Ifo-Index: Deutsche Konjunktur straft Pessimisten Lügen

Ifo-Index: Deutsche Konjunktur straft Pessimisten Lügen

, aktualisiert 24. November 2011, 13:04 Uhr
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Ein Mechaniker überprüft in Oberhausen beim Turbinenhersteller MAN-Turbo die Schaufeln einer Turbine: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich auf.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich trotz Euro-Schuldenkrise leicht gebessert. Besonders überraschend: Die Unternehmen blicken wieder optimistisch in die Zukunft. Volkswirte sind dennoch skeptisch.

MünchenTrotz Schuldenkrise und Rezessionssorgen in der Euro-Zone hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen im November überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 106,6 Zähler von 106,4 Punkten im Vormonat, teilte das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mit. Zuvor hatte sich die Stimmung vier Monate in Folge eingetrübt.

Analysten hatten im Schnitt mit einem weiteren Rückgang auf 105,1 Zähler gerechnet. „Der leichte Anstieg resultiert aus geringfügig weniger skeptischen Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage ist den Firmenangaben zufolge unverändert positiv. Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

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Die rund 7000 befragten Manager beurteilten die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate besser und schätzten die aktuelle Lage unverändert ein. Das Barometer für die Erwartungen stieg auf 97,3 Zähler, das für die Lage verharrte bei 116,7 Punkten.

Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorhersagt.

Die Verbraucher hatten der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal zu deutlich mehr Wachstum verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,5 Prozent zum Vorquartal zu. Die Bundesbank warnte jedoch bereits, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten in schwieriges Fahrwasser geraten könnte. Die schwächere Auslandsnachfrage und die Nervosität an den Finanzmärkten bildeten ein gefährliches Gemisch.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Wirtschaftsleistung am Jahresende stagniert. Eine Rezession befürchtet sie aber nicht. Für 2012 sagt sie ein Wachstum von 1,0 Prozent voraus, für das zu Ende gehende Jahr werden 2,9 Prozent prognostiziert.


Volkswirte mahnen zur Vorsicht

„Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der leichte Anstieg resultiere aus geringfügig weniger skeptischen Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage der Firmen sei unverändert positiv.

Für den deutschen Arbeitsmarkt droht dem Ifo-Institut zufolge keine Gefahr. „Die Beschäftigungssituation bleibt weiterhin gut. Das zeigen auch die heutigen neuen Pläne der Firmen hinsichtlich der Beschäftigung“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Gernot Nerb dem Nachrichtensender n-tv. Daher werde der Konsum auch im kommenden Jahr die Konjunktur stützen.

Volkswirte sehen die Ifo-Zahlen skeptisch. Im richtungsweisenden Kern der deutschen Wirtschaft, dem Verarbeitenden Gewerbe, habe sich das Geschäftsklima erneut verschlechtert, erläuterte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. „Die Staatsschuldenkrise legt sich wie Mehltau auf die Konjunktur“, sagte er. Im Winterhalbjahr dürfte selbst die sehr wettbewerbsfähige deutsche Wirtschaft etwas schrumpfen.

Ähnlich ist die Einschätzung bei der VP-Bank. „Die positiven Werte können aber nicht davon ablenken, dass Deutschland zunehmend in das Fahrwasser der europäischen Peripherie gerät“, sagte Chefökonom Jörg Zeuner. Die Auftragseingänge hätten bereits deutlich nachgelassen. Der Wachstumsmotor der Euro-Zone könne sich der Konjunkturabschwächung nicht entziehen, zu groß seien die wirtschaftlichen Verflechtungen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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