ThemaMittelstand

Arbeitsmarkt: Deutsche Firmen suchen kaum Fachkräfte im Ausland

04. Februar 2013
Ein Arbeiter entgratet ein Rohr mit einer Schleifmaschine in der Hess Lichttechnik GmbH im sächsischen Löbau. Nur wenige Fachkräfte werden im Ausland rekrutiert. Quelle: dpaBild vergrößern
Ein Arbeiter entgratet ein Rohr mit einer Schleifmaschine in der Hess Lichttechnik GmbH im sächsischen Löbau. Nur wenige Fachkräfte werden im Ausland rekrutiert. Quelle: dpa

Deutsche Betriebe schauen sich bei der Suche nach Arbeitskräften vor allem im Inland um. In anderen Ländern der OECD ist die Quote von beschäftigungsorientierten Zuwanderern fünf- bis zehnmal so hoch.

Deutsche Arbeitgeber suchen nach Einschätzung der OECD nur selten Fachkräfte im Ausland. Selbst Unternehmen, die mit einem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern rechneten, zögen dies kaum in Betracht, heißt es in einem am Montag vorgestellten Bericht der Industriestaaten-Organisation. Deutschland gehört demnach zwar zu den OECD-Ländern mit den geringsten Hürden für die Zuwanderung von hoch qualifizierten Arbeitskräften. Für den Zuzug von Fachkräften mit mittlerer Qualifikation seien dagegen Beschränkungen wie das generelle Anwerbeverbot in Kraft, die eine internationale Personalbeschaffung verhinderten. "Deutschland wird daher nicht umhinkommen, hier neue Wege für die Migration von Arbeitskräften zu eröffnen", sagte der stellvertretende OECD-Generalsekretär Yves Leterme in Berlin.

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Bei den Arbeitgebern sei die Überzeugung weit verbreitet, dass eine Personalgewinnung im Ausland kompliziert sei. Der schlechte Ruf des deutschen Systems ist laut Studie aber nicht gerechtfertigt: Die Bearbeitungszeiten seien eher kurz, das Verfahren kostengünstig und die Ablehnungsquote gering. Eine größere Hürde sei es, passende Kandidaten zu finden. Vor allem kleine und mittelgroße Betriebe bestünden auf Deutschkenntnissen und sehr spezifischen Qualifikationen, die im Ausland schwer zu finden seien. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) appellierte an die Firmen, hier flexibler und offener zu sein.

Die dauerhafte Arbeitszuwanderung ist gering

Im internationalen Vergleich kommen nur wenige ausländische Fachkräfte auf Dauer nach Deutschland. Der OECD-Bericht beziffert die Zahl der Arbeitsmigranten aus Ländern außerhalb der Europäischen Union und der Freihandelsregion Efta auf etwa 25.000 pro Jahr. Das seien rund 0,02 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Andere Länder wie Australien, Dänemark, Kanada und Großbritannien verzeichneten fünf- bis zehnmal so viele beschäftigungsorientierte Zuwanderer.

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Kommentare | 3Alle Kommentare
  • 05.02.2013, 13:16 Uhrbonsaitornado1

    Wenn ich für meinen Betrieb spezielle Kenntnisse benötige oder deutsche Sprachkenntnisse zwingend notwendig sind, dann sind diese Notwendigkeiten nun mal notwendig - fertig. Da helfen auch keine schöngeredeten Recruiting-Möglichkeiten im Ausland. Ich habe selbst versucht über die Goetheinstitute in Spanien / Italien Personal zu rekrutieren - für die von uns zu besetzenden Position sind Deutschkenntnisse unerlässlich. Und was bekam ich: super qualifizierte Bewerbungen von Leuten, die kein Wort sprechen oder verstehen. Mittel- bis langfristig kann das ja eine Option sein. Für akut offene Stellen: nein.

  • 04.02.2013, 18:33 UhrLionessLover

    Ist schon seltsam. Wenn die private Wirtschaft keine Leute im Ausland verstärkt sucht, dann sollten doch Anhänger der "Privat über Staat" Theorie eigentlich schlussfolgern, dass die Wirtschaft eben keine weiteren Leute braucht! Es soll doch sonst immer der Markt bzw. die einzelnen Teilnehmer IHRE PROBLEME SELBER REGELN. Warum nehmen gerade Journalisten an - denn diese dümmlichen Artikel häufen sich letztens - dass die Betriebe zu blöd sind zu wissen, was bzw. wen sie brauchen?

  • 04.02.2013, 17:21 UhrRainer

    Das ist mit dem sogenannten Mangel an Fachkräften ungefähr so, wie mit der Klimaerwärmung, den besonders großen Vorteilen des Euro für "Die Deutschen", oder auch, dem Sexismus des Herrn Brüderle usw.
    Alles dummes Zeug. Es gilt, die Bürgerinnen und Bürger von den wirklichen Problemen abzulenken, sie "besoffen" zu reden, um die in den Hinterzimmern der Macht ausgeheckten Planungen, im Windschatten erfundener Pseudoprobleme, ungehindert ausführen zu können.

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