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Adam Smith: Smith-Paradoxon

Adam Smith: Urvater der Ökonomie

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Smith-Paradoxon

Um die moralische Urteilsbildung des Menschen zu erklären, entwirft Smith das Konzept des "unparteiischen Beobachters" - eine Rolle, die der Mensch einnimmt, um seine eigenen oder andere Handlungen ethisch zu bewerten. Quelle: dapd
Um die moralische Urteilsbildung des Menschen zu erklären, entwirft Smith das Konzept des "unparteiischen Beobachters" - eine Rolle, die der Mensch einnimmt, um seine eigenen oder andere Handlungen ethisch zu bewerten. Quelle: dapd

1750 erhält der populär gewordene Smith eine Professur für Logik an der Universität Glasgow, ein Jahr später wechselt er auf den besser bezahlten Lehrstuhl für Moralphilosophie. Seine Vorlesungen zu Ethik und politischer Ökonomie kommen an. Schnell verbreitet sich sein Ruf als scharfsinniger Intellektueller; sogar aus Russland sollen Studenten angereist sein, um ihn zu hören.

"Wer sein eigenes Interesse verfolgt, befördert das der Gesamt- gesellschaft häufig wirkungsvoller, als wenn er wirklich beabsichtigt, es zu fördern. Ich habe nie erlebt, dass viel Gutes von denen erreicht wurde, die vorgaben, für das öffentliche Wohl zu handeln."

1759 veröffentlicht er sein erstes großes Werk: Die „Theorie der ethischen Gefühle“, die er im Laufe der Jahre mehrfach ergänzt und erweitert. Smith sieht die menschliche Empathie als Korrektiv zu Eigennutz und Egoismus, also jenen Eigenschaften, die in seinen späteren ökonomischen Schriften eine so zentrale Rolle einnehmen. Er schreibt: „Mag man den Menschen für noch so egoistisch halten, es liegen doch offenbar gewisse Prinzipien in seiner Natur, die ihn dazu bestimmen, an dem Schicksal anderer Anteil zu nehmen, und die ihm selbst die Glückseligkeit dieser anderen zum Bedürfnis machen, obgleich er keinen anderen Vorteil daraus zieht, als das Vergnügen, Zeuge davon zu sein.“

Der "unparteiische Beobachter"

Für Smith ist auch ein eigennütziges Wesen wie der Mensch zur moralischen Urteilsbildung fähig. Er entwirft das Konstrukt eines „unparteiischen Beobachters“, dessen Rolle die Menschen intuitiv einnehmen, um eigene oder fremde Handlungen ethisch bewerten zu können.

Nicht alle Ökonomen hat das freilich überzeugt. Mit Blick auf das divergierende moralphilosophische und ökonomische Welt- und Menschenbild des Schotten ist noch heute in der Literatur vom „Smith-Paradoxon“ die Rede.

1764 gibt Adam Smith seinen Professorenjob überraschend auf und wird Tutor des jungen Herzogs von Buccleugh, den er alsbald auf eine fast dreijährige Reise durch Frankreich und die Schweiz begleitet. Die Bezahlung ist für damalige Verhältnisse enorm, und da es obendrein eine lebenslange Rente von 300 Pfund Sterling jährlich gibt, hat Smith fortan finanziell ausgesorgt.

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