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Boom and bust: Wer zahlt für die PIGS?

Kolumne von Bert Losse

Die EU streitet über Hilfen für wirtschaftlich abschmierende Staaten der Euro-Zone. Sie sollte dabei keine falsch verstandene Solidarität walten lassen – sondern harte Auflagen machen.

Im Ökonomen-Slang heißen sie PIGS, und das ist genauso wenig schmeichelhaft gemeint wie es klingt. Den Euro-Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien fliegen derzeit ihre Staatshaushalte um die Ohren. Sie müssen immer höhere Risikoaufschläge zahlen, damit ihnen jemand ihre Staatsanleihen abkauft – und sich von Kommentatoren mit den Staatspleitiers aus Island vergleichen lassen.

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Als vor zehn Jahren der Euro eingeführt wurde, hofften viele auf ein Ende der ökonomischen Heterogenität Europas. Diese Hoffnung hat sich nur in Ansätzen erfüllt. Nun müssen sich Ökonomen und Politiker den Kopf zerbrechen, wie sich die im Schlepptau der Finanzkrise in schweres Fahrwasser geratene Währungsunion stabilisieren lässt. Falls ein Mitglied der Euro-Zone in Zahlungsschwierigkeiten geriete, sei man darauf „intellektuell, politisch und ökonomisch vorbereitet “, verspricht EU-Währungskommissar Joaquín Almunia.

Eine gewagte Aussage. Die bisher kursierenden Vorschläge – gemeinsame Euro-Anleihen oder gar die Schaffung eines Europäischen Währungsfonds nach dem Vorbild des IWF – überzeugen nicht, vor allem nicht aus Sicht Deutschlands, das mit ziemlicher Sicherheit der größte Zahlmeister solcher Aktionen würde. Die Sorgenkinder der Euro-Zone haben in den vergangenen Jahren massiv von der Währungsunion (vor allem von niedrigen Realzinsen) profitiert. Fiskalpolitisch aber haben viele über ihre Verhältnisse gelebt und überdies wichtige Strukturreformen verschleppt. Dass nun jene Staaten, die noch Vertrauen der Märkte genießen, für die Versäumnisse anderer geradestehen sollen, ist eine ebenso bittere Pille wie Milliardenhilfen für Zockerbanken. Doch so dürfte es am Ende wohl kommen. EU-Kommissionschef Barroso hat bereits angedeutet, dass die EU keinen Staatsbankrott in ihren Reihen hinnehmen und notfalls mit Kredithilfen einspringen will.

Das aber macht (wenn überhaupt) nur Sinn, wenn das Staaten-Bail-Out mit harten wirtschafts- und finanzpolitischen Auflagen verbunden ist. Sonst stehen bald die nächsten Bittsteller vor der Tür – oder die gleichen in der nächsten Krise. Auch sollte sich die EU nicht von unterschwelligen Drohungen aus den PIGS-Staaten beeinflussen lassen, bei einer Eskalation die Währungsunion zu verlassen. Diese Schmach wird sich keine Regierung antun. Es wäre für die betroffenen Staaten auch ökonomisch kontraproduktiv. Zwar könnten sie ihre neue (alte) Währung abwerten und sich so Vorteile im Export verschaffen. Doch die hohen Zinsen und Risikoaufschläge wären sie nicht los, im Gegenteil. Dass Anleger begeistert niedrig verzinste Staatsanleihen in Drachme und Lira kaufen würden, ist kaum zu erwarten.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.02.2010, 12:59 UhrAnonymer Benutzer: Berliner

    An MDK: Auch so ein zugereister Südstaatenschlawiner???
    Natürlich wird man die PiGS Pleite gehen lassen - die einzig richtige
    Variante für diese emotional gesteuerten Europäer. Deutschland wäre ja mehr als bescheuert, würde es seine wirtschaftliche Stabilität durch verlorene Kredite noch mehr als bisher gefährden.

  • 08.02.2010, 02:19 UhrAnonymer Benutzer: MDK

    Eigentlich hätte sowas durch den Vertrag von Maastricht verhindert werden sollen, aber wenn schon Deutschland und Frankreich nicht den Willen aufbringen sich daran zu halten muss man sich nicht wundern wenn es die anderen Länder auch nicht tun.
    Den Europäischen Staaten wird nichts mehr übrig bleiben als diesen Ländern finanziell zu unterstützen, und ehrlich gesagt haben sie es auch verdient.

  • 16.03.2009, 09:36 UhrAnonymer Benutzer: bromfiets

    Wenn ein Staat den Euro verlässt, dann ist er erst recht bankrott: Die in Euro angehäuften Schulden müssten doch weiter abbezahlt werden. Und wenn die neue (alte) Währung dann schön abgewertet wird, muss die jeweilige Volkswirtschaft doch immer mehr davon aufwenden, um die Euro-Fremdwährungsschulden abzutragen.

    Nein, das ist nicht der richtige Weg. Und Deutschland muss den betroffenen Staaten helfen, allein schon aus der Logik, dass wir eine Exportnation sind und diese Staaten einen Großteil unserer Waren kaufen. Allerdings sollte sich Herr Steinbrück für jeden Hilfs-Euro Grundpfandrechte oder das Eigentum öffentlicher Grundstücke in den jeweiligen Staaten überschreiben lassen, damit keiner auf die idee kommt, das Geld gäbe es geschenkt.

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