Boom and Bust: Nach der Krise der kräftige Aufschwung?

kolumneBoom and Bust: Nach der Krise der kräftige Aufschwung?

Kolumne

Niedrigere Zinsen, sinkende Ölpreise, staatliche Rettungspakete für die Banken – stehen den USA und der Weltwirtschaft bald wieder bessere Zeiten bevor?

Wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist der Morgen nicht mehr fern – nach diesem Motto scheinen manche Analysten derzeit ihre Konjunkturprognosen zu stricken. „Diese Rezession ist heftig, aber die anschließende Erholung wird kräftiger ausfallen als die meisten erwarten“, frohlockt Nariman Behravesh, Chefvolkswirt des Finanzdienstleisters IHS Global Insight. Was Behravesh so optimistisch stimmt: Notenbanken und Regierungen rund um den Globus haben in den vergangenen Monaten massiv Liquidität in die Märkte gepumpt und gigantische Rettungspakete für die Banken aufgelegt. In der vergangenen Woche senkte die US-Notenbank Fed abermals die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 1,0 Prozent. In dieser Woche dürften die Europäische Zentralbank und die Bank von England mit Zinssenkungen folgen. Die niedrigeren Geldbeschaffungskosten sollen die Kreditvergabe der Banken ankurbeln. Für zusätzliche Entlastung sorgt derzeit der Rückgang des Ölpreises. Das steigert die verfügbaren Einkommen in den Industrieländern und schafft so Spielraum für Konsum und Investitionen.

Doch ist es fraglich, ob das alles ausreicht, bald wieder einen kräftigen Aufschwung in Gang zu setzen. Die aktuelle Rezession ist mit dem Platzen spekulativer Blasen bei Immobilien, Krediten und Wertpapieren verbunden. Die Erfahrung zeigt, dass solche Rezessionen tiefer und langwieriger sind als normale Kontraktionsphasen in einem Zyklus.

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Ein neuer Aufschwung ist erst dann zu erwarten, wenn die USA, Lokomotive der Weltwirtschaft, wieder Fahrt aufnimmt. Dann wird sich auch der Rest des globalen Konjunkturzuges in Bewegung setzen. Davon ist bisher nichts zu spüren. Im Gegenteil: Im dritten Quartal ist die US-Wirtschaft um annualisiert 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft, der private Konsum brach um 3,1 Prozent ein. Weil die US-Bürger ihre exorbitanten Schulden abbauen und Ersparnisse aufbauen müssen, wird der Konsum noch auf Jahre hinaus als Konjunkturmotor ausfallen.

Daran können auch die Rettungsmaßnahmen der Notenbank und der Regierung nichts ändern. Sie ersparen den USA und dem Rest der Welt zwar eine schwere Depression – einen schnellen Aufschwung können sie jedoch nicht herbeizaubern.

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