BIP wächst um 0,1 Prozent: Deutsche Wirtschaft schafft Mini-Wachstum

ThemaKonjunktur

BIP wächst um 0,1 Prozent: Deutsche Wirtschaft schafft Mini-Wachstum

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts enttäuschen: Im ersten Quartal 2013 stagnierte die deutsche Wirtschaft geradezu. Das BIP kam nur auf ein Plus von 0,1 Prozent. Schuld ist unter anderem der lange Winter.

Die Kauflaune der Verbraucher hat die deutsche Wirtschaft vor einer Rezession bewahrt. Nur dank steigender Konsumausgaben schaffte sie von Januar bis März 2013 ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in einer Schätzung mitteilte. Dagegen investierten die Unternehmen erneut weniger, während die Bau-Unternehmen unter dem langen Winter und die Exporteure unter der schwachen Weltkonjunktur litten. Die von Reuters befragten 35 Ökonomen hatten im Schnitt ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Im Schlussquartal 2012 war die Wirtschaftsleistung mit revidiert 0,7 (zuvor: 0,6) Prozent so stark gesunken wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Zwei Minus-Quartale in Folge gelten als Rezession.

"Bei diesem schwachen Wachstum zu Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem winterliche Witterung eine Rolle", schrieben die Statistiker. Diese hatte vor allem im Februar und März viele Baustellen lahmgelegt. Wachstumsimpulse kamen "fast ausschließlich von den privaten Haushalten", die ihre Konsumausgaben angesichts steigender Löhne und einer stabilen Beschäftigung erhöhten. Die Unternehmen investierten dagegen angesichts der Verunsicherung durch die Schuldenkrise erneut weniger.

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Probleme in Schwellenländern

Auch vom Außenhandel gab es kaum Rückenwind, weil sowohl die Exporte als auch die Importe schrumpften. "Die Firmen hatten zuletzt auch Probleme in den Schwellenländern und konnten deshalb nicht wie noch im vorigen Jahr das maue Geschäft mit der Euro-Zone ausgleichen", sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. "Die Wachstumsmärkte in Asien liefen schlechter als erhofft." Im Vergleich zu anderen Euro-Ländern steht Deutschland aber noch gut da. Die französische Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal erneut um 0,2 Prozent und rutschte damit in eine Rezession ab. "Deutschland entwickelt sich besser als der Rest der Euro-Zone", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Das zweite Quartal dürfte besser ausfallen - auch dank Nachholeffekten. "Allerdings sind die Konjunkturrisiken gestiegen", ergänzte Krämer und verwies auf das Ifo-Geschäftsklima und den Einkaufsmanager-Index, die zuletzt gesunken sind. "Das liegt daran, dass die Weltkonjunktur etwas an Schwung verloren hat." Angesichts der Verunsicherung durch die Schuldenkrise investierten die Unternehmen weniger.

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Wegen des schwachen Jahresauftakts und dem kräftigen Rückgang Ende 2012 kündigten Ökonomen an, ihre Wachstumsprognose für 2013 zu senken. "Bisher hatten wir ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet, es dürfte aber nur noch zu einem Plus von 0,4 Prozent reichen", so DekaBank-Ökonom Scheuerle. Laut Bundesregierung dürfte sich angesichts der verbesserten Auftragslage in der Industrie und der erwarteten Frühjahrsbelebung in der Baubranche nach dem langen Winter der Aufwärtstrend aber fortsetzen. Wegen der niedrigen Arbeitslosigkeit, steigender Löhne und niedriger Inflation ist das Konsumklima derzeit so gut wie seit Oktober 2007 nicht mehr.´

Im Vorjahresvergleich sank das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 1,4 Prozent. "Dieser kräftige Rückgang war allerdings überwiegend kalenderbedingt: Im Berichtsquartal standen weniger Arbeitstage zur Verfügung als ein Jahr zuvor, was vor allem auf das zurückliegende Schaltjahr und die Lage der Osterfeiertage zurückzuführen ist", erklärten die Statistiker. Bereinigt um diese Effekte ging die Wirtschaftsleistung nur um 0,2 Prozent zurück.

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