Bankenaufsicht: EZB-Direktorin warnt vor Aufweichen der Regulierung

Bankenaufsicht: EZB-Direktorin warnt vor Aufweichen der Regulierung

, aktualisiert 23. März 2017, 20:23 Uhr
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„An die Selbstregulierungskräfte der Märkte glaube ich nicht mehr nach 2008.“

Quelle:Handelsblatt Online

Sabine Lautenschläger ruft dazu auf, die globale Reform der Regeln für Finanzinstitute zu vollenden. Banken bräuchten regulatorische Sicherheit. Gleichzeitig plädiert die EZB-Direktorin für die Kontrolle von Schattenbanken.

Wien/FrankfurtEZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat dazu aufgerufen, die nach der Finanzkrise auf den Weg gebrachte globale Reform der Regeln für Finanzinstitute zu vollenden. „Mehr als acht Jahre nach der Krise brauchen Banken regulatorische Sicherheit“, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Euro-Notenbank am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Wien. Das Finanzsystem sei global und benötige daher auch globale Regeln.

„Es wäre ein Fehler, die Regulierung aufzuweichen“, warnte Lautenschläger, die auch stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht ist. Dies würde nur den Boden für die nächste Krise bereiten. Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hatte jüngst ihren Willen bekräftigt, die in der Fachwelt „Basel III“ genannte Reform zum Abschluss zu bringen. Die Verhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten.

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In den USA hatte US-Präsident Donald Trump eine Überprüfung der nationalen Banken-Reform angeordnet. Dies hatte Befürchtungen ausgelöst, die ohnehin schwierigen Basel-III-Verhandlungen könnten dadurch weiter beeinträchtigt werden.

Lautenschläger sprach sich zudem dafür aus, Schattenbanken stärker unter die Lupe zu nehmen. „Ich glaube schon, dass wir auch in Zukunft darauf achten müssen, was sich im Schattenbank-Sektor entwickelt“, sagte sie. Zu dem Bereich werden Hedge- und Geldmarktfonds, alternative Investmentfonds, aber auch spezielle Börsenhändler gezählt. Er hat seine Stellung in der Finanzwirtschaft der Euro-Zone zuletzt stetig ausgebaut.

„An die Selbstregulierungskräfte der Märkte glaube ich nicht mehr nach 2008“, sagte die EZB-Direktorin. Regulierung sei nicht nur dazu da, um den Steuerzahler zu schützen. Sie ziele auch darauf ab, für Finanzstabilität zu sorgen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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