BIP übertrifft alle Erwartungen: Höchstes Wirtschaftswachstum seit Jahrzehnten

BIP übertrifft alle Erwartungen: Höchstes Wirtschaftswachstum seit Jahrzehnten

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Container im Hafen von Hamburg. Die deutsche Wirtschaft wächst - den größten Anteil daran haben die Dynamik der Investitionen und der Außenhandel

Die deutsche Wirtschaft startet durch. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um 2,2 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1987 nicht mehr. Analysten hatten kaum mit der Hälfte gerechnet. Das Wort „Krise“ rückt immer weiter in den Hintergrund, Wirtschaftsminister Brüderle spricht von einem „Aufschwung XL“.

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal so stark gewachsen wie seit 23 Jahren nicht mehr. Boomende Exporte und steigende Investitionen ließen das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal steigen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

„Der zum Jahreswechsel 2009/2010 ins Stocken geratene Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich damit eindrucksvoll zurückgemeldet“, schrieben die Statistiker. Das stärkste Wachstum seit Frühjahr 1987 übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich: Sie hatten nur mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet. Zudem fiel das Wachstum im ersten Quartal mit 0,5 Prozent besser aus als zunächst mit 0,2 Prozent berechnet.

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Verglichen mit dem Vorjahresquartal legte die Wirtschaftsleistung von April bis Juni um 4,1 Prozent zu. „Die Dynamik der Investitionen und des Außenhandels hatten dabei den größten Anteil“, schrieben die Statistiker. „Aber auch die privaten und staatlichen Konsumausgaben trugen zum Wachstum bei.“ Während die exportabhängige Industrie vom Aufschwung in China und anderen Schwellenländern profitierte, hat bei den Investitionen auch ein Sondereffekt eine Rolle gespielt: Weil Schnee und Frost viele Baustellen zu Jahresbeginn lahm legten, wurden diese Arbeiten im Frühjahr nachgeholt. Details zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal will das Statistikamt am 24. August nennen.

2011 weniger Wachstum

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hält nach dem starken ersten Halbjahr ein Wachstum „von weit über zwei Prozent für 2010“ für möglich. Bislang ging die Bundesregierung offiziell von einem Plus von 1,4 Prozent aus. „Wir erleben derzeit einen Aufschwung XL“, sagte Brüderle. Die robuste Konjunktur sei zudem eine klare Ermutigung, „den Ausstieg aus der staatlichen Krisenfürsorge fortzusetzen“ und den Staatshaushalt zu sanieren. Banken-Experten halten sogar noch mehr Wachstum für möglich.

„Das ist der Wahnsinn“, sagte UniCredit-Fachmann Alexander Koch. „Wir rechnen jetzt mit mehr als drei Prozent Wachstum im gesamten Jahr.“ Auch Deka-Bank-Experte Andreas Scheuerle betonte: „Ich kann drei Prozent Wachstum verkünden in diesem Jahr, vielleicht sogar ein bisschen mehr als drei Prozent“. In den kommenden Quartalen werde sich das Wachstum aber verlangsamen. „Die Weltwirtschaft schaltet einen Gang zurück, das werden wir als Export-Vizeweltmeister spüren“, sagte Scheuerle.

Für 2011 rechnen die meisten Experten bislang mit einem Plus von etwa 1,5 Prozent, weil die Weltwirtschaft mit dem Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme an Schwung verlieren dürfte. Im Krisenjahr 2009 war das Bruttoinlandsprodukt mit 4,7 (bislang: 4,9) Prozent so stark eingebrochen wie noch nie seit Gründung der Bundesrepublik.

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