Anleihenkauf-Programm: EZB stößt Ramschanleihen von K+S vorerst nicht ab

Anleihenkauf-Programm: EZB stößt Ramschanleihen von K+S vorerst nicht ab

, aktualisiert 31. Oktober 2016, 18:56 Uhr
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Das Wertpapier-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) soll bis mindestens Ende März 2017 laufen.

Quelle:Handelsblatt Online

Im Zuge ihres Anleihenkauf-Programms hat die EZB Schuldtitel des Düngermittelkonzerns K+S erworben. Die wurden inzwischen allerdings auf „Ramsch“ herabgestuft. Die Währungshüter wollen dennoch an den Papieren festhalten.

FrankfurtDie EZB hält im Zuge ihres billionenschweren Anleihenkauf-Programms auch an Ramschanleihen von Firmen fest. Drei Schuldtitel des Düngemittelkonzerns K+S blieben selbst nach einer Herabstufung auf Ramsch im Besitz der Währungshüter, wie am Montag veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen. Die Euro-Wächter hatten die Papiere erworben, als sie noch das Gütesiegel „Investment Grade“ besaßen. Dieses zeigt Investoren an, dass nur ein geringes Ausfallrisiko besteht. Vor zehn Tagen hatte die Rating-Agentur S&P aber die Bonität der Kasseler Firma wegen trüber Geschäftsaussichten herabgestuft.

Seit Juni sind Anleihen von Firmen mit Sitz in der Euro-Zone Teil des auf 1,74 Billionen Euro angelegten Wertpapier-Kaufprogramms, das noch bis mindestens Ende März 2017 laufen soll. Dabei dürfen die Währungshüter ihren Regularien zufolge nur Investment-Grade-Anleihen aufkaufen. In der Woche bis zum 28. Oktober wurden Unternehmenstitel im Volumen von 1,93 Milliarden Euro erstanden nach 2,09 Milliarden Euro in der Vorwoche, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag mitteilte. Insgesamt wurden seit Juni Firmenbonds im Volumen von 37,82 Milliarden Euro erworben.

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Der größte Teil des Wertpapierkauf-Programms entfällt jedoch auf Staatsanleihen der Euro-Länder. Zuletzt forcierten die Euro-Wächter diese Käufe. In der Woche bis zum 28. Oktober erwarben sie Staatstitel im Volumen von 17,20 Milliarden Euro nach 16,55 Milliarden Euro die Woche zuvor. Damit summieren sich die Staatsanleihen-Käufe mittlerweile auf 1,13 Billionen Euro.

Mit den Transaktionen wollen EZB-Chef Mario Draghi und seine Notenbankkollegen Geldhäuser dazu bewegen, weniger in Anleihen zu investieren. Sie sollen stattdessen mehr Kredite an die Wirtschaft ausreichen, was der Konjunktur zugutekommen und damit auch die aus EZB-Sicht immer noch viel zu tiefe Inflation anheizen soll.

Quelle:  Handelsblatt Online
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