Abwärtstrend: IWF warnt vor dauerhafter Wachstumskrise

Abwärtstrend: IWF warnt vor dauerhafter Wachstumskrise

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Das Wachstumspotenzial der Weltwirtschaft wird in naher Zukunft nicht wieder auf das Niveau vor der Finanzkrise von 2008 zurückkehren, warnt der IWF.

Der Ausblick des Internationalen Währungsfonds auf die Weltwirtschaft ist düster: Weltweit seien die Wachstumsraten gedrückt. Nur mithilfe von deutlich intensiveren Maßnahmen sei der Trend umzukehren.

Der IWF warnt vor einer dauerhaften Wachstumskrise in der Welt. Die Wachstumsmöglichkeiten hätten sowohl in den reichen Ländern als auch in aufstrebenden Ländern zuletzt abgenommen und drückten die tatsächlichen Wachstumsraten, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten analytischen Teil des Weltwirtschaftsausblicks des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Um diesen Trend umzukehren, müssten Wachstumsbremsen gelockert werden, etwa durch strukturelle Reformen und Maßnahmen für mehr Innovationen und Produktivität. "Die Erhöhung des Wachstumspotenzials wird in wichtigen Industrie- und Schwellenländern eine Priorität sein müssen", fordert der IWF.

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Weltwirtschaft Die Welt braucht dringend Reformen

Die weltweiten Wachstumsaussichten sind unsicherer geworden. Reformen vor allem für mehr Beschäftigung werden immer notwendiger. Da sind sich Kanzlerin Merkel, IWF-Chefin Lagarde und andere „Chefs“ der Welt einig.

Angela Merkel und Christine Lagarde Quelle: REUTERS

"Es gibt aber noch Raum für Optimismus - der künftige Verlauf beim Wachstumspotenzial ist nicht in Stein gemeißelt", heißt es in der IWF-Studie. Allerdings müsse die Politik handeln. Konkret geht es um Faktoren wie die Alterung der Gesellschaften sowie Investitions-, Produktivitäts- und Arbeitsmarktproblemen, denen sich die Länder mit unterschiedlichen Schwerpunkten stellen müssten.

Auch eine konjunkturstützende Geldpolitik und, wo machbar, Finanzpolitik könnten dabei helfen. Die verbreitete Schwäche bei privaten Investitionen lasse sich am ehesten durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und eine Politik angehen, die auf dauerhaftes Wachstum setzt.

Die zehn wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

  • Platz 10

    Unter den Top 10 der wettbewerbsfähigsten Ländern befinden sich gleich drei skandinavische Staaten. Den Anfang macht Norwegen auf Rang 10. Damit verliert das Land im Vergleich zum Vorjahr vier Plätze. Nahezu unschlagbar ist Norwegen in den Punkten gesellschaftliche Rahmenbedingung, Produktivität und Effizienz, sowie politischer Stabilität. Doch die Steuerlast und die Einkommen sind sehr hoch. Das macht es für Unternehmen in dem Land schwer, konkurrenzfähige Preise zu bieten.

  • Platz 9

    Neu vertreten unter den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt ist Dänemark. Die Skandinavier klettern um drei Plätze nach oben. Das Land weist die geringste soziale Ungleichheit auf (Rang eins beim Gini-Index), kennt das Wort Korruption praktisch nicht (Rang eins) und hat einen äußerst flexiblen Arbeitsmarkt (Rang zwei). Auf der Negativseite steht die hohe Besteuerung von Konsumgütern (Rang 49) und dem Einkommen (Rang 59) .

  • Platz 8

    Auch die Vereinigten Arabischen Emirate verteidigen ihren Platz in den Top 10. Von Platz 16 im Jahr 2012 ging es 2013 und 2014 hoch auf Rang acht. Die Emirate gelten als der Knotenpunkt für Tourismus, Handel und Luftfahrt. Im Ranking punkten die Arabischen Emirate besonders mit den Unternehmenssteuern (Platz eins im weltweiten Vergleich), den Umsatzsteuern (Platz eins), der Einkommenssteuer (Platz eins), den Sozialversicherungsbeiträgen, der Bürokratie und dem Altersdurchschnitt der Gesellschaft. Auch beim Image, der Erfahrung und der Bereitschaft, ausländische Fachkräfte anzuheuern, kann das Land punkten. Mau sieht es dagegen mit der Beschäftigungsrate von Frauen aus.

  • Platz 7

    Kanada festigt den siebten Platz. Das Land gilt wegen seiner Facharbeiter, der politischen Stabilität, dem hohen Bildungslevel, der guten Infrastruktur und dem unternehmerfreundlichen Umfeld als besonders attraktiv für Unternehmen.

  • Platz 6

    Gleich drei Ränge nach oben geht es für Deutschland. Der positive Trend setzt sich damit fort. Berlin belegte im Jahr 2007 noch Rang 16. Besonders gut steht Deutschland unter anderem bei der Jugendarbeitslosigkeit (weltweit Rang fünf), Export (weltweit Rang drei) und der Diversifizierung der Wirtschaftstätigkeit (Rang zwei) da. Auch bei Ausbildung und Lehre (Platz eins), Fortbildungen (Platz zwei), Produktivität der Arbeitskräfte und kleinen und mittelständischen Unternehmen (jeweils Platz eins) macht Deutschland keiner etwas vor. Bei Sozialversicherungsbeiträgen (Rang 54), Arbeitsstunden (Rang 53) oder dem Ausbau von Highspeed-Breitband (Rang 53) kann Deutschland noch etwas lernen.

  • Platz 5

    Schweden kommt in dem internationalen Vergleichsranking als zweitbeste europäische Nation auf einen guten fünften Platz. 2013 hatte es zwar noch für Rang vier gereicht, dennoch ist das nordische Land optimal für den globalen Wettbewerb aufgestellt - ganz anders als etwa 2007, als das Land nur Platz 19 belegte. Besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Management und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist das skandinavische Land unschlagbar. Auch die Produktivität der Firmen und das Finanz-Know-How sind weltspitze.

  • Platz 4

    Um einen Platz nach unten geht es für die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong. 2012 hatte es die chinesische Metropole noch auf Platz eins geschafft. Unternehmen aus aller Welt schätzen Hongkong besonders wegen der attraktiven und wettbewerbsfähigen Besteuerung der Unternehmen, dem wirksamen Rechtssystem, der unternehmerfreundlichen Umgebung, der verlässlichen Infrastruktur und der dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Ganz gut steht Hongkong auch bei der Höhe der Steuersätze für die Bürger, dem Bank- und Finanzsektor sowie den Direktinvestitionen da.

  • Platz 3

    Vom fünften auf den dritte Platz geht in diesem Jahr für Singapur. Das asiatische Land wird von Unternehmen wegen seiner kompetenten Regierung, der verlässlichen Infrastruktur, dem wirksamen Rechtssystem und dem stabilen politischen System sowie seiner Unternehmerfreundlichkeit geschätzt.

  • Platz 2

    Der zweite Platz geht - wie im Vorjahr - an die Schweiz. Der kleine Alpenstaat mit seinen nur rund acht Millionen Einwohnern punktet besonders mit sehr gut ausgebildeten Fachkräften und hohen wissenschaftlichen Standards. Unternehmen aus aller Welt schätzen die politische Stabilität in der Schweiz genauso wie die gut ausgebildeten Arbeitskräfte vor Ort, die hohe Bildung, die herrschenden Steuersätze und die verlässliche Infrastruktur.

  • Platz 1

    Die wirtschaftlich stärkste und wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Zu diesem Ergebnis kommt das IMD World Competitiveness Center in seiner aktuellen Vergleichsstudie. Demnach punktet die US-Amerikaner mit einer dynamische Wirtschaft, qualifizierten Arbeitskräften, den guten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, sowie den starken Fokus auf Forschung und Entwicklung.

Wachstumspotenzial der Industrieländer bescheiden

Schon vor der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 begann nach IWF-Analysen ein ungünstigerer Trend in den Industrieländern beim Potenzialwachstum, das die Wachstumsmöglichkeiten ohne größeren Inflations- oder Deflationsdruck beschreibt. Die Rate dieser Wachstumsmöglichkeiten sackte von etwas unter zwei Prozent in den großen Industrieländern in 2006 und 2007 auf rund eineinhalb Prozent in den Jahren 2013 und 2014 ab. In den Schwellenländern sank sie in dieser Periode um zwei Prozentpunkte.

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Längerfristig rechnet der IWF bei den Industrieländern mit einer leichten Zunahmen beim Potenzialwachstum von jährlich durchschnittlich 1,3 Prozent im Zeitraum 2008 bis 2014 und 1,6 Prozent im der Periode 2015 bis 2020. Das liegt aber deutlich unter den zweieinviertel Prozent, die noch in den Jahren 2001 bis 2007 ermittelt worden waren.

In den Schwellenländer schätzt der IWF, dass das Potenzialwachstum von im Durchschnitt 6,5 Prozent im Jahr in der Periode 2008 bis 2014 auf 5,2 Prozent in 2015 bis 2020 zurückgehen dürfte.

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