Bankenkrise: Sinn: „Bei Bad Banks zahlt der Steuerzahler drauf“ - Seite 2

Bankenkrise: Sinn: „Bei Bad Banks zahlt der Steuerzahler drauf“

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Es wäre eine Verharmlosung, wenn man sagen wollte, die deutschen Banken hätten ein Liquiditätsproblem. Sie haben in Wahrheit ein gravierendes Solvenzproblem: Viel Eigenkapital ist bereits verloren, und noch viel mehr wird verloren gehen, wenn die Wahrheit über die strukturierten Papiere ans Licht kommt. Will man eine nachhaltige Kreditklemme und damit eine Beschädigung der Realwirtschaft vermeiden, müssen Wege gefunden werden, den deutschen Banken neues Eigenkapital zuzuführen.

Die Bad Banks sind, wenn sie den Staat, wie die Politik behauptet, nichts kosten, kein geeignetes Mittel, dieses Ziel zu erreichen. Eigenkapital kann der Staat nur zuführen, wenn die Bad Banks für den Staat teuer werden, und nicht, wenn sie nichts kosten.

"Der Staat hat nichts zu verschenken"

In der Tat ist zu befürchten, dass der Steuerzahler bei den Bad Banks draufzahlen wird, denn da die Beteiligung freiwillig ist, werden die Banken nur mitmachen, soweit sie sich davon Vorteile erhoffen. Auf den ersten Blick sind die Bad Banks zwar insofern fair konstruiert, als die Banken die Verluste der Bad Banks im Zeitablauf aus ihren Dividenden abstottern müssen.

Auch müssen sie Gebühren für die vom Soffin übernommenen Bürgschaften für die verzinslichen Wertpapiere zahlen, die die Bad Banks im Austausch gegen die toxischen Wertpapiere hergeben. Da sich jede Bank Bürgschaften auch am Markt kaufen könnte, kann es sich indes bei den Bad Banks nur um Kontrakte handeln, bei denen den Banken in versteckter Form Mittel geschenkt werden.

Das Problem ist nur, dass der Staat nichts zu verschenken hat. Transparenter und besser wäre es, wenn der Staat den Banken das benötigte Eigenkapital offen überweisen würde und dafür Aktien bekäme. Die könnte er so lange halten, bis die Krise vorbei ist, und dann vielleicht sogar mit Gewinn verkaufen.

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13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.05.2009, 08:42 UhrAnonymer Benutzer: pedro

    Wenn es stimmt wie FAZ und Süddeutsche Zeitung berichten, sind die fehlenden Werte, bei 1 billion € angekommen. in Deutschland !
    Meine Sparkasse jammert bei meinem Kreditwunsch wegen zu geringem Eigenkapital. (über 50 %) Das sehe ich als berechtigung zu der Aussage, so gut wie alle Kassen sind Pleite in Anbetracht derer Eigenkapitalquote.
    Wenn ich mit über 50% Eigenkapital Kreditunwürdig bin, was sind dann die banken.
    Kein Wunder trauen die sich nicht mehr untereinander.

  • 24.05.2009, 19:47 UhrAnonymer Benutzer: Watz

    ich hoffe nur dass es möglichst rasch eine juristische und parlamentarische Aufarbeitung der Landesbanken und HRE Desaster gibt.
    Wenn man in diversen sogenannten Steueroasen in die Hochhäuser läuft wird es einem schlecht was da alles für Namen auf Hochglanz-Messing zu lesen sind. ich kann mir beim besten Willen nicht einreden dass da bei den Milliarden die in dem schwarzen Loch verschuden sind alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
    Hoffe nur dass die Journalisten da schnell ans recherchieren gehen, denn von den Politikern ist das nicht zu erwarten!

  • 24.05.2009, 17:03 UhrAnonymer Benutzer: Peter

    Warum schafft der Staat nicht einfach eine Anschubfinanzierung für neue "Good banks", die dann die Realwirtschaft (das sind Unternehmen, die reale Güter erschaffen und nicht rumzocken wie die banken und das auch noch als volkswirtschaftliche Leistung verkaufen) mit Krediten versorgen? Dann überlässt man die anderen banken "dem Markt", wie es Herr Sinn doch immer gefordert hat, sprich, lässt sie eben pleite gehen. Am Ende sollte doch der Eigentümer (die besitzer der bankaktien) für das wilde Gezocke haften und nicht der Staat, der durch die marktliberalen Strömungen und Forderungen nach dem Nachtwächterstaat der letzten Jahre (u.a. von Herrn Sinn) doch schon genug geschwächt wurde.

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