Auszeichnung: US-Ökonom Krugman erhält den Nobelpreis

Auszeichnung: US-Ökonom Krugman erhält den Nobelpreis

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Der diesjährige Wirtschafts-Nobelpreis geht an den US-Wissenschaftler Paul Krugman. Ausgezeichnet werden seine Forschungsergebnisse als Handelstheoretiker, wie die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm heute mitteilte

„A funny thing happened to me this morning ...", schrieb Paul Krugman vor wenigen Stunden in seinem New York Times Blog. Das klingt, als sei der 55-Jährige selbst überrascht gewesen, als ihm heute Mittag von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften der Nobelpreis für Ökonomie verliehen wurde.

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften ehrte den Ökonomie-Professor aus Princeton mit dem 1,1-Millionen-Preis für seine Forschung auf dem Gebiet des Außenhandels, die er schon Ende der 1970er Jahre durch eine neue Theorie maßgeblich vorangetrieben hatte.

Die Wahl des populären US-Ökonomen überrascht nicht: Krugman gilt schon seit Jahren als engere Wahl für die angesehene Auszeichnung. Doch der Zeitpunkt seiner Ehrung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise lässt aufmerken. Der dezidierte Demokrat Krugman hatte immer wieder klar Position für staatliche Regulierung, Umverteilung und Gleicheit bezogen. Vor dem Platzen der Immobilienblase hatte er bereits vor Jahren gewarnt. Den britischen Premier Gordon Brown lobte er zuletzt wegen seines beherzten Einstiegs bei den britischen Banken und US-Finanzminister Henry Paulson warf er indes vor, aus ideologischer Kurzsichtigkeit mit diesem Schritt zu lange gezögert zu haben.

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Krugman ist einer, der sich einmischt. Er scheut nicht die Niederungen des politischen wie ökonomischen Alltags, was ihm Bewunderung wie Kritik einbringt. Der breiten Bevölkerung ist er als scharfer Gegner von Noch-US-Präsident George W. Bush bekannt, was er in zahlreichen Kolumnen für die "New York Times" und Büchern wie „Nach Bush. Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten" überdeutlich zum Ausdruck brachte. Nach Bush sei der Zeitpunkt gekommen, Amerika wieder zu einem Land der Mittelschicht zu machen und eine neue Politik der Gleichheit anzugehen, ist Krugman überzeugt. Das passt zu dem fundamentalen Paradigmenwechsel in der Ökonomie, der sich als Konsequenz aus der weltweiten Finanzkrise abzuzeichnen scheint: Weg vom Neoliberalismus des starken Marktes hin zu mehr Staat, Umverteilung und Regulierung.

Doch davon kein Wort in der Erklärung des Nobelpreiskommitees - schließlich handelt es sich um eine wissenschaftliche und keine politische Auszeichnung. Ein politisches Signal bleibt dieser Preis dennoch.

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