Trucker-Ersatz ist willkommen
Wie ungewiss die Folgen der Öffnung des Arbeitsmarktes sind, zeigt die Logistikbranche. Die beiden Hauptverbände des Gewerbes vertreten unterschiedliche Positionen. So erhofft sich der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) von der neuen Freizügigkeit von Lkw-Fahrern eine Verbesserung der Transportabläufe. Der Verband vertritt rund 4000 Speditionen, die im Auftrag von Handels- und Industrieunternehmen den Transport der Waren organisieren, häufig aber über keine eigenen Lastwagen verfügen.
Laut DSLV scheiden bis 2020 rund 50 000 Lkw-Fahrer altersbedingt aus. Deshalb sei ein Zuzug ausländischer Arbeitskräfte zu befürworten. Deutsche Fahrer übernähmen zudem mehrwöchige Touren gen Osten nur noch unwillig. Trucker-Ersatz aus Polen und Tschechien sei also willkommen, heißt es im Verband.
Attraktivität eines Umzugs nach Westeuropa sinkt
Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) hingegen, ein Zusammenschluss von 10 500 Fuhrparkunternehmen mit eigener Flotte, befürchtet eine Preisspirale nach unten. Die Lohnunterschiede seien immer noch erheblich. Ein deutscher Lkw-Fahrer verdient laut BGL rund 1700 bis 2500 Euro pro Monat plus Tagesspesen. Die Löhne osteuropäischer Kollegen seien „bis zu 30 Prozent niedriger“, sagt BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt, der eine „kleine Völkerwanderung“ erwartet. Die Folge wäre ein Preiskampf. Einige Transportunternehmen würden billigere polnische Fahrer rekrutieren und zu niedrigeren Preise anbieten, fürchtet Schmidt.
Andererseits herrscht auch in Polen und Tschechien teilweise Fahrermangel, weil das Militär immer weniger Lkw-Fahrer ausbildet. Dadurch werden dort die Löhne vermutlich steigen. Die Motivation für einen Umzug nach Westeuropa dürfte daher nur temporär sein. So war es auch etwa in Großbritannien, Irland und Skandinavien: Eine Vielzahl der Fahrer kehrte bereits nach ein bis zwei Jahren in die Heimat zurück.
Ganz gleich, wie sich die Öffnung auswirkt: In zwei Jahren geht die Debatte von vorne los. 2013 kommt die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren.
















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Alle Kommentare lesen01.03.2013, 15:53 UhrAnonymer Benutzer:Volvotrucker
Noch billiger
In Italien arbeiten Ost-Europäer für €380,- im Monat.
Einige Blätter zeigen eine Beschäftigung auf, in zweifacher Ausfertigung erstellt und unterzeichnet in tschechischer Sprache von einer Spedition. LKW-Fahrer, welche von italienischen Unternehmen gemietet werden. Nun, dank dieser anonymen Berichterstattung scheint es ganz klar zu sein, warum Hunderte von italienischen Transportunternehmen sich für Entlassungen der Fahrer unseres Landes (Italien) einsetzen, die inclusive aller Steuern und Beiträge mehr als 4000 EUR im Monat kosten,donnert Doriano Baguio, Direktor der Fai Conftrasporto. Der Ersatz durch einen rumänischen Staatsbürger kostet nur ein Zehntel dieser Zahl. Und wer kümmert sich darum, wenn Tausende von italienischen Arbeitern gehen müssen, nicht mit mehr Geld in den Taschen, die aber weiterhin Leben müssen, wenn soziale Sicherheit in den Italienischen Kassen krümelt, es entsteht eine tiefe Kluft, die die Risiko Pensionen der italienischen Bürger gefährden würden. Und wer kümmert sich um diese armen 'Importierten', die am Steuer vielleicht nicht zur wirklichen Hilfe werden und deshalb Profis zur Risiko-Bekämpfung von Tausenden von Menschen eingesetzt werden müssen?
http://www.camionistionline.com/forum/viewtopic.php?f=2&t=2671
26.11.2012, 17:10 UhrAnonymer Benutzer:Volvotrucker
LKW Fahrer " Billiger wie Dreck "
System beruht auf Ausbeutung
Nämlich zu nichts anderem als einem „Race to the bottom“, das eine Spirale der kontinuierlichen Verschlechterung des Lebensstandards in Gang setzt. Eine Spirale, die, wie der Fall der bulgarischen oder rumänischen Lkw-Fahrer zeigt, geradewegs in die Verelendung führen kann.
Die ETF-Demonstranten haben am Montag deutlich gemacht, dass sich ihre Proteste nicht gegen die osteuropäischen Kollegen richten: Diese sind in der Tat die Opfer und nicht die Täter in diesem kriminellen Ausbeutungssystem.
Wie ETF-Generalsekretär Eduardo Chagas am Montag erklärte, verschlechtert sich die Lage in diesem Sektor zusehends. Und zwar nicht, weil es in Europa keine Regeln gäbe, sondern ganz einfach weil deren Einhaltung nur höchst unzureichend überwacht wird: Überladene Laster und übermüdete Fahrer gehören deshalb auf Europas Straßen zum Alltag.
Schlimmer noch: Die systematische Missachtung der Sicherheitsbestimmungen und die rücksichtslose Ausbeutung der Fahrer sind geradezu das Fundament eines Systems, das garantieren soll, dass der Gütertransport über die Straße billig wie Dreck bleibt.
Nun mögen niedrige Transportkosten ja auf den ersten Blick als eine wunderbare Sache für Konsum und Konjunktur erscheinen.
Doch darf man nie aus den Augen verlieren, welchen realen Preis die Allgemeinheit dafür zahlt: Armeen von miserabel bezahlten Fahrern, gigantische Kosten, die durch Unfälle verursacht werden, sowie die vom alltäglichen Wahnsinn auf unseren Straßen verursachten ökologischen Zerstörungen sind die direkten Konsequenzen einer liberalen Transportpolitik, in der die Profite grundsätzlich über das Wohl der Menschen gestellt werden.
26.10.2012, 17:10 UhrAnonymer Benutzer:Volvotrucker
Berufskraftfahrer Ausbildung lohnt sich !!
Märchenstunde, gelesen bei PacLease
Die Verdienstunterschiede zeigten sich auch im Lohnvergleich der Bundesländer. In Baden-Württemberg verdienen ausgebildete Fahrer 14,15 Euro pro Stunde. Dem gegenüber stehen die Löhne in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier erhalten Fahrer mit der gleichen Ausbildung lediglich einen Stundenlohn von 9,42 Euro.
Einzige Ausnahme ist die Deutsche Post AG. Aufgrund eigener Tarifverträge verdienen Fahrer mit und ohne Berufskraftfahrerausbildung sowohl in Ost und West 11,14 Euro in der Stunde.
[Quelle: DEKRA.net informiert 28.08.2012]
Tatsache ist doch, daß die Fahrer, nur die Hälfte des Ihnen zustehenden Tariflohn pro Stunde erhalten. Überstunden – und Nachtzuschläge sowie Weihnachtsgeld unter den Teppich gekehrt werden und jetzt wundert sich die Branche, daß sich kein Nachwuchs mehr findet