Fachkräftemangel im Pflegebereich
Die Hoffnungen auf das Arbeitskräfte-Reservoir könnten aber auch enttäuscht werden. Zeitarbeits-Unternehmer Kolodzey etwa fürchtet, gesuchte Fachkräfte kämen „nur vereinzelt“. Stattdessen drängten Billig-Arbeiter vor allem aus Polen, die zurzeit noch als selbstständige Unternehmer unterwegs seien und „mehrere 100 Kilometer für einen Arbeitsplatz in Deutschland“ fahren, auf den Markt.
Gerade in der Pflegebranche könnte die Ostöffnung ein Segen sein. Keine andere Branche weiß heute schon so genau, wie viele Fachkräfte ihr in Zukunft fehlen werden – ein Blick in die deutsche Geburtsstatistik genügt. 2030 werden rund 3,4 Millionen alte Menschen Hilfe und Pflege benötigen, fast 50 Prozent mehr als heute. Doch schon jetzt klagen 90 Prozent der ambulanten und stationären Dienste – ihnen fehlt Fachpersonal. In 15 Jahren rechnen sie mit 70 000 unbesetzten Stellen für examinierte Pfleger und 150 000 für Pflegehelfer.
Kollegen aus Osteuropa sind also herzlich willkommen. Erwartet werden vor allem Polen, Ungarn, Tschechen und Fachkräfte aus dem Baltikum. Doch Deutschland bremst sich selbst aus. „Wir brauchen die Osteuropäer dringend, aber schon jetzt bieten ihnen Skandinavien, Großbritannien und die Schweiz sehr viel bessere Arbeitsbedingungen“, sagt Rolf Höfert, Geschäftsführer der Arbeitnehmervertretung Deutscher Pflegeverband. Zugleich wanderten deutsche Pflegekräfte nach Schweden, Finnland und Dänemark ab, wo bessere Arbeitsbedingungen, mehr Gehalt und Anerkennung lockten.
Vereinheitlichung zur Einstellung ausländischen Pflegepersonals
Außerdem stört die Bürokratie. „Während Pflegefachkräfte in Deutschland eine duale Ausbildung in Schule und Betrieb absolvieren, besuchen viele Osteuropäer dafür eine Hochschule und machen den Bachelor of Nursery – ein angesehenes Examen. Doch das wird bei uns erst einmal nicht akzeptiert“, klagt Friedhelm Fiedler, Vizechef des Arbeitgeberverbands Pflege. Die Kräfte müssen oft eine ein- oder zweijährige Zusatzausbildung absolvieren. Die sei in jedem Bundesland anders, bemängelt Fiedler und fordert „eine zentrale Anlaufstelle für ausländische Pflegekräfte“.
Pflege-Profi Marseille will auch schwarz arbeitende Einwanderer für die Pflege gewinnen: „In Deutschland arbeiten geschätzte 100 000 Pflegekräfte illegal, viele davon sind gut ausgebildete Krankenschwestern aus Osteuropa. Sie können ab Mai ihren Beruf legal ausüben und in ihrer Heimat in die Sozialversicherungskassen einzahlen“, hofft Marseille.
















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Alle Kommentare lesen01.03.2013, 15:53 UhrAnonymer Benutzer:Volvotrucker
Noch billiger
In Italien arbeiten Ost-Europäer für €380,- im Monat.
Einige Blätter zeigen eine Beschäftigung auf, in zweifacher Ausfertigung erstellt und unterzeichnet in tschechischer Sprache von einer Spedition. LKW-Fahrer, welche von italienischen Unternehmen gemietet werden. Nun, dank dieser anonymen Berichterstattung scheint es ganz klar zu sein, warum Hunderte von italienischen Transportunternehmen sich für Entlassungen der Fahrer unseres Landes (Italien) einsetzen, die inclusive aller Steuern und Beiträge mehr als 4000 EUR im Monat kosten,donnert Doriano Baguio, Direktor der Fai Conftrasporto. Der Ersatz durch einen rumänischen Staatsbürger kostet nur ein Zehntel dieser Zahl. Und wer kümmert sich darum, wenn Tausende von italienischen Arbeitern gehen müssen, nicht mit mehr Geld in den Taschen, die aber weiterhin Leben müssen, wenn soziale Sicherheit in den Italienischen Kassen krümelt, es entsteht eine tiefe Kluft, die die Risiko Pensionen der italienischen Bürger gefährden würden. Und wer kümmert sich um diese armen 'Importierten', die am Steuer vielleicht nicht zur wirklichen Hilfe werden und deshalb Profis zur Risiko-Bekämpfung von Tausenden von Menschen eingesetzt werden müssen?
http://www.camionistionline.com/forum/viewtopic.php?f=2&t=2671
26.11.2012, 17:10 UhrAnonymer Benutzer:Volvotrucker
LKW Fahrer " Billiger wie Dreck "
System beruht auf Ausbeutung
Nämlich zu nichts anderem als einem „Race to the bottom“, das eine Spirale der kontinuierlichen Verschlechterung des Lebensstandards in Gang setzt. Eine Spirale, die, wie der Fall der bulgarischen oder rumänischen Lkw-Fahrer zeigt, geradewegs in die Verelendung führen kann.
Die ETF-Demonstranten haben am Montag deutlich gemacht, dass sich ihre Proteste nicht gegen die osteuropäischen Kollegen richten: Diese sind in der Tat die Opfer und nicht die Täter in diesem kriminellen Ausbeutungssystem.
Wie ETF-Generalsekretär Eduardo Chagas am Montag erklärte, verschlechtert sich die Lage in diesem Sektor zusehends. Und zwar nicht, weil es in Europa keine Regeln gäbe, sondern ganz einfach weil deren Einhaltung nur höchst unzureichend überwacht wird: Überladene Laster und übermüdete Fahrer gehören deshalb auf Europas Straßen zum Alltag.
Schlimmer noch: Die systematische Missachtung der Sicherheitsbestimmungen und die rücksichtslose Ausbeutung der Fahrer sind geradezu das Fundament eines Systems, das garantieren soll, dass der Gütertransport über die Straße billig wie Dreck bleibt.
Nun mögen niedrige Transportkosten ja auf den ersten Blick als eine wunderbare Sache für Konsum und Konjunktur erscheinen.
Doch darf man nie aus den Augen verlieren, welchen realen Preis die Allgemeinheit dafür zahlt: Armeen von miserabel bezahlten Fahrern, gigantische Kosten, die durch Unfälle verursacht werden, sowie die vom alltäglichen Wahnsinn auf unseren Straßen verursachten ökologischen Zerstörungen sind die direkten Konsequenzen einer liberalen Transportpolitik, in der die Profite grundsätzlich über das Wohl der Menschen gestellt werden.
26.10.2012, 17:10 UhrAnonymer Benutzer:Volvotrucker
Berufskraftfahrer Ausbildung lohnt sich !!
Märchenstunde, gelesen bei PacLease
Die Verdienstunterschiede zeigten sich auch im Lohnvergleich der Bundesländer. In Baden-Württemberg verdienen ausgebildete Fahrer 14,15 Euro pro Stunde. Dem gegenüber stehen die Löhne in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier erhalten Fahrer mit der gleichen Ausbildung lediglich einen Stundenlohn von 9,42 Euro.
Einzige Ausnahme ist die Deutsche Post AG. Aufgrund eigener Tarifverträge verdienen Fahrer mit und ohne Berufskraftfahrerausbildung sowohl in Ost und West 11,14 Euro in der Stunde.
[Quelle: DEKRA.net informiert 28.08.2012]
Tatsache ist doch, daß die Fahrer, nur die Hälfte des Ihnen zustehenden Tariflohn pro Stunde erhalten. Überstunden – und Nachtzuschläge sowie Weihnachtsgeld unter den Teppich gekehrt werden und jetzt wundert sich die Branche, daß sich kein Nachwuchs mehr findet