Industrieproduktion: Bei Konjunktur-Rückschlägen nicht den Mut verlieren!

KommentarIndustrieproduktion: Bei Konjunktur-Rückschlägen nicht den Mut verlieren!

von Mark Fehr

Die Nachrichten aus der deutschen Industrie enttäuschen: Im Oktober ist der Güterausstoß des produzierenden Gewerbes preis- und saisonbereinigt um 1,8 Prozent gesunken, meldete das Bundeswirtschaftsministerium. Es handelt sich um vorläufige Daten. Für September verbesserte das Ministerium seine bisherige Zahl allerdings auf 3,1 statt 2,7 Prozent Produktionsplus im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Der Rückgang im Oktober überrascht, denn Volkswirte hatten mit einem weiter wachsenden Industrieoutput gerechnet. Einen unerwarteten Dämpfer kassiert der Wirtschaftssektor auch bei den neuen Aufträgen. Nach sieben Monaten des Anstiegs gingen die Bestellungen bei deutschen Industrieunternehmen preis- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent zurück. Dies folgt ebenfalls aus vorläufigen Daten des Bundeswirtschaftsministeriums. Der Anstieg der September-Aufträge wurde von 0,9 auf 1,3 Prozent nach oben revidiert.

Die deutsche Wirtschaft muss damit vermehrt Rücksetzer von der sich seit Frühjahr abzeichnenden Erholung hinnehmen. Im November beendete etwa der Earlybird-Frühindikator, den die Commerzbank regelmäßig exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt, seinen Höhenflug der Sommer- und Herbstmonate. Commerzbank-Ökonomen halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass dies ein Ende der konjunkturellen Erholung einläutet.

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Pessimistische Konsumenten

Länger anhalten dürfte dagegen die Eintrübung des Konsumklimas. Während sich die deutschen Verbraucher im Sommer und Herbst noch auf einem Stimmungshoch befanden, ging das von der Gesellschaft für Konsumforschung monatlich ermittelte Konsumbarometer im Dezember zum zweiten Mal in Folge zurück. Die wachsende Unsicherheit am Arbeitsmarkt verdirbt potentiellen Geschenkkäufern die Weihnachtsstimmung.

Im November trotzte der Arbeitsmarkt allerdings noch der Krise. Die Bundesagentur für Arbeit meldete 3,215 Millionen Menschen ohne Job – 13.000 weniger als im September. Die von 7,7 auf 7,6 Prozent gesunkene Arbeitslosenquote ist allerdings auch der Kurzarbeit zu verdanken – und einem statistischen Trick: Seit diesem Jahr zählen privat vermittelte Jobsucher nicht mehr zu den offiziell Arbeitslosen.

Noch sollten wir uns von den Rückfällen einzelner Konjunkturindikatoren nicht entmutigen lassen. Es gehört zur Natur einer Krise, dass sich manche Bereiche der Wirtschaft erholen, während andere noch vor den negativen Spätfolgen zittern.

Aufwind bei Chemie und Logistik

So erwarten deutsche Logistikfirmen für die Zukunft wieder gute Geschäfte. Der von der Bundesvereinigung Logistik und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung berechnete Branchenindikator legte im vierten Quartal deutlich zu. Nach dem drastischen Einbruch des vergangenen Winterhalbjahres fällt die Beurteilung der aktuellen Lage allerdings noch verhalten aus.

Auch die für Deutschland wichtige Chemieindustrie blickt nach einem historischen Produktionseinbruch mit vorsichtigem Optimismus ins kommende Jahr. „Es geht jetzt wieder bergauf“, sagte Ulrich Lehner, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie. Seine Mahnung, dass die Erholung von einem niedrigen Niveau aus erfolge, und dass die Krise noch nicht zu den Akten gelegt werden könne, gilt auch für andere Branchen.

Solange jedoch die positiven Signale überwiegen und der allgemeine Erholungstrend anhält, gibt es keinen Grund, am kommenden Aufschwung zu zweifeln.

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