Bevölkerungsentwicklung: Ansturm auf die Metropolen Deutschlands

Bevölkerungsentwicklung: Ansturm auf die Metropolen Deutschlands

Das Institut der Deutschen Wirtschaft prognostiziert bis 2030 eine zunehmende Urbanisierung. Dann werden voraussichtlich 18,8 Prozent der Bevölkerung in den 14 größten Städten leben, so das Ergebnis der Studie.

Spätestens bei der Wohnungssuche in einer deutschen Großstadt wird klar, dass ein regelrechter Ansturm auf bestimmte deutsche Metropolen vorherrscht. Engpässe auf dem Wohnungsmarkt machen das Szenario nur allzu deutlich - obwohl steigende Immobilienpreise eigentlich eine abschreckende Wirkung haben sollten. Dazu kommen Staus und volle U-Bahnen. Doch trotzdem leben die Menschen lieber in Großstädten statt an die Peripherie zu ziehen.

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Quelle: dpa

Die Prognose des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) scheint daher wenig verwunderlich. Von 2000 bis 2011 hat sich der Bevölkerungsanteil bereits in den 14 größten deutschen Städten von 15,5 auf 16,4 Prozent erhöht. Für 2030 prognostiziert das IW Köln, dass bis zu 18,8 Prozent der Bevölkerung in den 14 größten Städten leben werden. Alleine in Frankfurt am Main soll die Bevölkerungszahl von 2012 mit 687.800 Einwohnern bis 2030 mit 858.000 Einwohnern um 24,7 Prozent wachsen. In Hamburg soll die Einwohnerzahl von 2012 bis 2030 lediglich um 11 Prozent ansteigen.

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Grund für diese Entwicklung ist, dass sich Unternehmen zunehmend an Ballungsräumen und Universitätsstädten ansiedeln, um qualifizierte Nachwuchskräfte zu akquirieren. Durch den Ansturm auf Universitäten werden zudem Hochschulstandorte zum Magneten junger Menschen. Im Jahre 2012 waren es rund eine halbe Million Studienanfänger, die sich ebenfalls auf kleinere Studienorte verteilen.

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Obwohl sich die Geburtenrate im Durschnitt lediglich bei 1,4 Kindern ansiedelt, wächst die deutsche Bevölkerung durch Zuwanderer aus Mittelostereuropa und Südeuropa. Dies verändert die Bevölkerungsstruktur Deutschlands auf lange Sicht. Aufgrund der grassierenden Krise in Europa ist davon auszugehen, dass die Zuwanderung in den nächsten Jahren so hoch bleibt wie derzeit. Das aufkommende Problem des Wohnungsmangels könnte allerdings die Entwicklung mit sich bringen, dass Menschen wieder vermehrt ins Umland ausweichen. Münster ist beispielsweise einer der Städte, die in der letzten Zeit am rasantesten gewachsen ist. Im Jahre 2012 waren es noch 296.600 Einwohner. 2030 könnte es eng werden, denn dann sollen es mit 422.100 schon fast doppelt so viele Einwohner sein. Ein rasanter Anstieg von 42,3 Prozent.

Im Umkehrschluss müssen sich manch andere Regionen auf sinkende Einwohnerzahlen einstellen. Laut IW-Studie schrumpfen insbesondere ostdeutsche Regionen am stärksten. Einbußen in der Bevölkerungszahl von jeweils 28 Prozent muss der sachsen-anhaltinische Kreis Mansfeld/Südharz und der Elbe-Elster Kreis in Brandenburg machen. Die Bevölkerung im thüringischen Greiz gehört ebenfalls zu den Regionen, die Bevölkerungsverlust zu verzeichnen hat. Hier sind es 26 Prozent. Auch wenn München mit einem Bevölkerungszuwachs von 32 Prozent bis zum Jahr 2030 eine beliebte Großstadt darstellt, gibt es in Bayern ebenfalls Bevölkerungs-Verlierer. Der Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge wird bis 2030 mit einem Einwohnerschwund von rund 20 Prozent rechnen müssen. Auch wenn Stuttgart mit einem ausgewiesenen Bevölkerungszuwachs von 14,5 Prozent zu den tendenziell boomenden Städten gehört, muss in Baden-Württemberg auch mit Einbußen gerechnet werden. So im Kreis Freudenstadt. Hier wird mit einem Bevölkerungsrückgang von über 11 Prozent eine ungünstige Entwicklung aufgewiesen.

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