Blog: Boom and Bust: Denkt in globalen Zusammenhängen!

kolumneBlog: Boom and Bust: Denkt in globalen Zusammenhängen!

Kolumne

Die Regierungen müssen ihre Konjunkturprogramme so gestalten, dass sie die weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte beseitigen. An dieser Erkenntnis mangelt es noch.

Es gab eine Zeit, da wurde Deutschland von einem sozialdemokratischen Bundeskanzler regiert, der sich als Weltökonom verstand. Man musste nicht mit allem einverstanden sein, was Helmut Schmidt sagte, aber man musste anerkennen: Der Mann konnte in globalen Zusammenhängen denken. Diese Fähigkeit fehlt der jetzigen Bundesregierung komplett. Wo ist der Regierungschef mit weltökonomischer Weitsicht, wo der Minister, der in globalen Zusammenhängen denkt? Stattdessen beherrschen Hobbyökonomen mit skurrilen Vorschlägen zur Einführung von Konsumgutscheinen und ein Finanzminister die Szene, dessen Widerstand gegen Steuersenkungen schon fast paranoide Züge angenommen hat.

Dabei erfordert die aktuelle Krise mehr als politisches Klein-Klein. Regierungen und Notenbanker müssen eine Weltwirtschaft flottmachen, die an ihren Ungleichgewichten zerbrochen ist. Jahrelang haben die amerikanischen Konsumenten mit ihrem Schuldenrausch die Weltkonjunktur angefeuert. Länder wie Deutschland, Japan und China haben davon durch wachsende Exporte profitiert. Immer größere Ungleichgewichte im Außenhandel waren die Folge. Doch jetzt, nachdem die Schuldenpyramide in den USA zusammengebrochen ist und die Häuserpreise in den freien Fall übergegangen sind, ist es damit vorbei. Die Amerikaner müssen nach den Konsumexzessen der Vergangenheit wieder mehr sparen.

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Der Anteil ihres privaten Verbrauchs am Bruttoinlandsprodukt von knapp 72 Prozent muss sinken (siehe Grafik). Für Deutschland, Japan und China bedeutet dies das Ende der bequemen Jahre. Weil der US-Konsument am Ende der weltwirtschaftlichen Nahrungskette wegfällt, müssen sie ihr exportorientiertes Wirtschaftsmodell von Grund auf ändern. Eine permanent kräftigere Binnennachfrage muss die Lücke füllen, die der nachlassende Export reißt. Deshalb muss die Bundesregierung alles tun, um den privaten Konsum nachhaltig zu stärken. Konsumgutscheine, die nur ein kurzfristiges Feuerwerk abbrennen, bleiben weit hinter dem Notwendigen zurück. Dauerhafte Steuersenkungen sind das Gebot der Stunde! Ohne eine kräftigere Binnennachfrage in Europa und Asien wird es nicht gelingen, die Weltwirtschaft wieder auf ein solideres Fundament zu stellen.

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