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Aufschwung-Frust: Arbeitnehmer profitieren nicht vom Aufschwung

von Christian Ramthun, Anne Kunz, Bert Losse und Kristin Schmidt

Der kräftige Aufschwung geht in Deutschland an den Beschäftigten weitgehend vorbei.

Zwar steigen die Tariflöhne in diesem Jahr zwischen zwei und zweieinhalb Prozent, doch liegen die Zuwächse damit unter der erwarteten Inflationsrate von 2,4 bis 3,0 Prozent. Das berichtet die WirtschaftsWoche. Das Magazin zitiert den Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner: „Die realen Nettostundenlöhne werden, wenn überhaupt, 2011 nur sehr wenig steigen.“ Nach den Worten von Frank Hechtner, Steuerexperte an der Freien Universität Berlin, „dürften die Nettostundenlöhne bei vielen im XXL-Jahr real sogar sinken“.  

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Neben der Inflation zehren auch steigende Sozialabgaben und die Steuerprogression an den Löhnen. Vor allem kleinere Einkommen seien betroffen, erklärte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, in der WirtschaftsWoche. Ein Ehepaar, das 30.000 Euro jährlich verdiene und 2,5 Prozent mehr Lohn bekomme, zahle elf Prozent mehr Steuern. Um die „kalte Progression“ einzudämmen, fordert Steuerzahlerchef Däke von der Politik einen inflationsbereinigten Steuertarif: „Ein erster Schritt ist, den Steuertarif auf Räder zu stellen, um damit die heimlichen Steuererhöhungen auszuschließen.“  

Auch Koalitionspolitiker fordern Korrekturen. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Josef Schlarmann sagte in der WirtschaftsWoche: „Wir müssen bei der Einkommensteuer die kalte Progression beseitigen und den Mittelstandsbauch abflachen.“ Der Bundesvorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung MIT sieht das Auseinanderklaffen von Brutto- und Nettolöhnen im Aufschwung mit Sorge. „Wir verprellen die Mitte der Gesellschaft“, so Schlarmann: „Alle, die arbeiten, Familien gründen und Steuern zahlen – also rund 80 Prozent der Bevölkerung –, müssen wir am Aufschwung beteiligen.“

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.05.2011, 13:53 UhrAnonymer Benutzer: T. Widmer

    Die Unternehmensgewinne erwirtschaften die Arbeitnehmer, den wirtschaftlichen Nutzen haben jedoch ausschließlich die Unternehmenseigentümer also Gesellschafter und insbesondere die Aktionäre in Form von Dividenden- und Kursgewinnen. Ein einfacher Transformationsmechansimus, der durch die völlig einseitige Wirtschaftspolitik der amtierenden Regierung in einer bisher noch nicht dagewesenen Art und Weise perfektioniert wurde. Was nützt es uns, die Nummer 2 auf der Weltrangliste der Exportländer zu sein, wenn wir uns mit unserem Verdienst vergleichsweise weniger leisten können als Arbeitnehmer in einigen scheinbar viel ärmeren Ländern Europas, d.h. wir letztlich unserer Kaufkraft beraubt werden. Was passiert eigentlich, wenn in zwei oder spätestens drei Jahren wieder ein zyklisch unvermeidbarer Wirtschaftsabschwung eintritt? Woran sollen die Unternehmen denn dann noch einsparen, um wieder Massenentlassungen zu verhindern?

  • 25.05.2011, 00:34 UhrAnonymer Benutzer: Herby

    Die Arbeitnehmer profitieren nicht vom Aufschwung, während die Dax-Vorstände 2011 sich ein sattes plus von rd. 30 % gönnen. Dabei ist der Aufschwung keineswegs der Managerleistung geschuldet, sondern der einfachen Regel, dass einem jeden Abschwung auch wieder Aufschwung folgt. Dieses Verhalten birgt auf Dauer erheblichen Sprengstoff für unsere Gesellschaft. Wenn hier nicht Vernunft und Augenmaß einkehrt, so werden sich die Reichen in diesem Land bald nur noch hinter Mauern und Wachschutz sicher fühlen können.

  • 24.05.2011, 19:13 UhrAnonymer Benutzer: Bloß raus hier

    Die Deutschen arbeiten, das Geld kriegen Andere.
    in diesem EUro-Paradies schenken wir im Abrechnungskreislauf der Zentralbanken fünf bis sechs Prozent des Sozialprodukts, also unsere gesamten Außenhandelsüberschüsse der europäischen Zentralbank (EZb), die damit die Defizite der anderen Euro-Länder finanziert. im bereich der Geschäftsbanken verschenken wir noch einmal zwei bis drei Prozent. Dazu kommt der Netto-beitrag an die EU von einem Prozent des bruttoinlandspproduktes (biP). im Endeffekt verschenken wir also jedes Jahr zehn Prozent des biP, oder in Zahlen mindestens 250 Milliarden Euro. Einen solchen Aderlaß hält keine Volkswirtschaft aus.
    Außerdem: Der heutige Außenkurs des Euro ist für Deutschland eindeutig zu niedrig. Die deutsche Volkswirtschaft müßte, nachdem sie jahrelang Leistungsbilanzüberschüsse in Höhe von vier bis sechs Prozent des bruttoinlandsproduktes geliefert hat, längst ihre Währung aufgewertet haben. Das geht aber natürlich nicht, weil die bankrott-Staaten im Euro diesen immer weiter entwerten, und die Politik der EZb nur noch auf die bedürfnisse der ´schwachen Mitglieder´ ausgerichtet ist.
    Deshalb gilt: Wir müssen aus dem Euro heraus und eine der deutschen Realwirtschaft dienende Währung schaffen, sei es der ´Nord-Euro´ oder die DM. Sonst wird unser Land in kurzer Zeit vollständig verarmen. Und was das bedeuten wird, für alle hier im Land, das können sich unsere Verwöhnten von heute nicht in ihren schlimmsten Alpträumen ausmalen.

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