Bankenaufseherin Nouy: EZB will Banken unter die Arme greifen

Bankenaufseherin Nouy: EZB will Banken unter die Arme greifen

, aktualisiert 25. Mai 2016, 00:25 Uhr
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Details gab Danièle Nouy, Chefin der EZB-Bankenaufsicht, bei der Frühjahrstagung der Großbankenlobby IIF in Madrid noch nicht bekannt.

von Michael MaischQuelle:Handelsblatt Online

Europas oberste Bankenaufseherin warnt vor Überkapazitäten und will eines der größten Probleme der Finanzbranche in der Eurozone angehen.

MadridAls oberste europäische Bankenaufseherin hat man es derzeit nicht leicht. Auf der einen Seite kämpft die Europäische Zentralbank (EZB) noch immer damit, die Großbanken so sicher zu machen, dass sie im Notfall nicht mehr vom Steuerzahler gerettet werden müssen. Auf der anderen Seite geht es vielen Instituten wirtschaftlich so mau, dass man schon wieder über Fusionen nachdenken müsste - was womöglich noch größere Banken schaffen würde, die noch schwieriger abzuwickeln wären.

Auf der Frühjahrstagung der Großbankenlobby IIF in Madrid spielte die Chefin der EZB-Bankenaufsicht Danièle Nouy zumindest mit diesem Gedanken. Nouy beklagte die mangelnde Profitabilität vieler Geldhäuser in der Euozone, sprach von "Überkapazitäten" in einigen Gebieten und von "Raum für weitere Konzentration".

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Nouy will den Geldhäusern keine Vorschriften machen, wie sie aus der aktuellen Misere herauskommen, aber die Banken müssten ihre Geschäftsmodelle überprüfen, effizienter, flinker und flexibler werden. Und jetzt, da es eine paneuropäische Bankenaufsicht gebe, könne man auch über grenzüberschreitende Zusammenschlüsse nachdenken.

Vor Nouy hatte Anna Botin, Chairwoman der spanischen Großbank Santander, vorgerechnet, dass die größten Banken in der Eurozone im Schnitt im vergangenen Jahr nur Eigenkapitalrenditen von sechs bis sieben Prozent erreicht hätten - deutlich weniger als die Kapitalkosten der Institute. Botin fürchtet, dass sich daran so schnell nichts ändern wird.

Aber zumindest in einem Punkt will die EZB den Banken offenbar helfen. Laut Nouy arbeitet die Notenbank an Vorschlägen zu einem Abbau der Problemkredite in den Bilanzen vieler Geldhäuser. Der hohe Bestand an notleidenden Darlehen stelle eines der größten Probleme für die Wirtschaft der Euro-Zone dar.

Banken in der Währungsunion sitzen derzeit auf faulen Kreditvolumen von rund 900 Milliarden Euro. Wie genau die EZB die Institute unterstützen will, ließ die Aufseherin allerdings offen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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