine Wachstumsschätzung von Mitte November.

Demnach legte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September 2009 im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent zu. Nach den starken Einbrüchen des Winterhalbjahrs 2008/2009 erhole sich die deutsche Wirtschaft weiter, kommentieren die Statistiker.

Die konjunkturelle Erholung dämpft den Wachstumseinbruch, den die Wirtschaft für das Gesamtjahr 2009 verbuchen muss. Während die Frühjahrsprognosen noch vor einem Minus von sechs Prozent warnten, wird die Wirtschaft aktuellen Prognosen zu Folge in diesem Jahr um vier bis fünf Prozent schrumpfen.

Konsumenten bremsen

Für 2010 haben sich die Wachstumsaussichten ebenfalls gebessert.

In ihrem Herbstgutachten vom Oktober heben die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute ihre Prognose des realen BIP-Wachstums von 0,5 auf 1,2 Prozent an. Die Bundesregierung hat sich dieser Einschätzung angeschlossen. Noch optimistischer blickt der Sachverständigenrat ins nächste Jahr. Die Wirtschaftsweisen rechnen mit einem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung um 1,6 Prozent.

Die jüngsten Hoffnungssignale sind vor allem den staatlichen Konjunkturprogrammen sowie der Erholung des für Deutschland wichtigen Exportsektors zu verdanken. Der private Konsum bremst dagegen nach Auslaufen der Abwrackprämie das Wachstum.

Mit Spannung erwartet wird daher der Konsumklimaindex der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung GfK. Dieser kletterte in den zurückliegenden Monaten auf sehr hohem Nivea, gab im November allerdings erstmals wieder nach. Morgen veröffentlicht die GfK ihre Prognose des Konsumklimas für Dezember. Diese wird zeigen, ob der Handel im wichtigen Weihnachtsgeschäft auf die deutschen Verbraucher zählen kann.

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