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Ausblick 2012: Die Konjunktur steht auf des Messers Schneide

von Malte Fischer

Der Aufschwung ist vorbei. Die Weltwirtschaft verliert an Fahrt, die Euro-Krise verunsichert Unternehmen und Konsumenten. Folgt nach dem Boom der Absturz in die Rezession?

Die Weltwirtschaft verliert an Fahrt Quelle: Laif/Michael Lange
Die Weltwirtschaft verliert an Fahrt, eine Rezession fürchten die meisten Bundesbürger dennoch nicht. Quelle: Laif/Michael Lange

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Für die Beschäftigten der BMW-Werke in München und Regensburg fällt das Weihnachtsfest in diesem Jahr besonders kurz aus. Weil sich die Bestellungen der Kunden bei den Händlern stapeln, verkürzt der bayrische Autokonzern die Werksferien auf eine Woche. „Die Nachfrage nach unseren Fahrzeugen ist bis zuletzt gestiegen, von der Euro-Krise spüren wir nichts“, heißt es in der Münchner BMW-Zentrale. Die Kapazitäten in den Werken sind zu mehr als 110 Prozent ausgelastet, die Absatzaussichten für die nächsten Monate bestens. Gut laufen die Geschäfte auch bei der Konkurrenz in Stuttgart. Dank satter Auftragsbestände wollen Mercedes und Porsche ihre Bänder über den Jahreswechsel so kurz wie möglich stoppen.

Konjunkturszenario für 2012

Auf die Frage, welches Konjunkturszenario die Unternehmen ihren Planungen für das kommende Jahr zugrunde gelegt haben, fallen die Antworten vorsichtig optimistisch aus. Zwölf Prozent glauben, dass die Wirtschaft schrumpft. Nur elf Prozent der Firmen gehen davon aus, dass die Wirtschaft ebenso stark wachsen wird wie 2011. Die große Mehrheit von 76 Prozent rechnet jedoch damit, dass sie zwar langsamer wächst als 2011, aber immerhin wächst.

Quelle: Umfrage des ifo-Instituts unter knapp 600 Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen im Dezember 2011, Differenz zu 100: keine Angabe. Sofern Mehrfachnennungen möglich waren, ist dies nochmals angegeben.

Bild: dpa

Rosige Aussichten

Nicht nur bei den Autoproduzenten, auch im Maschinen- und Anlagenbau sorgen volle Auftragsbücher für gute Laune zum Weihnachtsfest. „Wenn ich im Büro bin, ist der Tag in Ordnung. Das ändert sich erst, wenn ich abends den Fernseher anmache“, sagt Hubert Lienhard, Chef des Maschinenbauers Voith aus dem baden-württembergischen Heidenheim mit Blick auf die Euro-Krise. Der Anbieter von Papiermaschinen, Gasturbinen und Kupplungen kann nach eigenen Angaben mit seinem hohen Bestand an Aufträgen Maschinen und Mitarbeiter länger als ein Jahr lang auslasten. Lienhard rechnet daher auch für das nächste Geschäftsjahr mit steigenden Umsätzen und Gewinnen.

Nervös und stotternd

Euro-Krise, nervöse Finanzmärkte, stotternde Weltkonjunktur – für viele Unternehmen scheint das kein Thema zu sein. In einer Umfrage, die das Münchner ifo Institut exklusiv für die WirtschaftsWoche unter knapp 600 Unternehmen durchgeführt hat, rechnen zwar 76 Prozent der Befragten 2012 mit einem langsameren Wirtschaftswachstum.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.12.2011, 19:39 UhrGerd

    Mit Verlaub, warum haben Sie nicht Dr. Holger Schmieding befragt? Er hatte in den letzten Jahren die höchste Trefferquote mit seinen Prognosen. Am schlechtesten schneiden – wen wundert´s - die großen Organisationen OECD und IWF sowie die Bundesregierung, die “Wirtschaftsweisen“ und – leider auch die Deutsche Bundesbank ab.
    Dr. Schmieding ist mit seiner wesentlich optimistischeren Prognose in der Minderheit. Aber die Erfahrung zeigt, dass die Mehrheit der Analysten und “Wirtschaftsexperten“ immer unrecht hat. Also reden Sie die Rezession bitte nicht herbei!

  • 27.12.2011, 14:26 UhrGast

    In den Katakomben des Netzes findet man doch noch mal einen interessanten Chart. Trendbruch:

    https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Auftragseingang_der_deutschen_Industrie_seit_1952.pdf&page=1&filetimestamp=20100515001807

    Wir sollten uns doch noch mal mit dem Begriff "große Depression" auseinandersetzen. Die Russen tun es bereits.

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