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Konjunktur: Industrie verbucht erneut Auftragsplus

von Dorit Heß Quelle: Handelsblatt Online

Für die deutsche Industrie geht es nach der schweren Rezession weiter aufwärts. Im Juli kletterten die Auftragseingänge den fünften Monat in Folge. Begünstigt wurde das Ergebnis allerdings durch überdurchschnittliche Großaufträge.

Deutschlands Industrie nimmt langsam wieder auf Temperatur. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com
Deutschlands Industrie nimmt langsam wieder auf Temperatur. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com

FRANKFURT.Die deutsche Industrie bleibt auf Erholungskurs. Die Auftragseingänge kletterten im Juli den fünften Monat in Folge und stiegen um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Allerdings wurde das "gute Ergebnis" durch überdurchschnittliche Großaufträge begünstigt, schrieb das Bundeswirtschaftsministerium.

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Besonders gefragt waren Vorleistungsgüter wie Verpackungen und Chemiefasern mit einem Plus von 5,2 Prozent. Bei Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen gab es ein Plus von 3,2 Prozent, obwohl die Nachfrage nach Autos mit dem Auslaufen der Abwrackprämie wieder nachgab. Konsumgüterhersteller verzeichneten dagegen ein Minus von 1,5 Prozent.

Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise waren die Orders monatelang in zum Teil ungekanntem Ausmaß zurückgegangen. Noch immer seien die Kapazitäten der Unternehmen "bei weitem nicht ausgelastet", sagte WestLB-Ökonom Jörg Lüschow. Es sei ein "Wermutstropfen", dass die Unternehmen weiterhin auf riesigen ungenutzten Kapazitäten säßen.

Auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) warnte vor Euphorie. Die Wachstumszahlen des zweiten Quartals seien zwar besser als erwartet. 2009 müsse aber noch "abgefedert" werden, und auch 2010 werde ein schwieriges Jahr.

Ausschlaggebend für das Auftragsplus der Industrie im Juli waren vor allem Großaufträge, die für einen sprunghaften Anstieg der Inlandsnachfrage um 10,3 Prozent sorgten. Die Bestellungen aus dem Ausland, die in den Vormonaten für das Orderplus gesorgt hatten, nahmen dagegen um 2,3 Prozent ab. "Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakets waren auch Mehrausgaben für den Rüstungssektor vorgesehen, die im Juli offenbar erstmals zum Tragen kamen", schlussfolgerten die Konjunkturexperten von HSBC Trinkaus.

Als positive Nachricht werteten es Ökonomen aber, dass der Auftragseingang auch ohne das deutliche Plus bei den Rüstungsgütern zugenommen habe. Auch wenn der Anstieg weitgehend auf Großaufträge zurückzuführen sei, bleibe der Trend bei den Orders "klar noch oben gerichtet", schrieb die Commerzbank. doh

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