Aussichten: Konjunktur: Wirtschaft rechnet mit Boom-Ende

Aussichten: Konjunktur: Wirtschaft rechnet mit Boom-Ende

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Container-Umschlag im Hamburger Hafen

Die hohen Energiepreise, der starke Euro und die Konsumschwäche machen Deutschlands Unternehmen zu schaffen. Zwar rechnen Wirtschaft und Experten für das laufende Jahr noch mit einem Wachstum von mehr als zwei Prozent, doch 2009 folgt dann der Sinkflug.

„Der Aufschwung verliert in den kommenden zwölf Monaten deutlich an Fahrt“, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seiner aktuellen Konjunkturumfrage mit. Von den rund 20.000 befragten Firmen rechnen nur noch 23 Prozent mit besseren Geschäften. Zu Jahresbeginn waren es 26 Prozent, vor einem Jahr sogar 34 Prozent. 60 Prozent wollen das Niveau halten. Jedoch erwartet die Wirtschaft keine Bruchlandung, sondern eher einen Sinkflug. Dies gilt - auf hohem Niveau - vor allem für den Export.

Auf ein Wachstum von 2,3 Prozent in diesem Jahr werde aber 2009 nur eine „schwache Eins“ (bis maximal 1,4 Prozent) folgen, erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

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Die Konjunkturumfrage zeigt, dass der inländische Konsum diese Lücke nicht füllen kann. Wansleben kritisierte: „Die zu hohe Mehrwertsteuer, die gestiegenen Öl- und Lebensmittelpreise sowie die kalte Progression machen sich eindeutig bemerkbar.“ Die nach wie vor relativ hohen Investitions- und Einstellungspläne der Unternehmen ließen allerdings einen Wachstumseinbruch unwahrscheinlich erscheinen. Zwar erwarten die Unternehmen inzwischen im Schnitt eine schlechtere Geschäftsentwicklung als zu Jahresbeginn.

Deutlich erhöht hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) seine Wachstumsprognose für 2008. Wegen des unerwartet starken Auftaktquartals werde sie von 1,3 auf 2,2 Prozent angehoben. Von Januar bis März hatte die Wirtschaft begünstigt durch Sondereffekte wie den milden Winter das stärkste Quartalswachstum seit rund 15 Jahren erzielt.

„Die deutsche Wirtschaft zeigte sich bislang aber auch recht robust gegenüber den dämpfenden Einflüssen seitens der internationalen Finanzkrise, der Eurostärke und der Energieverteuerung“, hieß es. Auf Dauer werde dies aber Bremsspuren hinterlassen. 2009 dürfte sich das Wachstum daher auf 1,1 Prozent halbieren. Bislang hatten die Forscher mit 1,3 Prozent gerechnet.

500.000 neue Jobs

Die Verbraucher müssen dem HWWI zufolge vorerst weiter mit spürbar steigenden Preisen leben. „Die Inflationsrate wird selbst bei Beruhigung der Ölpreise in diesem Jahr annähernd drei Prozent betragen und auch 2009 kaum unter die Zwei-Prozent-Marke fallen“, hieß es.

Positive Effekte erwartet der DIHK für den Arbeitsmarkt. Er rechnet damit, dass zusätzlich 500.000 Menschen einen Job finden. Gefahren sähen die Unternehmen neben den konjunkturellen Faktoren in politischen Risiken, erklärte der Hauptgeschäftsführer. „Dazu gehören die Einführung von Mindestlöhnen, steigende Sozialbeiträge und eine stärkere Regulierung der Zeitarbeit.“

Wansleben sagte, angesichts steigender Beschäftigung seien die Spielräume für eine nochmalige deutliche Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung auf knapp unter drei Prozent schon jetzt vorhanden. „Hier bedarf es keiner Prüfauftrage mehr, sondern klarer Entscheidungen“ - und zwar „so schnell wie möglich“.

DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier erklärte, dem traditionellen Konjunkturmuster zufolge - sobald gestiegene Investitionen die Beschäftigung angeregt haben - hätte der inländische Konsum längst zu einem Standbein der Konjunktur werden müssen. Doch wahrscheinlich löse sich die Kaufzurückhaltung auch in den kommenden zwölf Monaten kaum auf: „Zum einem steckt die Mehrwertsteuererhöhung noch immer in den Knochen“, erklärte Treier. Zum andere schreckten die jüngsten Verbraucherpreissteigerung von zusätzlichen Käufen ab.

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