Arbeitsmarktforscher optimistischer: 2016 nun doch weniger Jobsucher

Arbeitsmarktforscher optimistischer: 2016 nun doch weniger Jobsucher

2016 drohte bisher ein schwieriges Jahr für den Arbeitsmarkt zu werden. Ganz so schwierig wird es nun möglicherweise doch nicht, glauben Arbeitsmarktforscher.

In Deutschland zeichnet sich nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern trotz Flüchtlingszuwanderung für dieses Jahr überraschend ein Rückgang der Arbeitslosigkeit ab.

Im Jahresschnitt werden etwa 2,78 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit sein - und damit etwa 20.000 weniger als im Vorjahr, geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Frühjahrsprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

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Noch im vergangenen Herbst war die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) von im Schnitt 70 000 mehr Jobsuchern für 2016 ausgegangen.

Steuergelder: 10 Steuersünden, die der Bund der Steuerzahler abschaffen will

  • Kleinerer Bundestag

    Der Verein fordert eine Wahlrechtsreform, bei der Bundestagsmandate auf 500 Sitze (statt derzeit 630) begrenzt werden. Einsparmöglichkeiten: 80 Millionen Euro.

  • Privates E-Schnellladenetz

    Um bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bekommen, will das Bundeswirtschaftsministerium knapp 17 Millionen in ein Schnellladesystem investieren.

  • Filmsubventionen

    Das Wirtschaftsministerium hat ein eigenes Förderprogramm aufgesetzt, um deutsche Filme zu fördern. Kosten: 10 Millionen Euro.

  • Autohandelsplattform

    Mit der Internetplattform „My eDrive“ will der Bund über E-für den Käufer passende E-Autos informieren. Kostenpunkt: 457.000 Euro.

  • Elektromobilität für Kommunalpolitiker

    Mit 1,9 Mio. Euro finanziert das Bundesverkehrsministerium die Anschaffung von 150 VW Elektrofahrzeugen für 80 Kommunen und kommunale Betriebe.

  • Klassenfahrt nach New York

    Das Bundessozialministerium unterstützt arme Schüler bei Klassenreisen. 2015 reisten 15 Schüler aus Berlin für 38.000 Euro nach New York.

  • Besserer Biergeschmack

    253.000 Euro für ein Projekt zur „Langzeitstabilisierung von Bier in Bezug auf Geschmack und Klarheit“. Die Forscher sollen einen Filter entwickeln, der Metalle aus dem Bier filtert und das Bier länger schmackhafter macht.

  • Lernprogramm für soziale Medien

    Das Forschungsministerium stellt 1,2 Mio. Euro für die Social-Media-Erziehung von Mitarbeitern bereit. Absolventen der Schulung sollen so ihre „Reputationskompetenz“ stärken.

  • Verlegung des Neptunbrunnens in Berlin

    In Berlin soll der Neptunbrunnen vom Roten Rathaus zum neuen Stadtschloss verlegt werden. Das könnte den Bund zehn Millionen Euro kosten.

  • Optimierung von Tiernahrung Hunde- und Katzenfutter

    Knapp eine Million Euro zahlt das Bundesumweltministerium für die „Optimierung von Trockenfutterherstellung für Hunde und Katzen“.

Der IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber begründete die Prognose vor allem mit der guten Arbeitsmarktlage zum Jahresbeginn. Dadurch werde der Jahresdurchschnitt spürbar gedrückt. Im Verlauf des Jahres müsse dann aber wegen der stärker auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge mit wachsender Erwerbslosigkeit gerechnet werden. Grundsätzlich aber profitiere der deutsche Jobmarkt von der unverändert starken Binnennachfrage. Weber geht für 2016 von einem ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent aus.

Auf jeden Fall bleibt die deutsche Wirtschaft nach IAB-Einschätzung auch 2016 Jobmotor: Nach Prognose des Wissenschaftler-Teams wird die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Jahr auf das Rekordniveau von 43,52 Millionen steigen - das wären durchschnittlich 490 000 Stellen mehr als 2015. Bei regulären Arbeitsplätzen rechnen die Forscher sogar mit einem noch stärkeren Schub: Im Jahresschnitt gehen sie von 31,51 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus - 680 000 mehr als im Vorjahr. „Einen derartig kräftigen Anstieg gab es seit der Wiedervereinigung nur 2011“, heißt es in einer IAB-Mitteilung.

Öffentlicher Haushalt Niedrige Zinsen und gute Konjunktur drücken Schulden

Die Schulden von Bund, Länder und Kommunen sind Ende 2015 um 22,7 Milliarden Euro zurückgegangen. Grund sind laut Statistischem Bundesamt die gute wirtschaftliche Erholung und die niedrigen Zinsen.

Ende 2015 sind die Schulden von Bund, Ländern und Kommunen zurückgegangen. Quelle: dpa

Neue Arbeitsplätze werden nach der Prognose vor allem im Handel, der Verkehrsbranche und dem Gastgewerbe entstehen - voraussichtlich rund 160 000. Bei Unternehmensdienstleistern, wie Werbeagenturen, Hausmeister- und Wachdiensten sowie Unternehmens- und Steuerberatern werden es voraussichtlich sogar 170 000 mehr sein. Mit weiteren 140 000 neuen Jobs sei im öffentlichen Dienst sowie im Erziehungs- und Gesundheitswesen zu rechnen. „Dies liegt hauptsächlich am Ausbau der Kindertagesbetreuung und an der steigenden Nachfrage nach Alten- und Pflegekräften“, erläutert das IAB.

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