BIP: Schwache Exporte bremsen Wirtschaft aus

ThemaKonjunktur

KommentarBIP: Schwache Exporte bremsen Wirtschaft aus

von Anja Stehle

Dass die deutsche Wirtschaft 2013 nur moderat zulegen konnte, bestärkt all jene, die nicht müde werden, vor der deutschen Exportabhängigkeit zu warnen.

 

Wie das Statistische Bundesamt heute bekannt gab, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent zu. Damit ist es so schwach gestiegen wie seit dem Rezessionsjahr 2009 nicht mehr. Schuld am nur mäßigen Wachstum ist, neben gesunkenen Investitionen, auch Deutschlands Exportabhängigkeit. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren nur um 0,6 Prozent, 2012 waren es noch 3,2 Prozent.

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Vor allem die anhaltende Krise in einigen EU-Staaten bremsten die Exporte aus. Wenn aber die Exporte schwächeln – warum werden wir dann gerade jetzt für unsere Leistungsbilanzüberschüsse gescholten?

Konjunktur Deutsche Wirtschaft wächst 2013 um 0,4 Prozent

Getragen von den privaten und staatlichen Konsumausgaben ist die deutsche Wirtschaft 2013 zumindest moderat gewachsen. Investitionen und Außenhandel bremsten die Konjunktur. Der Staat erzielte ein kleines Defizit.

Das deutsche BIP ist 2013 um 0,4 Prozent gestiegen. Quelle: dpa

Dass die Leistungsbilanz, also die Differenz von Exporten und Importen, 2013 erneut ein Rekordniveau erreichte, rührt auch daher, dass die inländischen Investitionen und der private Konsum proportional so wenig zu Buche schlagen. Weniger Abhängigkeit vom Handel wäre also wünschenswert. Doch die Bundesregierung sieht nach jüngsten Aussagen von Finanzminister Wolfgang Schäuble keinen Grund zu handeln. Die Kritik von US-Finanzminister Jack Lew wies er mit dem Hinweis auf eine anziehende Inlandsnachfrage zurück.

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Wahr ist aber, dass die Binnenmarktnachfrage die schwächelnden Exporte 2013 nicht kompensieren konnten. Das ist bemerkenswert, denn der private Konsum verzeichnete mit 0,9 Prozent ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Die günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt müsste die inländische Nachfrage eigentlich ankurbeln: mit 41,8 Millionen Erwerbstätigen gab es 2013 das siebte Jahr in Folge einen neuen Beschäftigungsrekord. Uns Exportweltmeistern hat das trotzdem nichts genützt. Wünschenswert wären jetzt vermehrt inländische Investitionen, etwa in die Infrastruktur. Doch die Bundesregierung wird die Kritik wohl aussitzen. Für 2014 hat die Weltbank bereits einen globalen Aufschwung angekündigt samt hervorragender Prognose für einen der wichtigsten Absatzmärkte, den USA. Wie praktisch.            

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